Behandlungsmassnahmen nach einem Giftschlangenbiss:
1. Nicht in Panik geraten.
2. Sofortiges Abbinden oberhalb der Bissstelle. Vorsicht, dass die abgebundene Stelle nicht abstirbt!
3. Sofortiges Aufschneiden und Aufsetzen eines Schöpfkopfes auf die Bissverletzung oder Aussaugen derselben, falls keine hohlen Zähne im Munde und an den Lippen keine Schleimhautrisse vorhanden sind.
4. Ruhigstellung des Patienten und des verletzten Körperteils.
5. Sofortiges Aufsuchen eines Krankenhauses oder einer Arztpraxis, in denen man sich einigermassen mit Unfällen durch Giftschlangen auskennt.
6. Verabreichung von mono- oder polyvalentem Schlangenserum, sofort oder möglichst schnell, intravenös und in grosser Menge (bei mittelschweren Fällen 30 bis 50 ccm, bei schweren Fällen 60 bis 100 ccm).
7. Verabreichung von Calciumpräparaten und Antihistaminen bei Serumallergien.
8. Verabreichung von Antibiotika, Tetanus- und Gasgangrän-Antitoxinen.
9. Infusionen physiologischer Kochsalz- und Glucoselösungen und in besonders schwerwiegenden Fällen Bluttransfusionen. Nach einem Giftschlangenbiss kann eine Blutuntersuchung zur Ermittlung der Blutgruppenzugehörigkeit zu falschen Ergebnissen führen!