Die Figur Havoc

Nick Parker, besser bekannt unter seinem Codenamen Havoc, ist eine Kommandoeinheit der GDI vom Rang eines Captain. Er ist eine wandelnde Kampfmaschine, die mit jeder Art von Waffe und Fahrzeug zu Recht kommt. Dementsprechend ist er nicht gerade für eine subtile Vorgehensweise bekannt. Dennoch hat er ein ausgeprägtes Verlangen danach, Zivilisten nicht zu Schaden kommen zu lassen und vor der Bruderschaft zu beschützen. Im Spiel fällt er häufig durch seine schlagfertigen, zynischen Macho-Bemerkungen und seinen Mangel an Respekt gegenüber dem weiblichen Geschlecht und seinen Vorgesetzten auf.

Weltenretter Havoc

Über Havocs eigentliche Herkunft erfährt man in dem Spiel Renegade überhaupt nichts. Man kann nur erfahren, dass er ursprünglich in der Dead Six gedient hat, einer Spezialeinheit der GDI. Da er aber sehr zu Einzelgängen neigt, scheint ihm das nie wirklich gefallen zu haben und er löste sich von der Einheit los oder wurde von ihr abkommandiert. Hier hatte er aber offenbar ein Verhältnis mit seiner Mitstreiterin Sakura Obata, wie im Spiel mehrmals angedeutet wird und was sein Verhalten in einigen Situationen erklären würde.

Havoc tritt in der ersten Mission als ein Kämpfer in Erscheinung, der von den GDI-Soldaten, die er aus einem Hinterhalt der Bruderschaft befreien soll, als Held empfangen wird. Entgegen seiner eigentlichen Gewohnheit bleibt er aber den gesamten Missionsverlauf über stumm und gibt nicht einen einzigen Kommentar von sich. Erst als er zu dem GDI-Kommandoposten zurückkehrt, hört man ihn zum ersten Mal sprechen, wobei bereits sein erster Satz („Wo ist mein Orden?!“) Bände spricht. Er äußert ihm gegenüber Brigadegeneral Locke, seinem Vorgesetzten, dem er eigentlich Respekt zollen sollte. Der nächste Einsatz ist die Befreiung von Zivilisten aus Konzentrationslagern sein. Er sollte aber eigentlich erst sechs Stunden später beginnen, wenn die GDI Verstärkung erhalten hat. Havoc aber setzt sich über den Befehl seines Vorgesetzten mit der Begründung „Sie foltern Zivilisten, wir können nicht sechs Stunden warten! Schlagen wir zu!“ hinweg und fährt mit einem Luftkissenboot zum auf eigene Faust Einsatzort. Locke schickt ihm wutschnaubend die Verstärkung, die er aufbringen kann und Havoc gelingt es, die Zivilisten zu befreien.

Bei seiner Rückkehr zur GDI wird Havoc für einige Stunden inhaftiert. Als er aus der Haft entlassen wird, beantwortet er Lockes Frage, ob er die Zeit genutzt hätte, um ein wenig nachzudenken, damit, dass er schwöre, dass so etwas (Befehlsverweigerung) nicht wieder vorkommen würde, das meint er aber wohl eher ironisch als reumütig. Jetzt soll er einige Wissenschaftler (Dr. Ignatio Möbius, Sydney Möbius und Dr. Elena Petrova) aus den Fängen der Schwarzen Hand, Nods frisch gegründeter Elite-Einheit, befreien. Dabei werden ihm seine Gegner genauer vorgestellt: Carlos Mendoza, Sakuras neuer Liebhaber, General Gideon Raveshaw, der Anführer der Schwarzen Hand, der Havoc schon einmal begegnet ist (was vielleicht sein vernarbtes Gesicht erklärt) und Sakura, die zu Nod übergelaufen ist. Er dringt erfolgreich in den Stützpunkt ein, in den Nod die Wissenschaftler gebracht hat. Statt sich aber auf sein Ziel zu konzentrieren, versucht er – vielleicht aus Eifersucht – Mendoza zu erschießen. Dies misslingt ihm aber. Raveshaw flieht mit den bereits in ein Flugzeug gebrachten Wissenschaftlern und Mendoza stellt ihn zum Kampf, flieht aber, als er von Havoc verletzt wird. Havoc will nun in einem Flugzeug die Verfolgung antreten, muss dabei aber Sakura entgegen treten, die nach eigenen Angaben nicht mehr böse auf ihn ist (Vermutlich ging ihre Beziehung im Streit zu Ende, vielleicht ist das auch ein Grund für ihren „Verrat“), ihn aber dennoch töten müsse. Er schafft es, sie aus dem startenden Flugzeug zu schubsen, setzt sich in den Pilotensitz und provoziert Sakura weiter, die von einem Hubschrauber aus den Piloten vor Havoc warnen wollte. Sie schießt das Flugzeug daraufhin mit dem Hubschrauber ab und Havoc muss mit einem Fallschirm auf einer Insel landen, die sich im Griff von Nod befindet. Die GDI versucht gerade, die Insel zu stürmen und wird nun von Havoc tatkräftig unterstützt, er kann mit den Daten aus der Kommunikationszentrale auf der Insel die neue Position der Wissenschaftler heraus finden. Danach muss er erneut Sakura gegenüber treten, die ihm mit dem Hubschrauber bekämpft. Er schießt den Hubschrauber ab, der in einen Vulkan stürzt und somit eine Erosion auslöst. Havoc flieht zu Hafen, wo er sich an Bord eines U-Boots schleicht, mit dem einige Kriegsgefangene der GDI, die Nod machen konnte, transportiert werden. Das U-Boot erreicht ein großes Kriegsschiff der Bruderschaft. Havoc stürmt das Schiff, töten den obersten Maat und den Kapitän, befreit schließlich die Gefangenen und flieht mit ihnen. Er hat unterwegs auch die Torpedoröhren des Schiffs sabotiert, sodass es bei dem Versuch, die Fliehenden in dem U-Boot aufzuhalten, selbst in die Luft fliegt.

Mit den Daten von der Insel findet die GDI heraus, dass Nod die Wissenschaftler einer Festung, die die Zentrale der Schwarzen Hand darstellt, gebracht hat. Da diese schwer bewacht ist und mitten in einer von Nod besetzten Kleinstadt liegt, ist Locke der Auffassung, dass selbst Havoc diesen Einsatz nicht alleine schafft und hat bereits die verbliebenen vier Mitglieder der Dead Six vorgeschickt. Diese werden in ihrem Hubschrauber allerdings abgeschossen, überleben allerdings. Havoc fliegt nun ebenfalls in der Stadt und darf einer Hinrichtung von Zivilisten beiwohnen, woraufhin er in Rage die verantwortlichen Nod-Soldaten erschießt, die Aufmerksamkeit auf sich zieht und nun ebenfalls seinen Hubschrauber verliert. Er rettet sich abermals mit einem Fallschirm. Nun kämpft er sich durch die Stadt, kämpft einige weitere Male gegen Mendoza, rettet dabei die verstreuten Dead Six-Kämpfer und trifft sich schließlich mit ihnen in einer Kirche, welche sogleich von der Schwarzen Hand angegriffen wird. Er schlacht gemeinsam mit seinen Verbündeten die Angreifer zurück und geht – nun doch im Alleingang – zur Festung der Bruderschaft. Er findet die Wissenschafter in einem Kellergewölbe, wird aber von Sakura von hinten mit einer Waffe bedroht. Mit Hilfe von Sydney überwältigt er sie, wird daraufhin von Raveshaw in Empfang genommen, dem es, wie er sagt, nichts ausmachen würde, wenn er Sakura nun erschießt. Mendoza soll die beiden mit einem Flammenwerfer verbrennen, trifft aber das Tiberium und löst eine Explosion aus. Havoc gelingt es mit Sydney zu entwischen, muss aber die anderen beiden (Ignatio Möbis und Elena Petrova) zurücklassen. Mendoza stellt sich ihm abermals zum Kampf, versucht, als er wieder einmal verliert, Sydney umzubringen und stirbt schließlich an den Verletzungen, die Havoc im zufügt. Havoc und Sydney fliehen nach einigem Geplänkel zur Kirche in der Stadt. Vor seiner Rückkehr zur GDI zerstört Havoc noch einige Atomraketenabschussvorrichtungen, um die die Stadt zu retten, die von Nod ohne die Wissenschaftler als wertlos angesehen wird.

Havoc soll zusammen mit Sydney die anderen Wissenschaftler aus einem anderen Komplex der Bruderschaft befreien, wird aber von Tarntruppen der Schwarzen Hand in Gewahrsam genommen. Sakura befreit ihn aber. Er zettelt einen Ausbruch an, bei dem die Kriegsgefangenen der GDI schließlich die Kontrolle über die Einrichtung übernehmen. Er selbst macht sich nun mit einigen Hinweisen von Sakura auf den Weg zum Forschungskomplex und dringt tief in diesen ein. In einem Kellerlabor angelangt, muss er festellen, dass Dr. Elena Petrova eine Verräterin ist, die für Nod das Projekt ReGenesis realisieren soll. Dessen erster Zweck ist die Schaffung von Supersoldaten durch kontrollierte Tiberiummutation. Ihr erstes Versuchsobjekt ist Raveshaw, der durch die Mutation seinen Verstand verloren hat und den sie jetzt gegen Havoc antreten lässt. Havoc tötet den mutierten General, während Petrova die Zeit nutzt, um zu fliehen und Sydney erneut zu entführen. Dr. Ignatio Möbius ist aber noch vor Ort. Mit ihm kämpft sich Havoc wieder an die Oberfläche fort und erreicht einen GDI-Hubschrauber, der sie in Sicherheit bringt.

Petrova hat Sydney zu einem geheimen Labor in einem Tempel von Nod in einem schwer bewachten Stützpunkt gebracht. Genau diesen gilt es jetzt zu stürmen. Die GDI hat bereits damit angefangen, als Havoc das Bollwerk erreicht. Er legt es in Schutt und Asche. Jetzt erfolgt ein Ionenschlag auf den Tempel von Nod. Bevor Havoc das Heiligtum der Bruderschaft schließlich betritt, erhält er noch eine Kameraübertragung von Sakura, in der man sieht, wie die inzwischen selbst mutierte Petrova Kane Bericht erstattet. Als Havoc sie für ihre Entscheidung, wieder auf der Seite der Guten zu kämpfen lobt, weist sie ihn empört daraufhin, dass es für sie keine Seiten gibt. Havoc stürmt den Tempel von Nod und muss sich dabei ganzen Horden von Schwarze Hand-Soldaten und Mutanten stellen. Um das Labor von Petrova zu erreichen, muss er schließlich sogar durch ein tiberiumverseuchtes unterirdisches Gewölbe, in dem es von Mutanten nur so wimmelt. Jetzt tritt er Petrova entgegen, die gerade dabei ist, Sydney das Mutagen einzupflanzen, dass auch sie zur Mutantin werden lassen soll. Havoc wäre laut ihr der nächste Kandidat. Das Angebot weist er aber empört zurück und tötet stattdessen Petrova und ihre Leibgarde. Kane, der den Kampf beobachtet hat, spielt nun seinen letzten Trumpf aus und leitet den Start einer Atomrakete ein. Havoc befreit Sydney und die beiden dringen in das Raketensilo des Tempels vor, wo Sydney den Start der Rakete verhindert. Die beiden flüchten aus dem explodierenden Tempel und die Welt ist einmal mehr gerettet.

Der selbstverliebte Macho

Havoc präsentiert sich das ganze Spiel über in erster Linie als eines: Als ein selbstverliebter Macho, der immer einen Spruch auf Lager hat. Er hat weder Respekt vor seinem Vorgesetzten Locke, dessen Befehlen er sich widersetzt und den er nach einer Mission mit dem Satz „Wo ist mein Orden?“ begrüßt, noch vor Frauen, noch vor seinen Mitstreitern. Besonders Gunner, dessen Fähigkeiten eher beim Umgang mit schwerem Geschütz als bei Denkaufgaben liegen, scheint bei ihm auf wenig Verständnis zu stoßen. Er ist sowohl bei Sakura, als auch bei Sydney davon überzeugt, dass sie für ihn schwärmen würden. Während das bei Sakura durchaus zutreffen mag, lässt sich Sydney zwar gerne auf eine Stichelei mit ihm ein, lässt sich aber von ihm ansonsten wenig beeindrucken. Als er sie bittet, ihm möglichst nicht in den Hintern zu schießen, schaut sie nur etwas verdutzt in die entsprechende Körperregion bei ihm.

Dennoch ist Havoc bei seinen Verbündeten überaus beliebt und wird oft als Held empfangen. Nur die, die ihn näher kennen, scheinen von seinen Macho-Allüren wirklich zu wissen. In Tiberium Wars schließlich findet man in einigen Städten sogar Statuen, die sein Ebenbild wiedergeben und das immerhin fast 50 Jahre später. Bei den Fans kam Havoc zum Teil weniger gut an, da nicht jeder Spieler mit seinem Auftreten zu Recht kam. Hierzu sei gesagt, dass er wohl aber auch kein ganz ernst gemeinter Charakter ist, sondern mehr eine Persiflage auf diverse Action-Helden, die die Filmindustrie in den letzten Jahren so hervorgebracht hat.

Als positive Eigenschaft sei bei Havoc aber in jedem Falle sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn zu nennen, der ihn dazu bringt, sich wiederholt selbst in Gefahr zu begeben, um Zivilisten oder Verbündete zu retten.

Zitate

  • „Schwarze Witwe? Die fressen ihre Männchen, wie passend!“ (Zu Sakura, als sie sich mit diesem Codenamen bei ihm meldet)
  • „Sie wollen alleine gegen die ganze Mannschaft kämpfen?“ „Scheint ziemlich unfair, was? Vielleicht sollte ich mit links schießen!“ Einer der GDI-Gefangenen auf dem Schiff und Havoc
  • „Aber Havoc, Mann, jeder Idiot könnte das machen…“ „Ich weiß, du machst das schon richtig…“ (Gunner und Havoc)
  • Havoc und Sydney sitzen in einem Lastwagen und streiten sich „Kuh!“ „Schwein!“ „Nein, Kuh“ Man sieht, wie eine Kuh auf der Straße steht und Sydney den Wagen in letzter Sekunde wegdreht.
  • „Keinen Kuss zum Abschied?! Weiber…“ (zu Sakura, nachdem sie ihn befreit hat)
  • „Na toll, Dick und Doof für Arme! Wer von euch wer ist, könnt ihr unter euch ausmachen!“
  • „Raveshaw ist ein hirnloser Muskelprotz, in gewisser Hinsicht ein Fortschritt!“ (Havocs Bemerkung, als er dem mutierten Raveshaw entgegen tritt)
  • „Evolution? Für mich? Nein, danke, da bleibe ich lieber ein Höhlenmensch!“
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