Nach Microsoft ist nun auch Intel an der Reihe.

EU durchsucht europäische Intel-Büros

Büros in München und Swindon (UK) durchsucht

Wie unter anderem Spiegel.de meldet, hat die EU-Kommission am heutigen Dienstag, den 12. Juli 2005, mehrere Niederlassungen von Intel in ganz Europa mit Hilfe lokaler Behörden durchsuchen lassen. Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte die Berichte mittlerweile gegenüber Golem.de.

Das Nachrichtenmagazin will dafür eine Bestätigung der EU-Kommission erhalten haben. Auch die Büros von Computerherstellern und Händlern sollen durchsucht worden sein. Noch ist nicht bekannt, was der Hauptgrund für diese Aktion gewesen sein könnte. Ebenso gibt es noch keine verlässlichen Informationen darüber, ob die Durchsuchungen in Zusammenhang mit der jüngsten Kartellklage von AMD gegen Intel stehen.

Ein Intel-Sprecher erklärte auf Anfrage von Golem.de lediglich, Intel kooperiere wie bisher auch bei offiziellen Aktionen von Behörden, wollte zu dem konkreten Sachverhalt aber noch keinen Kommentar abgeben.

Nachtrag vom 12. Juli 2005, 16:25 Uhr:
Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte mittlerweile gegenüber Golem.de die bisherigen Berichte: "Seit dem heutigen Morgen führen Vertreter der Kommission zusammen mit Vertretern nationaler Wettbewerbsbehörden eine Untersuchung vor Ort bei mehreren Niederlassungen der Intel Coporation in Europa durch, wie auch bei einer Zahl von IT-Unternehmen, die Computer herstellen oder verkaufen. Diese Inspektionen finden im Rahmen einer laufenden Wettbewerbs-Untersuchung statt."

Der Sprecher wollte nicht dazu Stellung nehmen, wo die Durchsuchungen stattfinden und ob bereits Beweismaterial beschlagnahmt wurde. Gegenüber der britischen News-Seite "The Inquirer" hat Intel UK jedoch inzwischen bestätigt, dass es sich bei den durchsuchten Intel-Niederlassungen um die Büros im britischen Swindon und in München handelt.

Nachtrag, vom 12. Juli 2005, 16:55 Uhr
Intel Deutschland bestätigte gegenüber Golem.de den Bericht des Inquirer. Das Unternehmen betonte zudem, mit den Behörden wie bisher in vollem Umfang zusammenarbeiten zu wollen. Intel ist laut Aussage einer Sprecherin weiterhin davon überzeugt, dass sein Geschäftsgebahren legal und fair ist. [von Nico Ernst] (ji)
Quelle: Golem