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Was erwartet uns? Teil 4: Engine

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Was erwartet uns? Teil 4: Engine


Command & Conquer

2. November 2011 von moby3012


Elementar für den Erfolg eines Spiels ist natürlich die Grafik, der Sound und insgesamt das Gameplay. Diese Elemente werden maßgeblich, wenn nicht exklusiv durch die Engine des Spiels bestimmt. Seit dem Jahr 2003 mit C&C Generals wird in der C&C Serie die eigens entwickelte SAGE (-Engine) verwendet. Diese Engine hat nun also gute 8 Jahre auf dem Buckel, ist es also Zeit für eine Erneuerung?

 

C&C betritt die 3D Ära
Das letzte C&C, welches die W3D Engine mit ihren klassischen Voxel und Pixel verwendet hat war Alarmstufe Rot 2 mit dem Addon Yuris Rache. Die Grafik war für die damaligen Verhältnisse – für eine Pixelgesteuerte Engine wohl das Beste was man rausholen konnte. Bereits C&C Renegade verwendete einen Vorläufer der SAGE (-Engine) – die W3D Engine – Renegade erschien im Jahr 2002 – gehen wir also davon aus das neue Command & Conquer kommt im Jahr 2012 heraus, wäre die Engine zu diesem Zeitpunkt lockere 10 Jahre alt. Zugegeben – die Engine ist lange nicht mehr das, was sie noch vor 10 Jahren war – sie wurde in vielen Belangen weiterentwickelt, einige Aspekte von Grund auf neu konzipiert und immer wieder optimiert und aufgebohrt. Wir möchten einen kleinen Blick zurück werfen und uns anschauen welche Entwicklungsstufen die Engine in der vergangenen Zeit hinter sich gebracht hat.
Die W3D Engine, der Vorläufer der SAGE wurde zuerst in den Spielen „Emperor: Battle for Dune“, „Earth and Beyond“ und Renegade verwendet. Für Generals wurden dann viele Teile dieser Engine von Grund auf neu geschrieben und konzipiert – die SAGE war gebohren. SAGE steht für Strategy Action Game Engine – und sollte für das nächste Jahrzehnt in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen die C&C Serie begleiten.
Den ersten Meilenstein der SAGE setzt natürlich damit im Bezug auf Echtzeitstrategie das Spiel „Emperor: Battle for Dune“, aber auch Renegade und wie man auf diesen Bildern sieht sind hier noch viele Formen sehr eckig und das meiste an grafischer „Finesse“ musste durch Texturen herausgeholt werden, die von den scharfen Kanten der Models ablenken sollten:
Der nächste Meilenstein auf dem Weg der SAGE war dann mit C&C Generals das erste richtige Strategie-C&C. Hier nahm die SAGE wohl ersten wirklich großen Entwicklungssprung, denn vom Shooter mit „im Falle von Renegade“ vergleichsweise wenigen Objekten auf der Map musste man nun komplexe Karten mit vielen wenn nicht Massen an Einheiten Rendern, und das im Optimalfall auch noch flüssig. Feuereffekte und Explosionen wurden ebenso stark überarbeitet wie die Wasserengine. Sehr kritisch sahen dagegen viele Dinge wie die Wegpunktfindung oder die Performance auf Rechnern der damaligen Mittelklasse.
Mit Der Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde wurde die Engine dann erstmals für ein Strategiespiel ohne Laser, Kanonen oder modernen Technologien umgekrempelt. Einheitentrupps hielten Einzug in das Gameplay der Engine – Grafisch hat sich zu C&C Generals zwar einiges geändert – der tatsächliche technische Entwicklungssprung jedoch kam erst mit dem Erscheinen des zweiten Teils der Herr der Ringe Strategiespiele. Der größter Kritikpunkt, die Wegfindung hatte sich zur Enttäuschung vieler nicht maßgeblich gebessert.
Nach diesem Ausflug nach Mittelerde bewegte man sich zurück zu seine Wurzeln und entwickelte für die C&C Community nach langer Durststrecke das nächste große C&C Spiel – Tiberium Wars. Hier hat die Engine den nächsten großen Entwicklungsschritt in Form von Licht, Laser, Explosionen und Schatteneffekten genommen. Grafisch war Tiberium Wars zum damaligen Zeitpunkt für ein Strategiespiel auf jeden Fall State of the Art und lief auf damaliger Mittelklasse Hardware sogar flüssig.
Dennoch entschloss man sich bei EALA für die nächste große Evolutionsstufe und schickte sich an zum neusten Teil der Alarmstufe Rot Reihe weite Teile der Engine, wie die Rendering Technologie RNA komplett neu zu entwickeln. Diese Weiterentwicklung erfolgte auch mit der Portierung des C&C Titels in Richtung Konsolen und ging letztenendes so weit, dass man sich entschloss diese Engine nun SAGE 2 zu nennen. SAGE 2 wurde in seiner Form sowohl für Red Alert 3 und das Addon Uprising, als auch Tiberium Twilight verwendet. Doch – wie man noch immer bemerken musste nahm die Engine auch in ihrer neuen Entwicklungsstufe keinen wesentlichen Sprung in Sachen Wegfindung nach vorne.
Schaut man sich nun an Welche Entwicklungsschritte SAGE von Renegade bzw. eigentlich Generals bishin zu Red Alert 3 oder Tiberian Twilight gemacht hat stellt sich die Frage ist es notwendig eine neue Engine zu entwickeln? SAGE 2 unterstütz sowohl aktuellste Direct X also auch Multicore CPU und GPU Technologien und kann somit auf jeden Fall auch aktuellste Hardware voll ausnutzen – bohrt man diese Engine nun weiter so auf wie man es bisher getan hat hat SAGE 2 durchaus das Potenzial auch für ein neues C&C Spiel sinnvoll Gebrauch zu finden. Doch, und jetzt kommt der Knackpunkt, ist Performance und Grafikleistung in diesem Zusammenhang alles? Viele in der Community sagen ganz klar nein! Offensichtlich war man mit der SAGE Engine nicht in der Lage innerhalb von mehr als einem halben Dutzend Titeln die Wegfindung maßgeblich zu verbessern, weiterhin ist die Engine von ihren vielen Entwicklungsstufen(wenn man sich allein den Worldbuilder ansieht) vollgemüllt mit Überbleibseln aus vergangenen Spielen bis weit in die Vergangenheit – und dies ist nur der für die Benutzer des Worldbuilders sichtbare Teil!
Alternative 1: BattleForge
Dennoch werfen wir einmal einen Blick über den Tellerrand und schauen uns an, welche Alternativen EA bzw. Victory Games für ein neues C&C hat. Im Augenblick sehe ich außer der SAGE 2 nur 2 Alternativen, deren realistische Aussicht jedoch eher mager ist. Zum Einen hat EA mit dem Kauf des deutschen Entwicklerstudios Phenomic die RTS Engine von BattleForge gekauft, diese ist erprobt und technisch auf dem aktuellste Stand. EA Phenomic wurde jedoch weitestgehend geschlossen viele Mitarbeiter wurden entlassen und damit wohl auch das eigentlich ideale Know-How um die Engine entsprechend anzupassen oder weiterzuentwickeln. Klar es ist für professionelle Programmierer wohl möglich sich in so etwas hineinzuarbeiten – mit der Entlassung des Phenomic Teams spricht jedoch wenig dafür, dass es dafür ein Interesse gäbe.
Alternative 2: CryEngine
Die zweite jedoch auch hier eher unrealistische Alternative stellt die CryEngine dar. Die derzeit wohl leistungsfähigste Engine auf dem Spielemarkt entwickelt von CryTek in Deutschland. Die Engine ist primär zur Entwicklung von Shootern konzipiert worden, dennoch sieht man an C&C Renegade stellt es kein Hindernis dar, eine solche Engine umzuschreiben und dem gewünschten gameplay anzupassen. Wahrscheinlich wäre dies jedoch ein sehr komplexer und langwieriger Vorgang, dessen Umsetzung jedoch Bausteine für eine großartige Zukunft legen würde und Victory Games wohl langfristig das Monopol des bestaussehendsten und Leistungsfähigsten Strategiespiels einbringen würde.
Alternative 3: Frostbyte 2
Eine weitere sehr flexible Engine aus dem Hause EA ist die Frostbite 2 Engine, die unter Anderem in Need for Speed – The Run oder Battlefield 3 zum Einsatz kommt. Hier gilt das gleiche Prinzip, wie bei der CryEngine oder der Westwood 3 D Engine – Was spricht dagegen, eine Shooter-3D engine für ein RTS umzumodeln? Die Engine sieht nicht nur verdammt gut aus, sie ist auf performant und das beste – sie gehört EA bereits inklusive des Know-hows zu Ihrer Benutzung und Weiterentwicklung!
Alternative 4: Completely New
Natürlich ist es immer eine Option eine Engine komplett neu zu gestalten, mit allen Vor- und Nachteilen. Sein dies weit höhere Entwicklungskosten und eine deutlich verlängerte Entwicklungszeit als Nachteil oder aber auf der Vorteilsseite, die Tatsache, dass man sich eine Engine so programmieren kann wie sie perfekt zu den eigenen Ansprüchen und Anforderungen passt. Auch mit einem Blick in die Zukunft der Serie würde eine Neuentwicklung Sinn machen – vorausgesetzt das neue C&C floppt nicht völlig ist es realistisch, dass man diese Engine auch für weitere Strategietitel, wie weiteren Command & Conquer Teilen verwenden könnte.
Was denkt ihr? Sollte man für den Reboot der C&C Serie eine gänzlich neue Engine entwickeln oder die SAGE 2 etwa zur Version 3 weiterentwickeln? Wie steht ihr zur irren Idee die CryEngine oder Frostbite 2 für ein Strategiespiel zu verwenden? Diskutiert mit uns in den Kommentaren oder bei Facebook & Twitter.

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