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Sono Pazzi Questi Romani

Eine Diskussion über Sono Pazzi Questi Romani im Forum OFF-Topic. Teil des Off Topic-Bereichs; Da warn die Römer wohl doch noch mal im Guten alten Germanien. Die Forschung ging ja bisher davon aus, das ...

  1. #1
    Oberstabsfeldwebel
    Avatar von SonGohan
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    Sono Pazzi Questi Romani

    Da warn die Römer wohl doch noch mal im Guten alten Germanien. Die Forschung ging ja bisher davon aus, das außer kleine Rachefeldzüge nach der Varusschlacht, keine Expansion richtung Germanien erfolgte. Doch das hat sich mit der Entdeckung eines Schlachtfeldes in Karlfeld(Harz) anders aus, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Vor ca. 8 Jahren fanden Hobbyhistoriker eine Sandale und einige Speerspitzen im Wald bei Kalefeld. Vor kurzem reinigte er die Fundstücke und stellte sie ins Internet. Es stellte sich heraus das die Fundstücke aus dem 3. Jahrhundert stammen. An der Schlacht nahmen nach ersten Schätzungen 1000 Römer teil. Die Römer gingen als Sieger aus der Schlacht. Das bedeutet natürlich das alle bisherigen Vermutungen über die Germanienpolitik Roms nicht ganz Korrekt waren, es fanden Expiditionen auf Legionsstärke statt. Auch erscheinen nun andere römische Quellen(zB Herodian) in einen ganz anderen Licht.
    Ich finde diese ganze Entwicklung ganz interessant und werde das natürlich weiterverfolgen.

    Quelle:
    Das Hamburger Abendblatt und mein Freund vor Ort.
    Geändert von SonGohan (16.12.2008 um 20:27 Uhr)

  2. #2
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    Avatar von stefros
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    Jo, hab ich gestern auch gelesen. Interessant! Was auch interessant ist dass die Römer bei dieser Schlacht scheinbar all ihre Waffen auf dem Schlachtfeld zurück gelassen haben. Faulheit?
    Die Römer haben dort auch High-Tech Pfeilspitzengeschosse verwandt, sehr fies!

  3. #3
    Oberstabsfeldwebel
    Avatar von SonGohan
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    Hauptsächlich wurden wohl Pila und schwere Bolzen gefunden. So wies aussieht, waren die Römer gerade richtung Grenze unterwegs und in einen Hinterhalt geraten. Das die Pila da liegen ist leicht erklärt, das sind Einwegspeere. ^^
    Das schwere Gelumpe hätte ich an der Stelle der Römer auch dagelassen, das erlaubt ein wesentlich schnelleres Marschtempo.
    Geändert von SonGohan (16.12.2008 um 20:51 Uhr)

  4. #4
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Es gibt ja noch eine zweite These, die in den Medien etwas untergegangen ist. Nämlich, dass die Waffen von einer Schlacht unter Germanen stammen und es sich bei den Waffen usw. um Beutewaffen handelt. Ist auch nicht unwahrscheinlich da es in Germanien kaum Eisen, geschweige denn Eisenverarbeitung gab und die meisten Germanen, wenn sie denn irgendwie römische Ausrüstung zu fassen gekriegt diese auch weiterverwendet haben. Dagegen spricht allerdings, dass Germanen wahrscheinlich das Eisen nicht zurückgelassen hätte.
    Die Theorie mit dem römischen Rückzugsgefecht scheint wohl plausibler. Allerdings sind schätzungsweise 1000 Römer ja mal noch lang keine "Expedition auf Legionsstärke".

    Aber ist schon ganz interessant.

    EDIT:
    Grad in 'nem anderen Forum gelesen: Scheinbar wird der Fund auf ca. 190 bis 260 n.Chr. datiert. Das ist ja schon eine etwas größere Zeitspanne. Immerhin von den Severern bis zu den Soldatenkaisern.
    Geändert von Psycho Joker (16.12.2008 um 22:15 Uhr)
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  5. #5
    Oberstabsfeldwebel
    Avatar von SonGohan
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    Auch ne nette These.
    Aber bei der hohen Anzahl an Pila Überresten halte ich es für eher unwahrscheinlich, das es sich hier um Beutewaffen handelt. Da die Dinger nunmal kaputt gingen nach den Einsatz. Deshalb die Frage woher die Germanen (wenns den welche waren) diese soviele Pilas herbekommen, denn selbst produziert wurde die Waffe in Germanien nicht. (Von den ganzen anderen Kram vorallem den Fund von Hipposandalen, womit eigentlich nur die Römer ihre Pferde beschlugen)

    Na dann schauen wir einfach mal was die Zeit bringen wird.

  6. #6
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Ja stimmt schon. Hab auch oben reineditiert, dass die These vom Rückzugsgefecht wohl plausibler ist. Allerdings gingen Pila nur insofern beim Einsatz kaputt, dass der Holzbolzen zwischen Schaft und Spitze rausspringt und nicht - wie man früher meinte - dass die lange Spitze sich verbiegt. Sprich: Die sammelt man wieder ein und gibt den Bolzen wieder rein und schon sind sie wieder einsatzbereit. Würden sie jedes Mal komplett unbrauchbar, wäre das nicht nur total unökonomisch sondern man bräuchte für einen Feldzug zig Millionen von den Dingern.
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  7. #7
    Oberstabsfeldwebel
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    1000 am Kampf beteiligte Römer. Nach den Spuren zu urteilen waren wohl jedoch noch einige mehr mitgezogen. Außerdem kann mann ja nicht wissen, was den Römern schon zuvor wiederfahren ist. Schließlich kommen sie aus tiefst germanischen Gebiet zurück. Es ist nicht unwahrscheinlich, nach den neuen Gesichtspunkten, das sich eine ganze Legion auf den Weg gemacht haben könnte
    Achja zu den Datierungen. Die römische Denar was gefunden wurde auf 190 geschätzt. Jedoch gehen die Forscher davon aus das alles während dieser Schlacht verloren gegangen ist. Und das wird auf 234/5 geschätzt.

  8. #8
    Gutmensch
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    Hmm, 234/235... das würde passen. Das war die GEschichte mit Alexander Severus, der letzte Severer. Damals brachen die Alamannen durch den Limes am Rhein, da die Garnisonen dort ausgedünnt waren wegen eines Feldzuges gegen Perser. 235 kam Alexander dorthin und versuchte von den Alamannen den Frieden durch immense Tribute zu erkaufen. Daraufhin wurde er von den empörten Soldaten umgebracht. Nachfolger war der Militärtribun Maximinus Thrax der ebendort stationiert war und so zum ersten Soldatenkaiser wurde. Maximinus Thrax besiegte die Alamannen und sicherte die Grenze. D.h. es könnte sich um Truppenteile handeln, die auf dem Rückzug von einer seiner Strafexpeditionen waren.
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  9. #9
    Oberstabsfeldwebel
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    Jup, aber wie gesagt das sind erste Schätzungen. Mal sehen was die ganze Sache ergiebt. Aufjedenfall ist es der aufregendste archäologische Fund in Deutschland seit langem.

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