Die Figur Romanov

Alexander Romanov ist das Staatsoberhaupt der Sowjetunion in Alarmstufe Rot 2. Nach der Absetzung Stalins wurde er von den Alliierten als Marionetten-Herrscher eingesetzt. Er sorgte zunächst auch wie erhofft für Frieden, griff dann aber völlig unverhofft die Vereinigten Staaten an. Er ist wohl einer der verrücktesten Charaktere in Alarmstufe Rot 2. Er gestikuliert oft sehr stark, um seine Aussagen zu unterstreichen. Auch hat er gerne mal den ein oder anderen starken emotionalen Ausbruch.

Von der „Kuschelmaus“ zum Unterwäsche-Star

Von der Alliierten eigentlich eingesetzt, um Sowjetunion zu einem friedlichen Vasallenstaat zu machen, eröffnet Romanov völlig überraschend einen neuen Weltkrieg. Er befiehlt, alles, was die Sowjetunion besitzt, gegen die USA zu richten. Als das anrückende Invasionsheer entdeckt wird, versucht Präsident Dugan noch, Romanow zu einem friedlichen Abzug zu bewegen, da er ihm seinen Posten zu verdanken habe. Romanow weist das aber empört zurück und nimmt auch die Drohung mit einem Nuklearen Erstschlag nicht allzu ernst. Er hat auch allen Grund dazu, denn sein Chefstratege Yuri benutzt seine Gedankenkontrollfähigkeiten, um die Raketenstarts zu sabotieren. Die Silotüren öffnen sich nicht und die Raketen explodieren unter der Erde. Die Invasion der Sowjetunion kann ungehindert statt finden.

Mit Hilfe der Zerstörung von Wahrzeichen der USA (z.B. die Freiheitsstatue) und damit verbundenen Fernsehansprachen versucht Romanov, den Willen der US-Bürger zu brechen. Das misslingt jedoch. Der Widerstand ist zunächst klein, doch sein liebster Befehlshaber, der General „Bluthund“ Vladimir, werden immer öfter zurück geschlagen. Die Psycho-Strahler, die Yuri errichten lässt, um die Gedanken der Einwohner großer amerikanischer Städte zu kontrollieren, werden zerstört. Auch ein Eingreifen der europäischen Alliierten kann nicht verhindert werden. Agentin Tanya zerstört die zur Abschreckung in Osteuropa errichteten Raketensilos. Ein so genannter Psycho-Verstärker, der in Chicago gebaut wird, soll den Sieg bringen, da mit ihm die Gedankenkontrolle über alle Einwohner des Nordamerikanischen Kontinents möglich ist. Er wird jedoch zerstört, bevor er aktiviert werden kann. Aus Rache und Verzweiflung, erlaubt er General Vladimir, die Stadt mit einem Atomsprengkopf dem Erdboden gleich zu machen. Das hilft jedoch auch nichts. Die letzte Bastion der Sowjets auf amerikanischem Boden in St. Louis fällt und damit ist der Rückschlag gelungen.

Romanov versucht, in geheimen Labors in Mittelamerika, die mächtige Prisma-Technologie zu kopieren, die werden aber von Spezialeinheiten der Alliierten zerstört. Doch die Sowjetunion ist noch lange nicht geschlagen und militärisch immer noch haushoch überlegen. Doch die Alliierten haben einen Plan: Mit der Chronosphäre die Einstein entwickelt, könnte der Sieg gelingen. Romanov erfährt jedoch von dem Plan, er greift das Labor Einsteins in Deutschland an und lässt zudem den Alliierten Oberbefehlshaber General Carville ermorden. Die Forschungseinrichtung wird erfolgreich verteidigt und die Chronosphäre auf Florida gebaut. Doch Romanov hat noch ein Ass im Ärmel: Raketensilos auf Kuba. Siegessicher will Romanov den Abschuss der Raketen verkünden, doch die Silos liegen bereits in Trümmern. Mit der Chronosphäre werden alliierte Truppen nach Moskau teleportiert. Sie besiegen die Truppen dort und überwältigen Romanovs Elite-Truppe, die Schwarze Garde. Agentin Tanya gelingt es, in den Kreml einzudrängen, wo sie einigen schlechten Romanov-Dubels begegnet. Sie findet schließlich den echten Romanov, der sich in seiner Unterwäsche unter eine Fahne versteckt hielt. Das Foto dieser demütigenden Gefangennahme geht um die ganze Welt.

Der Eroberer mit dem Messer im Rücken

In der Sowjetkampagne verläuft der Krieg anders, ein Sieg nach dem anderen gelingt. Doch Romanov sieht nicht, was sich hinter seinem Rücken abspielt. Yuri trachtet nach der Alleinherrschaft über die Sowjetunion und sieht, was Romanov nicht sieht: Dass der namenlose Genosse General (der Spieler) wesentlich fähiger ist, als sein Schoßhund General Vladimir. Er erweist Vladimir sämtliche militärische Ehren, auch wenn dieser fast das Scheitern einer Seeinvasion zu verschulden hat, während der Spieler leer ausgeht. Yuri nutzt diesen Umstand aus, um den Spieler auf seine Seite zu ziehen und Romanov vor dessen Augen zu manipulieren. Schließlich wird Romanov, der durch die Manipulation ans Bett gefesselt ist, umgebracht und Yuri übernimmt, zumindest für kurze Zeit, die Herrschaft über die Sowjetunion. Der Mord wird General Vladimir in die Schuhe geschoben.

Eine zweite Chance

In Yuris Rache, das mit dem Alliierten-Ende weiter geht, offenbart sich eine neue Chance für den Premier. Nach dem Sieg der Alliierten wird Romanov im Tower of London inhaftiert. Durch Yuris Versuch, die Weltherrschaft mit seinen Psycho-Dominatoren an sich zu reißen, ändert sich jedoch alles. Die Alliierten versuchen mit einer Zeitmaschine, das Schicksal zu ändern. Romanov ordnet heimlich an, die Zeitmaschine zu erobern. Dies gelingt und der sowjetische Militärstab wird in die Zeit des Krieges gegen die USA zurückversetzt. Romanov wird vor der Chronosphäre gewarnt und befiehlt die Zerstörung deren Prototyps in Deutschland. Nachdem dies gelungen ist, kapitulieren die Alliierten trotz ihrer vorherigen Erfolge sofort. Doch Yuri muss an dem Aufbau seiner Psycho-Dominatoren verhindert werden und diese Aufgabe obliegt jetzt der Sowjetunion. Nach einem ersten Erfolg in London wird das Flugzeug Romanovs über Marokko abgeschossen und Yuri versucht, die Gedankenkontrolle über ihn zu übernehmen. Romanov, der sich mit einigen Mädchen in einer Bar vergnügt, kann jedoch gerettet werden. Die Zerschlagung Yuris Militärapparat geht weiter und führt die Sowjetunion auf den Mond, was Romanov sehr begeistert, da er von einem großen Raumprogramm träumt. Schließlich wird Yuri in Transsilvanien vernichten geschlagen und ein Versuch, nun seinerseits in die Vergangenheit zu reisen, bringt ihn in die Kreidezeit, wo er von einem T-Rex verspeist wird. Die Sowjetunion regiert nun doch noch über die ganze Welt und unter Romanovs Herrschaft blüht die Welt auf und kann sich über ein umfangreiches Raumprogramm freuen.

Auch im Alliierten-Feldzug von Yuris Rache kommt Romanov besser weg, als zuvor. Die Alliierten stellen zwar nach ihrer Reise in die Vergangenheit sicher, dass der Kriegsausgang unverändert bleibt und die Sowjetunion kapituliert. Sie sind jedoch auf den großen russischen Militärapparat angewiesen, um Yuri schlagen zu können. Es kommt zu Friedensverhandlungen im Londoner Unterhaus, die bewirken, dass die Sowjets den Alliierten im Kampf gegen Yuri beistehen. Romanov bleibt so vermutlich an der Macht.

Ein Infantiler Aristokrat?

Romanov fällt immer wieder durch seine mit gestenreich unterstrichenen Ansprachen auf. Zudem verspottet er seine Gegner gerne auf eine leicht infantile Weise. Er hat eine Schildkröte, die er nach Uncle Sam benannt hat. Anhand dieser verdeutlicht er das Prinzip des „Duck & Cover“, dass die Amerikaner ihren Kindern in Filmen verdeutlichen (Anmerkung: In den USA gab es in den 50er-Jahren tatsächlich kurze Zeichentrickfilme mit besagter Schildkröte. Den Bürgern wurde zu dieser Zeit eingeredet, dass man sich dadurch, dass man sich unter einem Tisch versteckt, vor einer Atomexplosion retten kann). In Yuris Rache geht er noch einen Schritt weiter und spielt vor der Landung auf dem Mond mit einer großen Spielzeug-Rakete. Als er dann Yuri, ob seines Versteckes in Transsilvanien mit einem Monster in manchen Filmen vergleicht, mimt er dann ein solches und packt schließlich den Globus in seinem Amtszimmer. All das scheint ihm große Freude zu bereiten, da er dann viel lacht. Umgekehrt neigt er jedoch auch zu Wutausbrüchen, etwa als er davon erfährt, dass die Alliierten den Krieg mit der Chronosphäre gewonnen haben. Dem Alliierten-Commander, der für sein Scheitern verantwortlich ist, brüllt er trotzig entgegen, dass auch er noch eines Tages zerquetscht werden würde, nachdem dieser seine Raketensilos auf Kuba zerstört hat.

Seinem starken Auftreten scheint aber einer schwachen Persönlichkeit zugrunde zu liegen. Als Präsident Dugan ihn darauf hinweist, dass er seinen Posten nur durch ihn habe, brüllt er ihn sofort an, dass er nicht seine Kuschelmaus sei und „wir Romanovs“ ein Vermächtnis zu bewahren hätten. Es scheint, als sei er sehr ehrgeizig, weil er unter großen Druck durch seine Ahnen steht und weil er wohl auch versucht, sein geringes Selbstwertgefühl zu kompensieren. Der Angriff scheint zudem mehr der Plan von Yuri zu sein, der ihn vermutlich durch geschicktes Reden davon überzeugt hat, den Krieg gegen die USA zu führen. Auch wenn Romanov beileibe nicht dumm ist, wirkt er nicht wie jemand, der es schafft, eine solch große Armee so lange vor dem Feind zu verbergen. Dies muss er Yuri zu verdanken haben.

Romanov verweist an einer Stelle auf ein Vermächtnis und meint damit vermutlich das Zarenhaus der Romanows, die Russland regierten, bis sie 1917 von der kommunistischen Bewegung abgesetzt und später erschossen wurden. Von daher ist es eher unwahrscheinlich, dass er wirklich von ihnen abstammt, da sich sein Nachname zudem anders schreibt. Das Ganze ist wohl eher als Scherz der Entwickler zu verstehen, da auch im Setup von „kommunistischer Aristokratie“ die Rede ist, was man als krassen Widerspruch verstehen kann.

Zitate

  • „Schluss! Ich muss Sie auf etwas hinweisen! Ich bin nicht Ihre Kuschelmaus, Mr. President! Wir Romanovs haben ein Vermächtnis zu bewahren!“
  • „Heute werden wir Geschichte schreiben, denn gemeinsam zerstören wir die Vereinigten Staaten! Ihre Häuser, ihre Städte, ihre Träume und noch so einiges mehr…“
  • „Dies ist eine Botschaft an den untergetauchten Commander, der doch tatsächlich weitertanzt, obwohl das Orchester längst aufgehört hat, zu spielen.“
  • „Die Fahne der Sowjetunion weht auf dem Mond! Ein Mini-Schritt für Genosse General, ein gigantischer Sprung für das sowjetische Volk!“
Nach oben scrollen