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Petition des Dt. Bundestages zu standartisierten Formaten

Eine Diskussion über Petition des Dt. Bundestages zu standartisierten Formaten im Forum Technik Ecke. Teil des Off Topic-Bereichs; Öffentliche Petition für standardisierte Formate gestartet Andreas Spengler hat im webbasierten Petitionssystem des deutschen Bundestages eine Petition für die Verwendung ...

  1. #1
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    Petition des Dt. Bundestages zu standartisierten Formaten

    Öffentliche Petition für standardisierte Formate gestartet

    Andreas Spengler hat im webbasierten Petitionssystem des deutschen Bundestages eine Petition für die Verwendung standardisierter Formate gestartet.

    Ähnlich wie in Massachusetts sollen Behörden in Zukunft nach einer Übergangsfrist ihren elektronischen Dokumentenverkehr »ausschließlich über offene Dokumentenstandards anerkannter Standardisierungsgremien der Informationstechnik (ISO, OASIS, u.ä.)« abwickeln. Dies soll Kosten senken, verbesserte Barrierefreiheit und Langzeitarchivierung ermöglichen, ebenso die Abhängigkeit von einzelnen Softwareherstellern reduzieren.

    Die .uk-Domain, unter der das Petitionssystem gehostet wird mag für den einen oder anderen verwirrend sein, der Grund hierfür liegt in einer Zusammenarbeit mit der Napier-Universität in Edinburgh. Die Petition ist jedoch auch über bundestag.de erreichbar.

    Die Abstimmung läuft noch bis zum 27.12.2005, auch eine Beteiligung an der Diskussion zur Thematik ist über die Seiten möglich. Bisher haben bereits über 500 Personen den Vorschlag befürwortet.
    Quelle: http://www.pro-linux.de/cgi-bin/NB2/...show.8862.7010..

    Zur Petition: Petition
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  2. #2
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  3. #3
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    Es wäre begrüßendswert, wenn sich möglichst viele Teilnehmer an der Petition fänden.

    Unabhängig davon welches Betriebssystem und welche Software man benutzt, haben offene oder standartisierte Dateiformate für Endanwender einen enormen Vorteil gegenüber den gängigen propritären Formaten. Sogenanntem Vendor-Lock-In, das heißt die Abhängigmachung des Konsumenten an einen einzigen Anbieter, wird dadurch ein Riegel vorgeschoben.

    Um ihre Kunden dauerhaft an ihre Produkte zu binden verwenden viele Softwareentwickler einen einfachen, aber effektiven Trick. Sie sorgen dafür, dass ihre Software Daten standartmäßig in ein firmeneigenes Dateiformat abspeichert. Um ein einfaches konvertieren dieses Dateiformat in ein Programm eines Konkurrenten zu erschweren, beschränkt man die von außen zugängliche Dokumentation auf ein Minimum und behandelt die genaue Funktionsweise des Dateiformats als Firmengeheimnis.

    Wenn ein Konkurrent also wider den Willen des Softwareherstellers eine Importfunktion für das Dateiformat in seine Software erstellen will, bleibt ihm nichts anderes übrig als durch Mutmaßungen und Rumprobieren irgendwie auf die Funktionsweise des Formates zu kommen. (Dieses Rumprobieren um auf die Funktionsweise zu stoßen nennt man Reverse Engeneering. Reverse Engeneering wiederum ist in vielen Ländern, u. a. auch den USA, verboten.)

    Falls ein Kunde des Softwareherstellers, der das Format entworfen hat, mit seiner Software unzufrieden ist, steht er vor einem Problem. Konkurrenzprogramme können seine erstellten Dateien und Dokumente nicht oder nur schlecht lesen. Falls sich darunter wichtige Dokumente befinden sollten, was meist der Fall ist, ist er also gezwungen dem Hersteller seiner bisherigen Software treu zu bleiben und auf neuere Versionen aufzurüsten, falls der Hersteller das Dateiformat bei neueren Programmversionen modifiziert.

    Der Softwarehersteller bindet seine Kunden also an sich indem er dessen Dateien als "Geisel" hält.

    Mit standartisierten Dateiformaten oder noch besser quelloffenen, standartisierten Dateiformaten ist es den Konsumenten möglich seine Software nur nach der Qualität auszusuchen, ohne einen Gedanken dafür verschwenden zu müssen, ob das bevorzugte Programm das Dateiformat des Herstellers deiner bisherigen Software voll unterstützt. Dank Standartisierung ist es jedem Softwarehersteller möglich das Dateiformat in vollem Umfang in seine Produkte einzubauen.

    Ein weiterer Vorteil solcher Standards ist, dass es wohl auch noch in Jahrzehnten Software geben wird, die diese unterstützt.

    Ein Beispiel:
    Du bist Nutzer eines Programmes von Softwarehersteller A. Du magst das Programm sehr und hast schon unzählige Dokumente damit erstellt. Dass kein anderes Programm diese Dateien lesen kann stört dich im Moment nicht, schließlich hast du ja das Programm, mit dem du sie öffnen kannst, auf dem Rechner installiert.

    Wenige Jahre später ist A Pleite und stellt die Weiterentwicklung und den Support seinen Programmes endgültig ein.

    Einige Jahrzehnte später musst du dringend an ein Dokument von damals heran. Zum Glück hast du für deinen aktuellen Computer noch so ein altmodisches DVD-Laufwerk auftreiben können und das gewünschte Dokument auf deinen Computer hieven können. Doch oh Schreck, dein jetziges Programm unterstützt das Dateiformat nicht mehr und du kannst auch kein anderes Programm auftreiben welches dieses Format unterstützt, da das Programm von Softwarehersteller A schon damals eher ein Nischenprodukt war und sich der Einbau einer Importfunktion für das Format für die heutigen Softwarefirmen finanziell nicht lohnt (zu geringe Nachfrage). Auch weiß niemand mehr so recht, wie das antike Format genau funktioniert, A hat die dazu benötigten Informationen oder gar den Quellcode ja nie veröffentlicht.


    Ich sehe die obige Petition als einen kleinen aber wichtigen ersten Schritt, um hierzulande Dateiformate durchzusetzen, die von allen Softwareherstellern gleich gut unterstützt werden können (sofern diese die Formate nicht bewußt blockieren). Die bisher etablierten Microsoftstandards sind nun wirklich nicht das Gelbe von Ei, weil dadurch Leute/Firmen/Behörden dazu gezwungen werden, Software zu nutzen die sie u. U. garnicht nutzen wollen, wenn z. B. mal wieder irgendeine depperte Behörde ein wichtiges Schriftstück nur im *.doc-Format veröffentlicht hat.
    Geändert von Touji (11.11.2005 um 20:31 Uhr)
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

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