Künstler und ihr Privatleben

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May 13, 2007
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Keine Angst, das hier wird kein Thread über prominente Wichtigtuer und ihre neuen Handtäschchen. ;)

Hab gerade ein bisschen in der Zeitung geblättert und nen Bericht über Scientology gesehen in dem auch einige prominente Schauspieler wie John Travolta als Mitglieder erwähnt werden. Da ich John Travolta sowieso sofort mit Pulp Fiction verbinde hab ich mir Gedanken darüber gemacht, ob man sein Privatleben und den Film trennen sollte, da der Film mMn trotzdem sehr gut bleibt, oder ob es daran doch etwas Verwerfliches gibt.


Um es noch deutlicher zu machen:

Nehmen wir an Hitler war ein genialer Künstler. (Hab nie ein Bild von ihm gesehen. Scheinen aber eher hässlich gewesen zu sein) Würdet ihr es verwerflich finden sich ein Bild von ihm ins Wohnzimmer zu hängen, oder wäre es für euch in Ordnung da es keinerlei Zusammenhang zwischen den Bildern und seinen grausamen Taten gibt?

Übrigens hasse ich das Wort "verwerflich". Also wer ein anderes hat, immer her damit.


Bin auf eure Meinung gespannt. :)
 
najaaaaaaaaaaa

das is ned gerade ne frage, die man leicht und kurz und allgemeingültig beantworten kann.

Bzw eins kann ich dann doch sagen: Ein Bild von Hitler würd ich mir ned übers Sofa hängen, egal wie gut es ist...

Ich denke der Vergleich mit Hitler ist aber auch doch etwas arg extrem, denn der "totale Krieg" fällt nun auch nicht gerade unter "Privatleben" des "Künstlers Hitler"...

Vielmehr bietet sich hier der Vergleich zwischen eben jenem John Travolta und einem Tom Cruise an wie ich finde...

John Travolta hält sich (meines wissens!!!!) sehr bedeckt was seine Scientology-Mitgliedschaft angeht... sprich er wirbt nicht öffentlich für die Grütze oder stellt sich als neuer Prophet dar wie der Hohlbrummer Tom Cruise. Auch hört man aus Travoltas Familienumfeld nicht gerade, dass er sein Leben (und das seiner Familie) nach Scientology ausrichtet. Da hörte man damals von Tom Cruise rund um seine Hochzeit + Geburt seiner Tochter doch so einiges, wo man sich gefragt hat "Is der noch ganz sauber?!"


Sprich: Solange das Privatleben auch genau das bleibt, nämlich Privatleben isses mir relativ Floitsche was die Leute tun (auch hier muss man sicher differenzieren, wenn bekannt wird, dass irgendwer ein bekennender Faschist ist)... wenn sie jedoch anfangen ihre geistige Minderbemittlung aktiv und offensiv in der Öffentlichkeit auszuleben, dann ist das kein Privatleben mehr sondern einfach nur öffentliche zur-Schau-stellung der eigenen Verrücktheit und genau DANN verlieren solche Künstler meinen Respekt und somit auch ihre etwaigen Leistungen an Glanz. Das muss dann auch nicht bedeuten, dass die Leute keine guten Filme o.Ä. abliefern können... jedoch hat es jemand, vor dem ich keinen Respekt als Mensch habe, auch immer etwas schwieriger Respekt als Künstler zu verdienen....
 
Haha, das fänd ich geil!

"Hier sieh mal. Ein tolles Bild oder? Diese Willenskraft, die da in jedem Pinselstrich steckt, nicht? . . . Es ist ein echter Hitler und mein ganzer Stolz!"

Die Gesichtsentgleisungen darauf, die wären einfach unbezahlbar.
 
Ich würde sagen, es kommt drauf an. Prinzipiell finde ich, dass die Biographie eines Künstlers (oder auch Schriftstellers) insofern irrelevant ist, als dass sie sich nicht negativ auf das Werk auswirkt. Bei Pulp Fiction isses kein Problem, weil der FIlm ist von Tarantino und nicht von Travolta. Darüber hinaus, muss jemand der bei Scientology ist, nicht gleich schlecht oder verwerflich sein (höchstens dumm). Wenn man sich nun Filme von Travolta anschaut, also "Phenomenon" oder "Battlefield Earth" so sind die klar Scientology-Werke. "Phenomenon" ist quasi die Scientology-Ideologie, "Battlefield Earth" ist einer der Science-fiction-Schundromane von L. Ron Hubbard. Die Filme sind Grütze, zwar auch wegen der Scientology-Grütze, die drinsteckt, aber auch sonst. Aber verwerflich sind sie deshalb nicht (dann wäre viel verwerflich).
Ein anderes Beispiel wäre Harlan Ellison. Sicherlich einer der brilliantesten Schriftsteller der Gegenwart, nicht nur der Science-fiction sondern allgemein. Er ist aber auch ein Riesenarschloch. Aber: So what? Es reicht mir, seine Geschichten zu lesen, ich muss mich ja nicht mit ihm anfreunden.
Ähnliches passiert mir ja oft mit Philosophen. Wo Leute herkommen: Iiiih, wie kannst du den lesen, der war doch ein totales Arschloch. Ja und? Das ändert nichts am Wert seiner Gedanken. Natürlich, wenn einer ein Nazi war und Nazischeiße geschrieben hat, isses Grütze. Aber wenn einer Nazi war, aber durchaus relevante Texte geschrieben hat, dann hab ich kein Problem, mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Alles andere wäre unreflektiert.
 
Phenomenon, warum grütze?
für mich ist das immer noch ne meinung
zb bringe ich den film nicht mit scientology in verbindung, es ist mir schlicht egal woher der film stammt, mir gefällt die geschichte und wie sie erzählt wird, sowie einige lebensweisheiten und philosophische ansätze. ich wüsste auch nicht welche botschaft nun letztlich im film stecken sollte die mich zu scientology führt oder sowas... oder die mich manipuliert falls du darauf hinaus wolltest
ich hab mich auch noch nie wirklich mit scientology beschäftigt, geht mir einfach am arsch vorbei, genau wie 25 millionen anderer sachen ^^
du sagst im prinzip nun auch die leute bei scientology sind dumm....ist das nicht auch etwas unreflektiert? das ist auch ne art etwas zu verallgemeinern. das kann man in unendlich vielen anderen schubladengedanken genauso machen. so richtig den nagel auf den kopf treffen tuste mit solchen aussagen dennoch nie....denk ich

ich denke schon das die persönlichkeit eines menschen oder dessen verhalten mich beeinflusst. ein bild von hitler würde ich mir nicht an die wand hängen, völlig egal was er da schönes gemalt hat. ich verspüre da einfach eine persönliche abneigung. sowie man hintergrundwissen erlangt kann etwas vorher schönes schnell in kritik geraten und völlig den eigentlichen sachwert oder auch persönlichen wert verlieren.

ums mal einfach auszudrücken:
eine freundin die fremdgeht wird die nach der zeit bewertet in der sie treu war?

ps: ich setze im bereich film aber auch ganz andere ansprüche als die meisten ^^
 
Last edited:
Sehe ich ebenso wie Blade und PJ, sowas entscheidet man von Fall zu Fall. Ich erweitere dafür mal die Beispiele von PJ auf die Vergangenheit, ich höre z.B. auch Musik von Carl Orff, obwohl er auch für die Nazis Werke bereitstellte. Ebenso sehe ich mir gerne Opern von Richard Wagner an, insbesondere wenn die Werke frei sind von idiologisch. Ja mein Gott, er war in gewisserweise Antisemit und Hitler liebte jede einzelnde von Wagners Opern. Hitler mochte aber auch Walt Disneys Schneewitschen, was keinerlei Einfluss auf die Qualität der Werke hat. Walt Disney war Anti Kommunist und in gewisserweise einige doch sehr verachtende Tätigkeiten unterstützt, deswegen sind seine Filme trotzdem in der Regel Meisterwerke gewesen.
Ich habe Quo Vadis und Ben Hur gelesen, obwohl es ziemlich unreflektierte Christen Propaganda ist, was eigentlich für meine Begriffe Gift ist, aber auf der anderen Seite waren sie mal abgesehen von den Phatos doch lesenswert. Homer hat Sklaven gehalten, trotzdem sind seine Epen einfach nur Spitze. Karl May hat in seine "Reiseberichten" Ausdrücke verwendet und Ansichten vertreten, die heute undenkbar wären. Ebenso lässt sich z.B. in Erich Kästners Kinderbuch "Konfernz der Tiere" das Wort Negerkind verwendet, trotzdem eins meiner ersten Bücher überhaupt die ich gelesen hab und auch ein sehr wertvolles, wenn auch leicht naives, Buch für Kinder. Ein Bild aus den Händen Hitlers oder Stalins allerdings, wird ich mir nicht hinhängen

Wichtig ist das man die Werke und Personen objektiv betrachtet und nicht von vorn herein verurteilt. Insbesondere wenn sie aus anderen Kulturen stammen, insbesondere Kulturen die viele Jahre zurückliegen, ganz anderes Moralverständnis, ein anderer Sprachlicher Ausdruck und andere Lebensverhältnisse.

Achja und Künstler und ihr Privatleben, ich hasse die Sensationspresse und Paparazzis, ganz perverse Sorte Mensch in meinen Augen.
 
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Also son Hitler ist nichts für mein Wohnzimmer
 
Manche Schauspieler leben doch nur noch durch die Sensationspresse^^
 
Verwechsel ich was oder war Travolta nicht der, der seinen Sohn "verrecken" lassen hat, weil dieser laut sein Scientology selbst dran schuld ist, krank zu sein (krass ausgedrückt)? Ist das nicht die Haltung von Scientology? Sorry kenn mich da nicht aus bzw. bediene mich der Meinung der Boulevardpresse.
btw Ich musste gerade schmerzlich herausfinden, dass Travolta NICHT Tetan 12 ist! Oh Mann, ich muss jetzt bei SAUvielen Leuten klarstellen, dass ich Müll verzapft habe *ächz*
 
Ich finde es nicht gut wenn ein Künstler (Mensch) sein Privatleben der Öffendlichkeit zugänglich macht.
Wenn ich seine Kunst Literatur Musik Theaterstücke what ever mag würde ich sie mir trozdem ansehen anhören Lesen etc.
Selbst wenn der Künstler als Mensch ein Arsch ist.
Wie gut das mir Hitlers Bilder zu Trist sind Ohoh.
 
Ich hab letztens gehört, das die Typen einer Band die ich gerne höre Arrogant und ziehmlich unangenehme Gesellen sind (sein sollen).
Ich höre die Musik immer noch gerne!
Mir ist es ziehmlich wursch wer oder Was diese Musik macht. Ich hänge mir auch keine Poster in die Wohnung da mir die Künstler ziehmlich egal sind. Ihre Arbeiten gefallen mir!

Würde jetzt auch nicht auf die Idee kommen keine Tom Cruse Filme mehr zu schaun, nur weil er ein Scientologe ist, mir doch wursch er hat gute Filme gemacht und auch schlechte. Hat mMn nix mit seiner Gesinnung zu tun.

Btw. Battlefield Earth ist eine geile Geschichte und L. Ron Hubbard hat sie gut geschrieben, das Buch war Unterhaltung pur!
Der Film war wohl das schlechteste was ich je gesehen habe:anime

Mich interresiert auch nicht ob am Bau meines Hauses nen Nazi, Jude oder Hitler mitgeholfen hat, Hauptsache es ist Gut!
 
So kann man es zusammenfassen. Ich finde, das Leben ist zu kurz, und es ist meist auch besser, nicht bei jeder Kleinigkeit alle möglichen Umstände zu durchleuchten und zu hinterfragen. Wenn ich zum Beispiel ne geile Alte knalle, ist es in dem Moment wahrscheinlich besser, einfach garnicht zu wissen, wer da schon alles drin gesteckt hat ... ;)
 
So kann man es zusammenfassen. Ich finde, das Leben ist zu kurz, und es ist meist auch besser, nicht bei jeder Kleinigkeit alle möglichen Umstände zu durchleuchten und zu hinterfragen. Wenn ich zum Beispiel ne geile Alte knalle, ist es in dem Moment wahrscheinlich besser, einfach garnicht zu wissen, wer da schon alles drin gesteckt hat ... ;)

Geben sie dir immer ne Liste+Bewertung bevor du mit ihnen ins Bett steigst? :D
 
Wir fahren ja auch nicht alle auf Landstraßen weil Hitler die Autobahnen gebaut hat und soviele Rechte kanns ja nicht geben bei den Staumeldungen die heute morgen wieder im Radio waren...

Also ich denke man kann gewisse Dinge trennen!
 
Die Autobahnen hat nicht Hitler gebaut. Soviel Handwerksverständnis trau ich dem Taugenichts nicht zu.
 
wer sich GERMANIA ( die geplante deutsche Superstadt da ) vorstellen kann , der kann auch Autobahnen bauen lassen . Wir gehen jetzt mal davon aus das Hitler nicht selber mit der Planierraupe asphaltierrt hat .
 
Germania war als ideologisches Konstrukt aber auch mehr durch Hitlers Megalomanie angetrieben. Geplant wurde sowas dann doch eher von Leuten, die etwas Ahnung hatten. Herr Speer z.B.
 
Uns Adolf war doch immer so architektonisch begeistert . Auch wenn er ein Vollhorst war , der hatte doch auch n paar gute Ideen .
 
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