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Zuerst mal auszugsweise ein Bericht aus dem Spiegel vom 07.05.04
Amerika im Angesicht seiner selbst, gelähmt durch seine Repräsentanten, beschämt durch seine Taten. Die politischen oberen zehntausend hatten es nichtmal für nötig befunden, sich zu entschuldigen und taten dies erst nachdem sich diverse Mächte empörten. Sie bemühen sich derzeit nicht mal um eine Entschädigung sondern jammern nun lieber, was es doch für verheerdende Auswirkungen auf deren weltweites Ansehen und Machtstellung bedeutet. Also selbst nach einem solchen global aufschreckendem Skandal steht deren pride&democracy i Vordergrund. Was ist mit den Opfern? Es ist für einen gläubigen Iraker schon eine totale Entehrung und Entwürdigung, sich komplett nackt auszuziehen. Und man vergewaltigte sie mit Besenstielen und Leuchtfeuerkapseln! Was für ein "Vorbild"möchte die USA verkörpern, wo amnesty internional schon vor einem Jahr die Alarmglocken schlug. Ist es eine gesamt-amerikanische Schuld oder die der einzelnen Täter/innen??? Ist die Schuldfrage eigentlich noch wichtig oder wäre es jetzt wichtiger, sich um die Sanierung zu kümmern, gleich welcher Art?
"Das Biest in uns allen"
Von Marc Pitzke, New York
Der Folterskandal von Abu G****ib stürzt die USA in eine Sinnkrise. Das nationale Selbstbild ist erschüttert. Während Pentagon-Chef Donald Rumsfeld heute vor dem Senat Rechenschaft ablegen muss, beginnen sich andere die Frage nach kollektiver Verantwortung zu stellen.
New York - Amerika ist nicht mehr das, was es mal war. Das bekamen jedenfalls die rund 500 Marktforscher und Werbefachleute zu hören, die sich gestern nachmittag in einem Ballsaal des Millenium Hotels am New Yorker Times Square versammelt hatten. Die Consulting-Firma NOP World hatte sie zu einem Seminar geladen, dessen Thema kaum trefflicher sein konnte: Wie könne sich das alte Gütesiegel "made in USA" weltweit gegen "die wachsende antiamerikanische Stimmung" behaupten?
NOP-Direktor Tom Miller hatte schlechte Nachrichten für die PR-Manager solcher Konzerne wie Kraft, UPS und Bristol-Myers Squibb. "Das Ansehen amerikanischer Kultur und Produkte bei den Verbrauchern in Übersee", zitierte Miller aus einer NOP-Umfrage in 30 Ländern, sei seit Januar "rapide gesunken" und liege so niedrig wie seit fünf Jahren nicht. Die Zeiten, da US-Markennamen automatisch für "Internationalismus, Gleichheit und andere altruistische Werte" stünden, seien vorbei. Vor allem zu spüren sei das in Saudi-Arabien, Ägypten, Schweden, der Türkei, Spanien, Italien, Frankreich - und Deutschland.
Eine kaum schockierende Nachricht, angesichts der geopolitischen Gefühlsaufwallungen, die der Irak-Krieg verursacht hat. Und doch so bezeichnend an einem Tag, da sich die Debatte um den Folterskandal von Abu G****ib in den USA zu einer kritischen Debatte ums eigene, nationale Selbstwertgefühl zu wandeln begann - eine Debatte um amerikanische Werte und moralische Grenzen im Krieg, um Schuld und Mitschuld, individuell und als Gesellschaft.
Kids als Folterknechte
Denn die Bilder der von US-Soldatenhand gemarterten Iraker haben hier - neben Schock, Scham und den Fragen nach der politischen Verantwortung - auch eine schmerzhafte Introspektive losgetreten. Es ist die erste solche seit Kriegsbeginn, allein das schon bemerkenswert, und eine, die heute, mit dem Canossa-Gang von Pentagon-Chef Donald Rumsfeld vor den Verteidigungsausschuss des wütenden Senats, erst recht losgehen dürfte.
Abu G****ib, hat US-Präsident George W. Bush zwar gesagt, "steht nicht für das Amerika, das ich kenne". Und doch waren die Folterknechte keine grotesken Monster, sondern Kids aus den Appallachen, aus dem ärmsten Bundesstaat, High-School-Absolventen auf der Suche nach einer Zukunft, Amerikaner eben. "Diese Fotos sind wir", schreibt die "Washington Post". "Wir sind kollektiv dafür verantwortlich, was diese Individuen angerichtet haben."
Das ist ein neuer, gewagter Ton. "Die meisten von uns", sagte gestern auch der US-Menschenrechtsexperte John Conroy, der die Psychologie der Folter in seinem Buch "Unspeakable Acts" erforscht hat, "sind zu so was in der Lage." Eine bittere Erkenntnis für ein Land, das seine Werte, ob Markennamen oder Militärdoktrinen, in die Welt exportiert und, so Bush, "im Konflikt zwischen Gut und Böse" als "die moralische Nation" stets das Gute für sich beansprucht.
Dieses "amerikanische Überlegenheitsgefühl", wie es der Politologe Michael Mandelbaum genannt hat, bröckelt - lange schon von außen, nun auch von innen. Die Folterbilder, schreibt der konservative Kolumnist Andrew Sullivan in seinem Weblog, hätten auf brutale Weise bewiesen: "Amerikaner sind nicht besser und nicht schlechter als Menschen anderswo auch."
Diskussion um das nationale Gewissen
In den Kerkern von Abu G****ib ging so nicht nur die Würde einer ehrenvollen Armee kaputt. Sondern, so die "Washington Post", vor allem auch "unser nationales Selbstbild". Diesem Selbstbild zufolge seien Sieg und Ruhm nämlich bisher immer die Verdienste aller gewesen, Niederlagen und "barbarische Akte" dagegen das Werk weniger Individuen, für die das "nationale Gewissen" keine Verantwortung empfinden müsse, geschweige denn Mitschuld.
Damit ist es aus. Es war die "Washington Post", die sich als eine der ersten auf dieses Eis wagte, mit einem Beitrag ihrer Kolumnistin Anne Applebaum. Die erinnerte, ausgerechnet, an den Wirbel um das Brandbuch "******'s Willing Executioners", in dem der Harvard-Professor Daniel Goldhagen 1996 die Mitschuld des deutschen Volkes an den NS-Gräueln untersuchte. "Jede Kultur", resümierte Applebaum unter Verweis auf Goldhagens kontroverse Thesen, "ist unter den richtigen Bedingungen zu furchtbaren Grausamkeiten in der Lage." Also auch die USA, "das Leuchtfeuer der Demokratie". Dafür habe Abu G****ib den "fürchterlichen Beweis" geliefert: "Die Verantwortlichen begingen diese Taten nicht, weil sie Amerikaner waren, obwohl das einige sicher sagen werden. Dass sie Amerikaner waren, hat sie aber auch nicht abgehalten."
Das Werk des Herrn - und seine Folgen
Warum sich diese vergrabenen Instinkte in Abu G****ib so hemmungslos entfalten konnten, dafür werden etliche Erklärungen offeriert. Die klarste kommt von Außenminister Colin Powell: "Im Krieg passieren solche scheußlichen Dinge ab und zu schon mal."
Selbst im rechten Bush-Lager ist politische Revision angesagt: Dass "Osama & Co." ein so prächtiges Jahr gehabt hätten, beklagt etwa William Lind, der Direktor des erzkonservativen Centers for Cultural Conservatism, sei nicht der "Brillanz" der Terroristen zuzuschreiben, "sondern dem krassen Herumprotzen unsererseits".
Amerika im Angesicht seiner selbst, gelähmt durch seine Repräsentanten, beschämt durch seine Taten. Die politischen oberen zehntausend hatten es nichtmal für nötig befunden, sich zu entschuldigen und taten dies erst nachdem sich diverse Mächte empörten. Sie bemühen sich derzeit nicht mal um eine Entschädigung sondern jammern nun lieber, was es doch für verheerdende Auswirkungen auf deren weltweites Ansehen und Machtstellung bedeutet. Also selbst nach einem solchen global aufschreckendem Skandal steht deren pride&democracy i Vordergrund. Was ist mit den Opfern? Es ist für einen gläubigen Iraker schon eine totale Entehrung und Entwürdigung, sich komplett nackt auszuziehen. Und man vergewaltigte sie mit Besenstielen und Leuchtfeuerkapseln! Was für ein "Vorbild"möchte die USA verkörpern, wo amnesty internional schon vor einem Jahr die Alarmglocken schlug. Ist es eine gesamt-amerikanische Schuld oder die der einzelnen Täter/innen??? Ist die Schuldfrage eigentlich noch wichtig oder wäre es jetzt wichtiger, sich um die Sanierung zu kümmern, gleich welcher Art?

) den irakern besenstiele und leuchtröhren in den hintern gesteckt hat,sie sich nackt ausziehen mussten und sexuelle handlungen vollziehen musste...

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