Clemens said:
@touji
dass der hersteller die mankos ausm weg räumt, wird wohl nie passieren, wenn er nicht gesetzlich dazu verpflichtet wird(was auch kompliziert und unrealistisch ist)
microsoft würde sich so ja selbst ein ei legen
Spätestens wenns am Geldbeutel wehtut wird man schon von allein auf die Idee kommen, dass es sinnvoll ist quelloffene Standards zu unterstützen, oder Standards im allgemeinen. Zuerst hat sich das ja nur im kleinen Rahmen bemerkbar gemacht, indem ein paar Städte wie Wien oder München zu Linux wechseln, um nicht von einem Hersteller abhängig zu sein, aber inzwischen zieht das immer weitere Kreise: Die Verwaltung von Massachusetts wird in Zukunft nur noch auf offene Dokumentenformate setzen, ein entsprechender Gesetzesvorschlag ist kurz vor der Umsetzung, in Peru ist ein ähnliches Gesetz schon verabschiedet und auch in der EU gibt es ähnliche Bestrebungen usw. usw. So geht häppchenweise die Kundschaft flöten. Früher oder später wird auch Microsoft das nicht mehr ignorieren können. Da dürfte sich der Aufwand des Einbaus einer Exportfunktion in OpenDocument oder ein anderes, auch von der Konkurrenz problemlos lesbares, Format lohnen. Dann wär MS Office in Ländern wie Mass. oder Peru zumindest wieder eine Option.
Die Vorteile dieser Formate sind ziemlich eindeutig:
- die Ämter, Behörden und auch die Bevölkerung der obengenannten Länder können ihre digital erstellten Dokumente problemlos austauschen und lesen, ohne dass man dazu die Software eines einzelnen Herstellers haben muss. (Die elektronische Steuererklärungssoftwäre
ELSTER setzte z. B. lange Zeit Windows vorraus. Das ist sicher kein Beispiel mit Vorbildfunktion.)
- es sind auch dann noch alle Dokumente lesbar, wenn es einen Softwarehersteller schon lange nicht mehr gibt, da der Quellcode des Formates, in welches gespeichert wurde, für jeden einsehbar ist oder zumindest sehr gut dokumentiert ist, sodass der Import auch in zukünftige Software nicht unnötig erschwert wird. (Wer weiß ob *.doc-Dateien ins 20, 30 Jahren von der dann aktuellen Software noch lesbar ist falls es Microsoft in 5 Jahren nicht mehr geben sollte!? Den Quellcode des Formats einsehen dürfen schließlich nur wenige und dann weiß evtl. garkeiner mehr wie das Dateiformat genau funktioniert.)