Asgard said:
Eben, darauf wollte ich hinaus.
Schließlich handelt es sich hier um einen Mythos. Vampire sind keine mitteleuropäische Erfindung, sondern parallel in so einigen Kulturen weltweit zu finden. Und daher existiert freilich kein allgemein gültiges Reglement, wonach man definieren könnte wie ein Vampir auszusehen hat bzw. wie er sich verhalten muss.
Fakt ist allerdings, daß der Mythos Vampir schon einige Hundert Jahre alt ist. Was auch heißt, daß die Darstellung des Vampirs Tradition besitzt. Und diese Tradition tendiert eindeutig zu einem aristokratischen Wesen.
Bei einigen neuzeitlichen Filmen wird hingegen - wie es ja heute bei vielen medialen Darstellungen alter Geschichten ist - die Thematik dahingehend ausgeschlachtet, daß man den Vampir auf die Killermaschine reduziert. Wenn ich z.B. Blade ansehe: reine Aktionfilme, die jeglichen Tiefgang vermissen lassen. Wie bei allen anderen Filmen des Aktion-Genres wird ein Charakter nicht nach seiner Komplexität bewertet, sondern ob er "heftig stark im Endkampf" oder "...im Kampf einfach mächtig" ist. Versagt er im martialischen Part, ist er aber "...Voll die Lusche".
Der Vampir wird zum reinen Killer instrumentalisiert. Ohne Sinn und Verstand. Hollywood eben.
Bei Underworld wurden ja viele Stil- und Handlungselemente aus dem Hintergrund des Vampire-Rollenspiel (Pen&Paper) kopiert. Nur leider war man auch bei diesem Film nicht konsequent genug, die durchaus fordernde Geschichte in einen intelligenteren Plot umzuwandeln. Aber wozu auch? Das Groß der popkornmampfenden Zuseher interessiert ja auch nur, wie furchteinflößend der Obermotz verkörpert wird und wie er dann im Kampf abschneidet.
