Viele Halbwahrheiten geistern hier. Als gebürtiger Görlitzer, der 22 Jahre direkt an der polnischen Grenze gewohnt hat, kenne ich die Polen ganz gut. Jeder Nation wehen gewisse negative Resentiments entgegen, die sich im Laufe der Geschichte gebildet haben.
Meiner Meinung nach gibt es in Polen genauso viele gute wie schlechte Beispiele an menschlichen Zügen wie in Deutschland.
Ich habe die Polen als überaus fleißig kennengelernt, sie sind sehr engagiert und machen jede Arbeit, ohne großen Trubel (Stichwort: Erntehelfer). Sie haben auch einen wesentlich größeren Ehrgeiz und sind aufgrund vielen Mangels Lebensimprovisationskünstler.
Negatives wird halt eher wahrgenommen als Positives und es hält sich auch länger in den Köpfen. Wer den Menschen im Osten unvoreingenommen begegnet, seine eh nur mündlich überlieferten (die meisten hier waren weder in Polen noch kennen sie Polen) Klischees einpackt und sich auf eine Verständigung einlässt, der wird seine Meinung ändern.
Enttäuscht werden kann man immer. Aber dafür gleich ein ganzes Volk verantwortlich zu machen ist lächerlich. Denn Entäuschungen habe ich von Polen wie Deutschen gleichermaßen erfahren.