Annabella Wu

Annabella Wu

C&C Tiberium Wars Story


Die Figur Annabella Wu

Annabella Wu ist eine Reporterin des Nachrichtensenders W3N in Dritten Tiberiumkrieg. Ihre Fähigkeit, über Menschen zu berichten, brachten ihr einen Bericht in der Gelben Zone von Atlanta ein. Ihre dortigen Erlebnisse rüttelten sie dermaßen auf, dass sie sich kein behütetes Leben in ihrer engen Wohnung in der Blauen Zone mehr vorstellen konnte. Sie erwirkte, dass sie trotz ihrer zu kurzen Dienstzeit zu einer Kriegsberichterstatterin wurde und die 22. Division von Michael McNeil begleiten durfte. Hier interviewte sie einige Soldaten und erlebte die Invasion der Scrin schließlich am eigenen Leibe mit. Dabei hat sie etwas von ihrer einstigen Unverfänglichkeit verloren. Sie wirkt härter und stark gealtert.

Im Auftrag von Redmond Boyle

Noch etwas mitgenommen vom Tod Jasmine Martinez’, die sich auf der Philadelphia befand, als diese von Nod abgeschossen wurde, beginnt für Annabella Wu der Dritte Tiberiumkrieg in ihrer Wohnung in der Blauen Zone von New York. Zu diesem Zeitpunkt ist sie noch eher unzufrieden mit ihrem Leben dort. Ihre Wohnung ist ihr zu klein und hat zu ihrem Leidwesen kein Fenster. Wie alle Bewohner lebt sie zudem in der permanenten Angst, mit Tiberium infiziert worden zu sein. Dann entdeckt sie eine Nachricht von ihrer Chefin Penny Sookdeo in ihrem E-Mail-Postfach, in der sie gebeten wird, sich zu melden. Zu ihrer Vorgesetzten hat sie ein gespaltenes Verhältnis, da sie sie einerseits respektiert, andererseits aber für humorlos und karrierebesessen hält. Außerdem war sie einst auf der Spam-Liste von Penny, da einer ihrer Berichte dieser nicht zusagte. Doch da mancher Beitrag – etwa ein immer wieder erwähnter, aber nicht näher erläuterter Report über die Wichtigkeit von Spielplätzen und Parks in der Blauen Zone – hatten ihr nicht nur hohe Zuschauerquoten (Klicks) gebracht, sondern auch den Respekt ihrer Chefin. Zudem hat sie hier ihre Fähigkeit über das menschliche zu berichten unter Beweis gestellt und verdankt diesem Umstand nun ihren neuen Auftrag: Sie soll über das Leben in der Gelben Zone in Atlanta berichten. Dies ist die einzige Gelbe Zone, die von der GDI bewacht wird.

Darüber ist Annabella nicht glücklich, denn eigentlich hätte sie viel lieber von der Front des frisch ausgebrochenen Krieges berichtet – schließlich bringt das die höchsten Zuschauerzahlen. Doch da sie nicht erfahren genug ist, wird ihr dieser Wunsch ausgeschlagen. Zudem ist dieser Bericht ein persönlicher Wunsch des neuen GDI-Direktors Redmond Boyle und um auch mal exklusives Material zu erhalten, stellt sich W3N stets gut mit der GDI-Führung. Deswegen macht sich Annabella auf den Weg ins Büro. Da zu dieser Zeit fast niemand mehr ein Auto besitzt, benutzt sie dafür wie alle öffentliche Verkehrsmittel. Unterwegs tarnt sie sich mit einem alten Gerät der Bruderschaft, da der Sender W3N gerne für die Dinge verantwortlich gemacht wird, über die er berichtet. So auch dieses Mal, als sich zwei Passagiere im Bus darüber beklagen, dass W3N nicht über Opfer eines Vorfalls berichtet und so nicht bekannt ist, ob ein Angehöriger noch lebt oder tot ist. In diesem Moment ist Annabella glücklich darüber, getarnt zu sein. Sie hilft den beiden dennoch, in dem sie ihre Opferlisten durchsucht und nicht fündig wird.

In der Gelben Zone

Mit einigem Material, was sie sich im Büro besorgen musste, macht sich Annabella widerwillig auf den Weg in die Gelbe Zone. Sie hat sich gemäß den Regelungen in der Gelben Zone sehr dick angezogen, zudem fällt ihr auf, dass der Zug, mit dem sie fährt, viel kürzer und leerer ist, als die, die sie sonst am Bahnhof gesehen hat. Die Dekontamination an der Grenze von der Blauen Zone New Yorks und der Gelben Atlantas verläuft dabei eher harmlos. Ihr fällt dabei der Unterschied zwischen den beiden Lebensräumen auf: Hat sie in der Blauen Zone noch schwer bewachtes Ackerland gesehen, findet sie sich nun in einem von Tiberium verseuchten Ödland wieder. Außerdem überrascht sie, wie leer gefegt die Straßen sind.

In Atlanta angekommen, fällt ihr gleich auf, wie wenig Wert man hier auf Förmlichkeiten, wie einen Händedruck, oder Titel, wie Bürgermeister legt, als sie beim Bürgermeister Liebnitz und dessen Assistenten Patel vorbildlich wird. Auch wundert sie sich darüber, dass sie im Hotel einen Schlüssel überreicht bekommt und nicht per Bioscanner von der Tür erkannt wird. Schlussendlich muss sie sich noch darüber wundern, wie ärmlich Liebnitz trotz seines Amtes wohnt und mit wie vielen Familien er sich seinen Raum teilen muss. Sie wird mit einem großen Maß an Herzlichkeit und Freundlichkeit vom Bürgermeister, nur eine Frau namens Terise Plashko scheint sie nicht sonderlich zu mögen.

Am nächsten Tag ist sie mit Bürgermeister Liebnitz und seinen Assistenten unterwegs, als ein Ionensturm aufzieht. Annabella muss dabei erfahren, wie selbstverständlich der Umgang mit dem tödlichen Tiberium ist und wie wenig man sich um den Konflikt mit Nod schert, der hier nicht statt zu finden scheint. Einige Kinder auf der Straße gehen erst in letzter Sekunde vor dem Sturm in Sicherheit. Den Sturm zu beobachten findet sie dabei erstaunlich schön, nur ist sie froh, dass der Chauffeur des Bürgermeisters sie rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat.

Zu einem Schlüsselerlebnis wird für sie schließlich der Besuch in einem Krankenhaus für Tiberiumpatienten, in dem sie spezielle Schutzkleidung tragen muss, in das sie ihre Kamera aber nicht mit hinein nehmen darf. Gleich als sie ins Krankenhaus kommt, wird sie Augenzeuge, wie ein Mann daran stirbt, dass sein Magen vom Tiberium zerrissen wird. Sie ist außerordentlich schockiert darüber, da sie zwar schon Bilder von Tiberiumpatienten gesehen hat, diese aber die Realität und den Geruch dabei nicht annähernd widerspiegeln. Trauriger Höhepunkt des Besuchs ist aber der Anblick eines etwa 13jährigen Jungens, dessen Gesicht und Arm bereits mit Tiberium befallen ist. Ein Arzt teilt ihr mit, dass dieser Junge nicht mehr lange zu leben hat.

Den Abend verbringt Annabella zusammen mit Terise, die sie zwar nicht leiden kann, die ihr aber offenbar etwas zeigen will und sie deshalb zu einem Besuch in einem Nachtclub eingeladen hat. Hier lernt Annabella eine ganz neue Form von Musik kennen: Die Lieder, die hier gesungen und gespielt werden, sind wesentlich emotionaler, als alles, was sie bisher im Radio in der Blauen Zone gehört hat. Außerdem erzählt Terise ihr etwas, dass sie bisher nicht wusste: Dass Atlanta eigentlich zur Blauen Zone gehören sollte. Die GDI hat in einem Versuch, Hurrikans zu verhindern, das Wasser mit der Ionenkanone aufgewärmt und dabei Tiberium zur Explosion gebracht, dass in unterirdischen Kanälen Floridas gewesen ist. Dies führte dazu, dass die GDI den Bereich zu einer Gelben Zone machen musste und dennoch sehr aktiv hier ist und Nod kaum Einfluss hat. Terise begründet so, dass sie Annabella nicht mag: Sie hat das Leben, dass sie selbst gehabt hätte.

Nach einem weiteren Arbeitstag kehrt Annabella übermüdet ins Hotel zurück und bekommt die Tür nicht auf, als sie von einem Mann angesprochen wird. Dieser stellt sich als Mister Anspaugh vor und gibt sich als Mitglied der Bruderschaft von Nod zu erkennen. Außerdem trägt er ein Gerät bei sich, das unterbindet, dass das nun folgende Gespräch aufgezeichnet wird. Er versucht sie dazu zu bewegen, sich auf die Seite der Bruderschaft zu schlagen, doch sie lehnt ab, da sie kein Verständnis dafür hat, dass Nod das Tiberium anbetet.

Von diesen Erlebnissen traumatisiert, kehrt sie schließlich in die Blaue Zone zurück. Doch ist ihr Spießrutenlauf noch nicht ganz beendet. An der Grenze wird dieses Mal ein wesentlich gründlicherer Dekontaminationsprozess vollzogen. Annabella muss all ihre Sachen abgeben, hat dabei keine Wechselkleidung mit und muss einen GDI-Overall anziehen. Ihr ganzer Leib wird mit einer Substanz bedeckt, die sich verfestigt und auf überaus schmerzhafte Weise wieder abgezogen werden muss. Um eine weitere schlechte Erfahrung reicher, darf sie dann aber schließlich doch nach Hause zurück kehren.

Direkt von der Front

Wieder im Büro von Penny Sookdeo wird Annabella von dieser aufgefordert, jedwedes Material über den Nod-Rekrutierungsbeauftragten aus ihrem Bericht zu schneiden, worüber sie empört ist, da sie dies für Zensur hält. Penny denkt aber politisch und weiß, dass die GDI nicht erfreut wäre, wenn die Bevölkerung davon erfährt, dass Nod in einer ihrer Zonen Menschen rekrutiert. Stattdessen will sie das Material als Druckmittel benutzen: Annabella beschreibt Mister Anspaugh, dafür darf die W3N mit einem Reporter direkt von der Front berichten. GDI Kommunikationsoffizierin Sandra Telfair willigt ungerne ein, hat aber keine andere Wahl. Annabella will diejenige sein, die jetzt von der Front berichten wird, da sie nach ihren Erfahrungen in der Gelben Zone ihr geordnetes Leben in ihrer Wohnung nicht mehr zu ertragen glaubt. Penny will zunächst ablehnen, da sie noch nicht lange genug dabei ist. Daran denkend, wie gut Annabella aber über Menschen berichten kann, gewährt sie ihr aber schließlich diesen Wunsch.

Bei den GDI-Truppen der 22. Division angekommen, wird sie von McNeil offiziell vorgestellt und auch wenn dieser anordnet, dass sie gut behandelt wird, sind die Soldaten wenig begeistert über diese neue Beobachterin. Ricardo Vega muss sich besonders über sie ärgern: Er hat sich freiwillig gemeldet, seinen Zug mit neuen experimentellen Laserwaffen auszurüsten und Annabella filmt ihn dabei, während seine Männer deswegen zu meutern anfangen und er einen internieren lassen muss. Dennoch erklären sich etliche Soldaten zu einem Interview bereit, was sie natürlich nicht müssen. So erfährt Annabella einiges über den Hintergrund der Männer. Vegas Sichtweisen zum Thema Krieg findet sie hierbei besonders interessant.

Schließlich darf sie hautnah miterleben, wie die Männer der GDI von den auf der Erde eintreffenden Scrin überrannt werden. Sie steht zwar nicht direkt auf dem Feld, doch erlebt sie in der Kommandozentrale, wo die Übertragungen eintreffen, alles mit und hat wie immer ihre Kamera-Drohne im Feld. Als die Männer schließlich in ihrer Verzweiflung die Rote Zone stürmen, um den dortigen Alien-Turm zu zerstören, ist sie schockiert darüber, was ihre Drohne für Bilder überträgt. Als die Scrin dann schließlich besiegt sind, gewährt sie dem an der Tiberiumseuche sterben Alessio Bowles einige letzte Worte und fast zusammen, dass die 22. Division als Helden der Menschheit angesehen werden können. Wie ihre Chefin Penny fest stellt, als sie den Bericht sieht, wirkt sie dabei um mehrere Jahre gealtert.

Vom hysterischen Prinzesschen zur gezeichneten Berichterstatterin

Am Anfang macht Annabella Wu einen eher verwöhnten, hysterischen Eindruck. Es wird erzählt, dass sie bei einer grünlichen Färbung ihrer Haut in der Jugend eine Panikattacke bekommen hat, sich im Nachhinein aber herausstellte, dass es sich lediglich um eine Goldallergie handelte. Das hatte zur Folge, dass ihr damaliger Liebhaber sich von ihr trennte. Auch ist sie mit der Wohnung, in der sie lebt, unzufrieden, da sie ihr zu klein ist und kein Fenster enthält. Ihre Tage in der Gelben Zone ändern aber ihre Sicht der Dinge. Sie erträgt die geordneten Verhältnisse in der Wohnung nicht mehr, nachdem sie gesehen hat, wie die Menschen in der Gelben Zone das Leben meistern müssen und auch die wirklichen Folgen des Tiberiums gesehen hat. Nach ihrer Berichterstattung über die 22. Division ist es noch schlimmer geworden, da sie nicht nur ihren freundlichen Gesichtsausdruck, der sie einst so kameratauglich machte, verloren hat, sondern gealtert wirkt. Sollte es jemals einen neuen Roman geben, bliebe abzuwarten, wie es mit Annabellas Karriere weiter geht.

Zitate

  • „Auch die Beulenpest veränderte das Antlitz Europas im Mittelalter. Wollen Sie sagen, dass die Menschen damals diese Plage auch hätten akzeptieren sollen? Hätten Sie vielleicht die Ratten anbeten sollen, die die Krankheit übertrugen?“ Zum Nod-Rekrutierungsbeauftragten, als dieser ihr deutlich machen will, dass sie das Tiberium akzeptieren soll.
  • „Wir leben in einer Welt voller Krankheit, Tod und Katastrophen, und es wäre ein Leichtes, aufzugeben und zu sagen, dass es keine Hoffnung gibt. Aber ich habe das Gesicht der Hoffnung gesehen, und es gehört diesen Männern und Frauen, die sich entschieden haben, der Welt zu dienen, indem sie diese gegen jene verteidigen, die sie vernichten oder den Schrecken des Tiberium unterwerfen wollen.