Afterhour – Afterhours wurden für Menschen erfunden, denen Schlaf nicht so wichtig ist. Wenn morgens auf dem Dancefloor das Putzlicht angeht, ziehen sie einfach weiter – und feiern in speziellen Afterhour-Clubs bis zum nächsten Abend durch. Das funktioniert oft nur mit ganz viel Koffein – oder anderen Wachmachern.
Bad Taste Partys – Hier treffen sich Cyndi Lauper-Doubles mit Vanilla-Ice-Verehrern, um ihren schlechten Geschmack (engl. bad taste) zu feiern. Genauso gruselig wie die Outfits der Gäste ist auch die Musik. Songs von Snap und Blümchen gehören zum Standard-Repertoire jedes ordentlichen Bad Taste-DJs.
Chill Out-Area – Vom Dancefloor abgetrennter Bereich eines Clubs oder einer Disko, in dem sich die Gäste bei vergleichsweise leiser Musik entspannen und unterhalten können.
Dresscode – Die vom Veranstalter einer Party vorgegebene Kleiderordnung, nach der sich die Gäste zu richten haben. Tabu sind im Allgemeinen: kurze Hosen, Flip Flops, Batik-Shirts. Für Ausnahmen siehe Buchstabe B.
Erektion – Körperliches Symtom sexueller Erregung bei Männern, das durch enges Tanzen und Küssen ausgelöst werden kann.
Flatrate-Partys – Hier kann man für einen Pauschalpreis so viel Alkohol trinken wie man möchte. Leider endet das oft im Koma. Deshalb gilt der Begriff »Flatrate« inzwischen als problematisch - und wird immer häufiger durch das Kürzel »VIP« ersetzt. Einziger Unterschied: der Pauschalpreis fällt weg, es wird ganz umsonst gesoffen.
Gästeliste – Ein Zauberwort, mit dem man ohne Eintrittsgeld in einen Club kommt. Auf der Gästeliste stehen üblicherweise Geschäftspartner des Veranstalters und Medienvertreter – und deren Freunde, Nichten, Cousinen, Neffen, Enkel, Halbgeschwister, Großeltern, Arbeitskollegen, entfernte Bekannte sowie andere »sehr wichtige« Menschen.
Hängenbleiben – Gefürchtete Nebenwirkung bei der Einnahme von halluzinogenen Drogen, bei der der Konsument nach dem Drogenkonsum nicht komplett in die Realität zurückkehrt - und all zu oft in der Psychiatrie landet.
Ische – Vulgärsprachlicher Terminus für »Mädchen«. Das Wort stammt ab vom Hebräischen »issah« und hat im Deutschen eine stark abwertende Konnotation.
Jägermeister – Kräuterlikör mit einem Alkoholgehalt von 35%, der vor allem eisgekühlt oder als Mischgetränk getrunken wird. Er zählt zu den beliebtesten Party-Getränken und ist die erfolgreichste deutsche Export-Spirituose.
Korb – Ihn hat man bekommen, wenn ein wenig origineller Bagger-Versuch wie »Bist Du öfter hier?« mit einem beherzten »Ja, hier kann man so schön allein sein« quittiert wurde. Aber keine Panik: der Korb gehört zum Flirten, wie die Krise zum Kapitalismus. Hier wie dort gilt: einfach weitermachen.
Lecker – Adjektiv, das unter Jugendlichen oft als Synonym für attraktiv oder sexy verwendet wird.
Move – Englisch für Bewegung, Schritt. Bezeichnet verschiedene Flirtaktivitäten, wie die erste verbale Kontaktaufnahme oder den ersten Kuss.
Nuttendiesel – Jugendslang für billiges Parfüm in starker Dosierung.
One-Night-Stand – Was nur wenige wissen: der Begriff bezeichnete ursprünglich ein »einmaliges Gastspiel« eines Theater- oder Schaustellerensembles. Heute steht er für einmaligen Sex mit einem Partner, den man meist erst am gleichen Tag kennen gelernt hat. Laut einer Umfrage des Neon Magazins hatten 47 % der Deutschen zwischen 20 und 24 Jahren schon mal einen One-Night-Stand. Er ist vom so genannten »Quickie« zu unterscheiden (siehe Buchstabe Q).
Promille – Mit dem Promille-Wert wird der Blutalkohol-Gehalt angegeben. Die gesetzliche Obergrenze im Straßenverkehr liegt bei 0,5 Promille. Ein Wert von 1,1 Promille gilt unabhängig von einem Unfall oder auffälliger Fahrweise als Straftat. Deshalb unbedingt Auto stehen lassen, wenn Alkohol im Spiel ist.
Quickie – Spontaner Sex von kurzer Dauer, bei dem ein Vorspiel nur sehr verkürzt stattfindet oder ganz entfällt. Er ist auch in festen Partnerschaften üblich. Im Nachtleben finden Quickies oft in einer Toilettenkabine statt.
Ratio – Nennt man das Verhältnis von weiblichen und männlichen Gästen in einem Klub. An ihr bemisst sich die Chance, einen neuen (Sex-)Partner kennen zu lernen. Die Definition einer »guten« Ratio variiert je nach Geschlecht und sexueller Orientierung. Für männliche Heteros gilt sie ab einem Frauenanteil von über 60%.
Smirten - Neologismus, dessen Verwendung seit der Einführung des Rauchverbots in der Gastronomie stark zugenommen hat. Er leitet sich aus den englischen Verben »smoke« und »flirt« ab und bezeichnet die Kontaktaufnahme im Raucherbereich.
Tussitreff – Jugendslang für Damentoilette. Der Begriff bezieht sich auf die unter Frauen weit verbreitete Angewohnheit, den Toilettenbesuch für eine Unterhaltung mit Freundinnen und den Austausch von Schminktipps zu nutzen.
Ueber-30-Partys – Tanzveranstaltungen, die sich ausdrücklich an ein älteres Publikum (über 30 Jahre alt) richten. Die klassischen Charakteristika einer Ü-30-Party sind: abgedroschene Musik, sehr konservativ gekleidete Gäste und unattraktive DJs mit Halbglatze.
Vorspiel – Im Nachtleben bezeichnet das Wort ein soziales Phänomen, bei dem sich potentielle Partygäste bereits Stunden vor dem Betreten eines Klubs mit Freunden in einer Privatwohnung oder vor einem Spätverkauf treffen, um so viel Alkohol wie möglich zu trinken. Die Teilnehmer eines Vorspiels glauben, damit die oftmals hohen Gastronomie-Preise für alkoholische Getränke umgehen zu können.
Wasser – Wundermittel, das die Nebenwirkungen von übermäßigem Alkohol-Genuss beträchtlich lindert. Wer vor dem Schlafengehen 1 Liter Wasser trinkt, hat am nächsten Morgen deutlich weniger Kopfschmerzen.
XTC – Abkürzung für die illegale Partydroge Ecstasy, die vor allem in der Technoszene weit verbreitet ist.
Young At Heart – Sprachliche Wendung für älteren Menschen, die von sich behaupten, »im Herzen jung« geblieben zu sein und daraus das Recht ableiten, zu später Stunde in angesagten Clubs zu tanzen. Siehe auch Buchstabe H.
Zivte – Abfälliges Wort für einen Polizisten, der verdeckt (in zivil) arbeitet, sich also nicht durch eine Uniform zu erkennen gibt. Zivten sind aufgrund entsprechender Gesetze, die Minderjährigen den Zutritt zu Clubs und den Genuss zahlreicher alkoholischer Getränke untersagen, im Nachtleben gefürchtet. Sie sind oft nur schwer zu identifizieren.
