Geheimgefängnisse sind definitiv faschistoid und haben in einem demokratischen Rechtsstaat nichts verloren. Punkt. Das Entführen von Verdächtigen ist auch nicht grad die feine englische Art, aber ich bin damit einverstanden, sofern der Entführte bereits in einem rechtskonformen Prozess schuldig gesprochen wurde oder wenn er entführt wird, um ihn vor ein rechtskonformes Gericht zu stellen.
Leute aus befreundeten Staaten zu entführen (wie der CIA das in Italien gemacht hat) ist allerdings sehr fragwürdig, weil das impliziert, dass der Verdächtige nicht eindeutig schuldig ist, denn ansonsten würde der befreundete Staat den doch höchstwahrscheinlich ausliefern.
Geheimdienste sind übrigens nicht die komplett autonomen bösen, vom Staat nicht kontrollierbaren Staaten im Staat als die sie oft dargestellt werden. Der Staat hat natürlich volle Kontrolle über die Aktionen und Operationen seines Geheimdienstes und ist sich auch völlig im Klaren darüber, dass der auch weniger legale Aktionen abzieht. Über die Einzelheiten wissen die Regierungen natürlich nicht Bescheid und zwar aus einem einfachen Grund: 100% glaubwürdiges Dementi ("Ich hab davon nichts gewusst!").
Die US-Regierung weiß also natürlich dass der CIA Leute entführt und in geheimen Gefängnissen (falls denn was dran ist) einsperrt, immerhin hat sie den CIA dazu ermächtigt bzw. damit beauftragt. Dass sie jetzt so blöd dastehen haben sie dem Umstand zu verdanken, dass der CIA offenbar absolut dilettantisch arbeitet.
Einen guten Geheimdienst erkennt man ja daran, dass der Dreck, den er am Stecken hat, nicht ans Tageslicht kommt.