Mit den ersten Zeitungen wuchs das Interesse an der Weltpolitik. Kriege waren nun nicht mehr fern. Jeden Tag konnten die neuesten Ereignisse nachgelesen werden. Der erste Kriegsberichterstatter überhaupt war William Howard Russell.
Die Times hatte ihn 1853 aufs Schlachtfeld des Krimkrieges geschickt. Russell selbst zog mit in den Kampf und gab unverhohlen die Wahrheit wider. Doch mit der zunehmenden Zahl an Kriegsberichterstattern wuchs auch die Zensur.
Im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861bis 1865 gab es weder auf der Seite der Nordstaaten noch auf der Seite der Südstaaten Nachrichten, die nicht zensiert wurden. Militärs, insbesondere führende Generäle wie William T. Sherman, hassten Journalisten und betrachteten sie als gefährliche Spione. Selbst im Ersten Weltkrieg wurden Kriegsberichterstatter als Spitzel angesehen. Als die USA 1917 in den Krieg eintraten, wurden erst einmal sämtliche Zeitungshäuser und Radiostationen überprüft. Und wenn ein Journalist doch etwas preisgab, was nicht an die Öffentlichkeit dringen sollte, wurde er sofort nach Hause geschickt.
Im Zweiten Weltkrieg sollte die Lage der Auslandskorrespondenten nicht besser werden. Präsident Roosevelt richtete 1941das so genannte Office of Censorship ein. Etwa 10.000 Mitarbeiter waren dafür zuständig, Filme, Berichte, Artikel, Briefe und Ähnliches zu prüfen, damit keine wichtigen Informationen an den Feind gingen. Auch Fotografien amerikanischer Gefallener durften in den ersten beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges nicht veröffentlicht werden.
Von Pressefreiheit war im Vietnamkrieg schließlich gar nicht mehr zu sprechen. Die Vereinigten Staaten prüften, zensierten und urteilten. Gab es hier zwar ausführliche Reportagen und die ersten Bilder im Fernsehen, wurde über den Falklandkrieg 1982 kaum berichtet.
Die Kriegsberichterstattung kam erst wieder in Schwung, als 1991 der Zweite Golfkrieg im Irak ausbrach. Jetzt wurden Bilder in die Welt geschickt - von fliegenden Raketen, schießenden Soldaten und sterbenden Zivilisten. Doch noch immer werden Informationen geheim gehalten, Aufnahmen und Fotos verborgen und die Welt vom eigentlichen Geschehen in den Kriegsgebieten nur unzulänglich informiert.