No items found > Was kann man vom Starcraft 2 Erfolg lernen?

Verfasst am 6. Dezember 2011 von moby3012

Als Teil unserer unregelmäßigen interviews haben wir uns dieses mal ein weiteres Mitglied des United Forums gegriffen und mit Bandito einem intensiven Starcraft 2 Spieler einige Fragen gestellt. Bandito ist seit August 2007 im United Forum unterwegs und somit in der C&C Community aktiv.

Von April 2009 bis August/September 2011 war er Mod im Starcraft 2 & Fairplay Bereich und hat auch diverse Turniere und Ligen organisiert.
CCI: Hallo Bandito, vielen Dank, dass du Zeit für uns gefunden hast. nachdem das letzte „richtige“ C&C eine ganze Weile her ist, stellt sich natürlich zunächst die Frage, welche Spiele du denn zur Zeit zockst.
Bandito: Kein Problem. Aktuell spiele ich primär StarCraft II, früher die C&C Reihe und Wing Commander 3-5, außerdem noch viele weitere. Zuviele um alle zu nennen.
CCI: Welches ist denn dein Lieblings Command & Conquer und warum?
Bandito: Aus nostalgischer Sicht C&C: Der Tiberiumkonflikt. Es war halt schlichtweg das erste, womit ich auch die meisten und schönsten Errinnerung habe, wie zB Videos, Gameplay und dem Storytelling. Ohne Nostalgiefaktor, wäre dies C&C3: Tiberium Wars. Aus dem einfachen Grund, da ich dadurch zu meinen ersten Clan gekommen bin, aber auch zum UF (Ironie: mein erster post im UF war ein DC-Report ).
CCI: Was macht für dich C&C aus?
Für mich wichtig bei einem C&C ist zum einen wie die Geschichte erzählt wird. Bei C&C halt über die Videos und die Atmosphäre welche durch die Videos, aber auch durch die Missionen erzeugt wird. Ein weiterer Punkt ist der Basenbau im allgemeinen, wobei ich ein Fan vom Bauhofsystem bin.
CCI: Du sagtest, dass Starcraft 2 zurzeit von dir am meisten gespielt wird, was genau ist es, dass dich an Starcraft 2 am meisten reizt?
Bandito: Ich spiele SC2 wegen C&C. Die letzten C&C waren einfach enttäuschend und deshalb hab ich mir SC2 gekauft und es hat Spass gemacht. Ich war noch nie übermäßig motiviert mich mit einem Spiel dermaßen zu beschäftigen, sodass ich z. B. bei Turnieren vielleicht was reißen hätte könnte. Turniere sind auch etwas, was den Reiz für mich bei Sc2 weiter erhöht hat, als Zuschauer dabei sein zu können und somit halt Turniere, aber auch Spieler auf absolut höchsten Niveau verfolgen zu können.
CCI: Starcraft 2 ist zur Zeit in aller Munde, ein hochdotiertes E-Sport Turnier jagt das nächste und Starcraft ist inzwischen auch fester Bestandteil vieler großer Messen und Ausstellungen, in der Art, dass dort oft Finales oder Play-Offs großer Ligen oder Turniere ausgetragen werden. Wie erklärst du dir den unglaublichen Erfolg, den Blizzard mit seinem aktuellen RTS hat?
Bandito: Einfache Frage, aber unglaublich komplexe Antwort. Der Erfolg von StarCraft II beruht ja zunächt einmal auf den Erfolg vom Vorgänger oder um es generell zu sagen, auf den Erfolg aller Craft-Spiele. Das heißt, Blizzard ist es gelungen eine unglaublich riesige Fangemeinde aufzubauen, hinzukommt, dass Blizzard selbst sich einen Ruf erarbeitet hat, welcher für Qualität steht. Dies soll aber nicht bedeuten, dass alles Gold ist was dort glänzt.
Dass SC2 nun ein kommerzieller Erfolg wird, war abzusehen. Nach 12 Jahren des Wartens wollten natürlich sehr sehr viele Spieler wissen, wie die Story weitergeht, aber auch endlich ein StarCraft im technisch neuen Gewand sehen und spielen. Es gibt ja auch den Unkenruf, StarCraft 2 sei wie StarCraft 1, nur im neuen Gewand. Für den Aussenstehende macht dies sicherlich den Eindruck, allerdings nicht, wenn man beide spielt/gespielt hat. Um jetzt auf deine eigentliche Frage zu kommen, warum StarCraft 2 dermaßen erfolgreich ist, gerade im eSport.
Hier spielen einige Faktoren eine Rolle. Es war ja schon vor dem Release abzusehen, dass StarCraft 2 ein riesen Erfolg wird, somit haben sich schon zur Betazeit etliche Weeklycups etabliert z.B. Zotac Cup oder der Go4SC2 von der ESL. Zu dieser Zeit wurde dann, dank des technischen Fortschritts in den Bereichen Internet und PC, auch ein weiterer entscheidener Faktor etabliert. Und zwar, dass sich einige Leute hinsetzten um Replays zu kommentieren und diese Videos bei Youtube hochgeladen haben (VoD – Video on Demand). Einige, HomerJ oder Khaldor um mal 2 Beispiele zu nennen, hatten damit soviel Zuspruch, dass diese dann begannen Live Spiele zu übertragen und damit waren dann die Liveübertragungen, so wie wir sie heute kennen, von Turnieren geboren.
Dieser Faktor war nun meiner Meinung ausschlaggebend, dass es nun Großevents wie die MLG, Dreamhack oder NASL gibt und dass diese so erfolgreich sind und solche riesen Summen an Preisgelder vergeben. Mit den Livestreams sind diese Events einem viel größeren Publikum zugänglich, als es dies nur durch den Zuschauern vorort oder über Coverages oder Replays möglich wäre. Aber letzlich bleibt mir zu sagen, dass es unglaublich viele Faktoren sind und ich bei weiten nicht alle benennen oder erklären kann. Ich hoffe jedoch, dass ich zumindest einen ganz groben Überblick geben konnte.
CCI: Du hast angesprochen, dass Blizzard vor allem durch seine lange Tradition im Bereich Qualität glänzen konnte und schon vorab bei der Community gepunktet hat. Glaubst du, der Neuanfang seitens EA mit dem neu zusammengestellten Entwicklerteam Victory Games hilft der Serie? Kannst du dir vorstellen, dass C&C ebenso oder zumindest annähernd erfolgreich werden kann wie Starcraft 2, wenn die Rahmenbedingungen stimmen?
Bandito: Der Neuanfang war dringend notwendig. Auch das man C&C an einem neuen Entwicklerstudio weitergegeben hat. Der Entwickler „EA LA“ hat sich in den letzten Jahren einfach einen zu schlechten Ruf „aufgebaut“. Die Gründe dafür wurden ja im UF schon mehrfach benannt. Trotzdem hat Victory Games einen Bärendienst erhalten. Nicht nur, dass die Erwartungen an einem neuen C&C sowieso schon gewaltig sind, es kommt hinzu, dass VG schlichtweg dazu verdonnert ist den Ruf von C&C gerade bügeln zu müssen und das verlorene Vertrauen an EA und somit indirekt auch VG aufbauen zu müssen.
Zu der zweiten Frage: Grundsätzlich, kann ich mir eine Menge vorstellen. Jedoch muss man bedenken, dass das was Blizzard heute hat, auch nicht von heute auf morgen da war. Es muss sich entwickeln. Victory Games kann aber mit dem nächsten C&C den Grundstein dafür legen und ich denke die C&C Community kann sich wirklich freuen, wenn sich beim nächsten C&C schon sowas im kleinen Rahmen (vllt ein paar Hundert Viewer) entwickelt.
CCI: Was hälst du von C&C Generals bzw. Zero:Hour?
Bandito: Wie ich ja schon UF Podcast erwähnte, ist CCG/ZH für mich kein C&C (Flame War incoming)
Kurz nach Release von CCG hatte ich damals die Gelegenheit CCG anzuspielen und mein erster und letzter Gedanke dazu war, das ist kein C&C. Dementsprechend wurde es nicht gekauft. Auch nach einigen Jahren, als ich CCG aus der Grabbelkiste für 10€ gekauft hatte, konnte es mich nicht überzeugen.
CCI: Hast du bereits BioWare Spiele gespielt, wenn ja welchen Eindruck hast du von BioWare gewonnen?
Bandito: Hier musste ich erstmal schauen, welche Spiele BioWare überhaupt entwickelt hat. Letzlich hab ich allerdings nur Baldurs Gate gespielt. Jedoch hab ich BG als ein sehr gutes Spiel in Errinnerung, jedoch davon jetzt Rückschlüsse auf BioWare ziehen, möchte ich mir nicht anmaßen.
CCI: Wenn du in Bezug auf die Zukunft der C&C Serie 1 Wunsch frei hättest, was wäre dies?
Bandito: Mein Wunsch wäre, dass, wenn man sich in der Zukunft über C&C unterhält, es viele Positive Dinge zu erzählen gibt. Sprich, es läuft darauf hinaus, dass C&C wieder gut und vor allen erfolgreich wird.
Weiteregehende Informationen & Links zum Interview:

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