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Künstler und ihr Privatleben

Eine Diskussion über Künstler und ihr Privatleben im Forum OFF-Topic. Teil des Off Topic-Bereichs; Die da wären...? Die Autobahn ist übrigens ein Projekt der Weimarer Republik. Und Germania wäre ja mal potthässlich geworden....

  1. #21
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Die da wären...?
    Die Autobahn ist übrigens ein Projekt der Weimarer Republik. Und Germania wäre ja mal potthässlich geworden.
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  2. #22
    Darth Plüsch !
    Avatar von mope7
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    meiner bescheidenen Meinung nach kann man Kunst nicht sehen ohne den Künstler zu sehen. Die genialsten Werke sind entstanden, weil der Künstler seine Eindrücke mit einbaut. Weil der Künstler sein Leben verarbeitet. Kunst ist Selbsttherapie - oder banal ein Seelenstrip.

    Natürlich kann Kunst auch einfach nur Schmuck sein - da kann man den Rest dann mehr oder minder ausblenden, aber so im allgemeinen finde ich nicht.

    Aber das ist auch wieder nen Thema über das man sich krass streiten kann

    Btw, Hitler (zumindest les ich es gerade) wollte tatsächlich mal an die Akademie der bildenden Künste (Wien). Wurde aber (afaik) zweimal als "unbegabt" abgewiesen. (Wo wir dann wieder beim ersten Absatz währen: "Gut" zeichnen/malen/darstellen zu können, bedeutet noch lange nicht, dass man "Kunst macht" ) Zu dieser Zeit (1910) sohll (!) wohl auch ein Gemälde einer Kirche entstanden sein, welches bei Freud in der Praxis hing.

    Btw, die noch erhaltenen Werke Hitlers (die meisten hat er nach seiner Machtergreifung selbst wieder erkauft und vernichten lassen) gehen wirklich nur an Sammler die sich auf diese Epoche spezialisiert haben, oder aber an "Alt-Nazis".

    Viel interessanter (aber nicht in diesen Thread gehörend) ist es sich mal um zuschauen was für Gemälde Hitler selbst erstanden hat.


    edit: über die "genialen" architektonischen Eingebungen Hitlers kann man sich auch streiten Hatte da mal auf N24/NTV ne sehr spannende Reportage gesehen. Speer hat ja ganz gut zum Diktator gepasst, auch wenn er dann manches mal erkannte, dass die Vorstellungen Hitlers einfach nicht umzusetzen sind. Und diese waren eigentlich immer (!): Größer, opulenter, kein Bauhaus und nochmals größer. Mehr gab es da nicht an architektonischer Finesse
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  3. #23
    Vollstrecker
    Avatar von tR[1]xXx
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    da gab s doch mal diesen Film der auf RTL2 ein paarmal lief über den Aufstieg Hitlers und seinen Putsch an die Macht . Der Film war recht interressant , ein Idiot kann sich wohl kaum an die Macht putschen . Hat ja nix mit Nazitum zu tun wenn man sagt das Hitler erst zu Ende des 2. Weltkrieges an geistiger Umnachtung litt . Davor war er ein intelligenter machtbesessener Mensch der das was er sich in den Kopf gesetzt hat auch mit allen Mitteln durchsetzen wollte und auch tat .

    Und zu grösser , opulenter etc ist zu sagen das es genau dieses war was er wollte . Ähnlich den prunkvollen Bauten der Geschichte . Ein monumentales Prunkstück das alle anderen in den Schatten stellt und der Welt nach außen hin die Macht Deutschlands demonstriert . Das war wohl der Gedanke dahinter .

  4. #24
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    Avatar von mope7
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    na, Hitler war schon recht früh ein wenig.... naja, voreingenommen sag ich mal. Aber genau dieser Wahn gab ihm eben die Kraft die er brauchte um dahin zu kommen wo er dann eben war. Er mag intelligent gewesen sein (auf eine gewisse Art) - aber die "Umnachtung" wie du es ausdrückst, die fing schon recht früh an

    Im großen und ganzen war es aber auch nicht wirklich soooooo ne große Überraschung. Jeder andere charismatische Überzeuger hätte ebenso alles mit dem deutschen Volk machen können. Die Versailler Verträge waren eben "nur" ein "Frieden auf Zeit". Irgendwer hat da auch mal das Zitat gebracht, dass mit den VV vllt 20 Jahre gewonnen sind - danach platzt die Bombe. Und genau so ist es eben auch passiert.

    Also... naja, man kann es zumindest so sehen

    edit: habs bei Wiki nachgelesen. steht im 5ten Absatz hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Frieden..._des_Vertrages
    Geändert von mope7 (30.03.2010 um 17:38 Uhr)
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  5. #25
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Hitler war schlau, abner nicht intelligent. Sein wirres Gröhlen, Schimpfen, Verschwörung-aufdecken, Sündenbock-finden, Verhetzen etc. war nicht Ergebnis von Analyse und bewusstem, berechnetem Schauspielern. Das war Ausdruck seiner narzistischen Paranoia. Dass er es soweit gebracht hat, hat eher mit den Zeitumständen zu tun, weil die Leute ihn als authentisch empfunden haben und ihre Sehnsucht nach einer Messiasfigur, die sie aus der wirtschaftlich und sozial schlimmen Zwischenkriegszeit führt, erfüllt hat. Er war eher zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als ein begabter, intelligenter politischer Stratege.

    @mope: Es stimmt zwar natürlich, dass Kunst zumindest in irgend einer Weise immer Produkt und Verarbeitung der Lebensumstände des Künstlers ist, aber ich glaube nicht, dass man Kunst immer biographisch verstehen muss. Gute Kunst kann auch für sich stehen.
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  6. #26
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    Zitat Zitat von Psycho Joker Beitrag anzeigen

    @mope: Es stimmt zwar natürlich, dass Kunst zumindest in irgend einer Weise immer Produkt und Verarbeitung der Lebensumstände des Künstlers ist, aber ich glaube nicht, dass man Kunst immer biographisch verstehen muss. Gute Kunst kann auch für sich stehen.


    in der Tat, dem will ich nicht wiedersprechen.

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  7. #27
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    Avatar von Hanniball478
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    Kann es sowieso nicht.

    bei vielen Künstlern ist es halt so das die Künstler von Privatpersonen angeworben wurden.

    Um beispielsweise ein Porträt von einem Familenangehrigen oder von einer vom Auftraggeber geliebte Landschaft zu malen. Da wollte der Künstler halt Geld haben und die Sicherheit eine Bezahlung zu erhalten.
    Alkohol ist die Lösung und der Anfang all unserer Probleme

  8. #28
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    Avatar von mope7
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    Zitat Zitat von Hanniball478 Beitrag anzeigen
    Kann es sowieso nicht.

    bei vielen Künstlern ist es halt so das die Künstler von Privatpersonen angeworben wurden.

    Um beispielsweise ein Porträt von einem Familenangehrigen oder von einer vom Auftraggeber geliebte Landschaft zu malen. Da wollte der Künstler halt Geld haben und die Sicherheit eine Bezahlung zu erhalten.


    das nennt man Auftragsarbeiten und das tun die wenigsten Künstler (heute). Und damalige Auftragsarbeiten hatten dennoch eine besondere Note (wie die schon in einem anderen Thread angesprochenen Götterzyklen Correggios) - sowas ist mit heutigen Auftragsarbeiten nicht zu vergleichen.

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  9. #29
    Mac Moneysac
    Avatar von dezi
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    Zitat Zitat von mope7 Beitrag anzeigen
    meiner bescheidenen Meinung nach kann man Kunst nicht sehen ohne den Künstler zu sehen. Die genialsten Werke sind entstanden, weil der Künstler seine Eindrücke mit einbaut. Weil der Künstler sein Leben verarbeitet. Kunst ist Selbsttherapie - oder banal ein Seelenstrip.
    Und wenn man den lieben, langen Tag Sonnenblumen malt, dann schneidet man sich ins einer Konzentration schon mal das Ohr ab.

    The night is dark and full of terrors.

  10. #30
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    Avatar von mope7
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    dass Van Gogh sich ein Stück seines Ohres / das ganze Ohr (je nach "Quelle") abgesäbelt hat (obwohl es auch sein kann, dass es Paul Gaugine war) lag bestimmt nicht daran, dass Van Gogh "den lieben langen Tag Sonnenblumen gemalt hat".

    Zumal die Sonnenblumen eine Serie Van Goghs sind. D.h. es sind Motive einer Reihe - NICHT dass der nix anderes gemacht. Und ja, auch da hat der gute sich was bei gedacht wie man den Briefen an seinen Bruder entnehmen kann.


    Oh mann, gerade Van Gogh hat so viel in sich aufgesogen an Eindrücken und diese dann selbst verarbeitet (mir persönlich gefällt das Spiel mit Komplementärkontrasten in der sog. "Reifen Zeit" - das was wir heute als "typisch" Van Gogh sehen) - also was sollte denn jetzt dieser merkwürdiger Kommentar ?

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  11. #31
    Board-Koryphäe
    Avatar von jonnylicious
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    Zitat Zitat von Kane Beitrag anzeigen
    Geben sie dir immer ne Liste+Bewertung bevor du mit ihnen ins Bett steigst?
    nö, nur nen Bewertungsbogen zum Ausfüllen für danach

  12. #32
    Mac Moneysac
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    Das ist Deine Interpretation mope. Das ist genau wie damals in der Schule. Da will man einem vorkauen, was sich Goethe bei Werk XY gedacht hat. Soso, man weiß es also. Vllt saß der Herr aber auch nur da bei "tollen" Wetter und dachte sich: "Noch'n Gedicht." Ich hasse es das bei Interpretationen das Ergebnis dieser nahezu vorgegeben ist. Wozu dann der Name Interpretation?

    Ist doch genau wie heute. Wenn man Bock hat n Lied laut zu hören dann macht man das auch. Vllt hat Gogh einfach nur bei geilem Wetter auf nem Feld gedacht: "Hah, Sonnenblumen." Vllt gab ihm das n Kick. Wer weiß denn das, he? (Die Blumen ansich mögen n blödes Beispiel seien, da es dazu vllt verbriefte Infos gibt (wieso, weßhalb, weswegen) aber hier geht es ums Prinzip).

    Ich krieg da genau so n Raster wie wenn ich da so Müllberge in ner Kunstaustellung sehe. Ne zerbeulte Tonne, N DIN A3 Blatt wo einer mitm Farbeimer drüber gestolpert ist. Das soll dann Kunst seien. Klar doch und bei gedacht ham sich die Leute beim Stolpern mitm Farbpott auch ("Hauptsache net auf de Schnauze fallen").

    Das es tolle Bilder in der Kunstgeschichte gibt, keine Frage. Aber ich kann sehr gut ohne eine krampfhafte Interpretation der Werke leben. Ich lasse eine Mona lieber ohne alle Theorien über ihre Gusche auf mich wirken. Wenn dann noch so n Kasper rumwackelt und über die Intention der blabla sülzt schau ich mich schon nachm nächsten Klappspaten um.

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  13. #33
    Board-Koryphäe
    Avatar von jonnylicious
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    Zitat Zitat von dezi Beitrag anzeigen
    Das ist Deine Interpretation mope. Das ist genau wie damals in der Schule. Da will man einem vorkauen, was sich Goethe bei Werk XY gedacht hat. Soso, man weiß es also. Vllt saß der Herr aber auch nur da bei "tollen" Wetter und dachte sich: "Noch'n Gedicht."
    so war's! Maik for Deutschlehrer!

  14. #34
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    Avatar von mope7
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    Zitat Zitat von dezi Beitrag anzeigen
    Das ist Deine Interpretation mope. Das ist genau wie damals in der Schule. Da will man einem vorkauen, was sich Goethe bei Werk XY gedacht hat. Soso, man weiß es also. Vllt saß der Herr aber auch nur da bei "tollen" Wetter und dachte sich: "Noch'n Gedicht." Ich hasse es das bei Interpretationen das Ergebnis dieser nahezu vorgegeben ist. Wozu dann der Name Interpretation?

    Ist doch genau wie heute. Wenn man Bock hat n Lied laut zu hören dann macht man das auch. Vllt hat Gogh einfach nur bei geilem Wetter auf nem Feld gedacht: "Hah, Sonnenblumen." Vllt gab ihm das n Kick. Wer weiß denn das, he? (Die Blumen ansich mögen n blödes Beispiel seien, da es dazu vllt verbriefte Infos gibt (wieso, weßhalb, weswegen) aber hier geht es ums Prinzip).

    Ich krieg da genau so n Raster wie wenn ich da so Müllberge in ner Kunstaustellung sehe. Ne zerbeulte Tonne, N DIN A3 Blatt wo einer mitm Farbeimer drüber gestolpert ist. Das soll dann Kunst seien. Klar doch und bei gedacht ham sich die Leute beim Stolpern mitm Farbpott auch ("Hauptsache net auf de Schnauze fallen").

    Das es tolle Bilder in der Kunstgeschichte gibt, keine Frage. Aber ich kann sehr gut ohne eine krampfhafte Interpretation der Werke leben. Ich lasse eine Mona lieber ohne alle Theorien über ihre Gusche auf mich wirken. Wenn dann noch so n Kasper rumwackelt und über die Intention der blabla sülzt schau ich mich schon nachm nächsten Klappspaten um.



    ähm.... sorry, ich hab hier KEINE Interpretation gegeben. Also hör auf mir was anzudichten.

    Thema Müllberge und Schule gebe ich dir sogar Recht. Ersteres ist meist (!) dekorativer Mist und ich stimme deinem durchaus treffenden Beispiel mit dem Farbeimer sogar zu - zweiteres ist... naja, Schule eben, was willst du da erwarten ?

    Was ich gesagt habe, ist, dass man, wenn man sich mit Kunst befasst (!), ein vollkommen anderes Verständnis dafür entwickelt.

    Sicher kann ich vor einem Bild stehen und sagen: "bor, das is aber gut gemalt/gezeichnet"

    Aber "gut malen / zeichen" hat mit Kunst absolut rein gar nix zu tun. Das kann jeder Straßenmaler der Karikaturen anfertigt (oder auch jeder Photoshop-pro ) - das ist gute Handarbeit, das ist eine tolle Arbeit an sich, aber das ist keine Kunst.

    Außerdem - und das wird auch so oft übersehen bei solchen Diskussionen wie diesen hier - es geht nicht immer primär darum "was sich der Künstler wohl gedacht hat" oder "was uns der Künstler damit sagen wollte", es geht um das warum.

    Beispiel: Die Decke der sixtinischen Kapelle - Michelangelo
    Eine Auftragsarbeit. Und ich persönlich kann darüber nur sagen: woaw, das ist toll. Aber mehr nicht, weil ich mich nicht mehr damit befasst habe. Vllt. gibts da auch gar nicht mehr zu sagen (Was ich aber bezweifle - warum folgt jetzt )

    Beispiel: Correggios Götterzyklen (ich nehme dieses Beispiel in letzter Zeit öfter, weil ich mich damit erst vor kurzem eben SEHR intensiv befasst habe).
    Dazu könnte ich dir tausende von Dingen erzählen - 3/4 davon ist absolut banal. ABER - es gibt eben auch Dinge die einem den Genuss noch mehr versüßen. Die Zyklen waren ebenfalls Auftragsarbeiten, aber Correggio hat es sich nicht nehmen lassen, dennoch sein eigenes Ding daraus zu machen. Als ganz kleines Beispiel: Leda und der Schwan.
    Schau dir dieses Bild an und dann mach dir mal Gedanken über den zeitlichen Kontext.
    Diese pure und offene Sexualität, dieses fast schon pornografische. Die Abwandlung der Figura Serpentinata. Und die Tatsache, dass aufgrund der gerade angesprochenen pornographischen Aspekte das Gemälde zum Teil zerstört und neu (und ANDERS !) aufgearbeitet wurde.
    (edit dazu vllt noch mehr: weißt du warum diese Bilder überhaupt "erlaubt" waren ? Weil sie göttliche Mythen darstellen. Ergo "durfte" man "pornografie" zeigen. Deswegen war son Kram (Pornos verdeckt als Göttersagen) damals so beliebt. Aber das nur am Rande, scheint dich ja nicht zu interessieren. Ist auch nur ein unwesentliches Detail, dass der Entstehen des Werkes absolut nichts zugetan, es absolut kein Stück beeinflusst hat. Niemals.


    Sorry, das hat alles nichts mit Interpretation zu tun die du mir hier andichten willst. Das sind alles Dinge die Wirklichkeit sind und die einem eben den schon angesprochenen anderen Blickwinkel geben.
    Das hat rein gar nichts mit der Scheisse zu tun die man in der Schule "lernt" und das hat auch nichts damit zu tun, dass man das alles außer acht lassen kann und ein Bild einfach nur so betrachten und genießen - mach ich auch oft genug - das hat was damit zu tun ob man sich mit etwas beschäftigt oder nicht. Und sonst absolut gar nichts.

    Aber mir geht es gewaltig auf den Keks wenn man ernsthaft über sowas diskutieren will (ich erinnere mich da noch an nen anderen Thread) und dann kommt nur: "Ach, ist doch alles Blabla".... tut mir leid, aber das ist es nicht.

    Und um dich zu stärken: Dein Sonnenblumenbeispiel war gar nicht soooo schlecht gewählt (Kurzform: Van Gogh wollte seinen Kollegen beeindrucken [im Sinne von Können] und wählte die Sonnenblumen wegen ihrem tollen Kontrast des Gelbes zum blauen Himmel - es sollte "stark" wirken, natürliche Schönheit ausstrahlen - also gibt es da keinen großen Hintergedanken ala "Hm, Van Gogh wollte uns mit den Sonnenblumen sagen, dass das Leben vergänglich ist" oder so ein Rotz) - was daran allerdings absolut daneben war, war dein Kontext.
    Und naja, wenn die Blumen auf einmal ein blödes Beispiel waren, wie kann es dann "ums Prinzip" gehen. Worum es dir geht, ist deine Meinung durch zu boxen. Dass du dazu selbst etwas gewählt hast, was dem was du sagst widersprichst ist ein Dall von selfpwn sonst nichts. Dann zu sagen "es geht ums Prinzip" wenn du eigentlich sagen willst: "jaja, mag ja da so gewesen sein, aber EIGENTLICH ist es so und so" - ist keinen Deut besser.

    Oder eine ganz andere Art der Kunst: Performance. Seeeeeehr, seeeeeeeehr sehr viel Scheisse, aber auch sehr viel richtig gutes. Vieles bei dem man selbst nachdenkt - nicht "was will uns der Künstler damit sagen", sondern eher "was WAR das jetzt ? - warum ?". Und dann fängt es an.
    Ich habe vor kurzem hier in Fhain in nem klitzekleinen Atelier eine "Arschleckmaschine" gesehen und ich fands saulustig und einfach nur gut zu gleich. Das Ding war in einem Dreieck aufgebaut - unten die meisten Ärsche und Zungen und oben dann halt nur noch ein Arsch - was damit gemeint ist erkennt jeder auf den allerersten Blick und JA, JEDER hätte das machen können, Fakt ist aber dass der Kollege der das Exponat gebaut hat es eben getan hat. Was gibt es da groß zu diskutieren ?
    Oder vieles was einfach nur wirkt. Beispiel: Johan Lorbeer. Der man ist toll. Meiner Meinung nach genial. Und dieser Eindruck hat sich noch mehr gefestigt, wenn man in den Genuss kommt ihm die Hand zu geben und einfach zu bei nem Bier auf nem Sommerfest zu plaudern.

    Kunst hat so viele Seiten - und vieles was als Kunst verschrien wird hat damt absolut nichts zu tun - aber das alles mit einem lapidaren "ach, du erzählt doch eh Schmock" ab zu tun ist einfach nur pervers.

    Back to topic: Jörg Immendorf. Dem hat sein Privatleben auch nicht geschadet

    Geändert von mope7 (31.03.2010 um 23:54 Uhr)
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  15. #35
    Oberstabsfeldwebel
    Avatar von SonGohan
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    Zitat Zitat von mope7 Beitrag anzeigen

    Beispiel: Correggios Götterzyklen (ich nehme dieses Beispiel in letzter Zeit öfter, weil ich mich damit erst vor kurzem eben SEHR intensiv befasst habe).
    Dazu könnte ich dir tausende von Dingen erzählen - 3/4 davon ist absolut banal. ABER - es gibt eben auch Dinge die einem den Genuss noch mehr versüßen. Die Zyklen waren ebenfalls Auftragsarbeiten, aber Correggio hat es sich nicht nehmen lassen, dennoch sein eigenes Ding daraus zu machen. Als ganz kleines Beispiel: Leda und der Schwan.
    Schau dir dieses Bild an und dann mach dir mal Gedanken über den zeitlichen Kontext.
    Diese pure und offene Sexualität, dieses fast schon pornografische. Die Abwandlung der Figura Serpentinata. Und die Tatsache, dass aufgrund der gerade angesprochenen pornographischen Aspekte das Gemälde zum Teil zerstört und neu (und ANDERS !) aufgearbeitet wurde.
    (edit dazu vllt noch mehr: weißt du warum diese Bilder überhaupt "erlaubt" waren ? Weil sie göttliche Mythen darstellen. Ergo "durfte" man "pornografie" zeigen. Deswegen war son Kram (Pornos verdeckt als Göttersagen) damals so beliebt. Aber das nur am Rande, scheint dich ja nicht zu interessieren. Ist auch nur ein unwesentliches Detail, dass der Entstehen des Werkes absolut nichts zugetan, es absolut kein Stück beeinflusst hat. Niemals.
    Das ist mir gerade mal ins Auge, gefallen und ich muss wiedersprechen. Antonio "Leda und der Schwan" ist eine absolut typische Darstellung dieses antiken und beliebten Motivs, das in vielen, vielen verschiedenen Varianten anzufinden ist. Der Schwan ist eine Erscheinungsform des Zeus (der größte Lustmolch der Literaturgeschichte), die Annäherung eines Gottes, insbesondere Zeus, in Tiergestalt um mit Sterblichen zu verkehren ist ebenfalls ein ganz normales Motiv der griechischen Myhtologie.
    Im zeitlichen Kontext befinden wir uns in der kulturhistorischen Epoche der Renaissance, sprich es ging ein hoher künstlicher, politischer, philosophischer Einfluss aus den arabischen und byzantinischen Raum ins Abendland und der Rückbesinnung auf die antike Größe. Während des gesamten Mittelalters und auch während des Übergangs zur Neuzeit, war in Europa die Aktdarstellung auf religöse Motive beschränkt, inkl. der Bedingung der "besonderen Notwendigkeit". Sie beschränkten sich da nicht nur auf antike Motive, sondern auch auf chrisltiche Darstellungen siehe hier für z.B. die Darstellung von Adam und Eva in der Sixtinischen Kapelle gestaltet von Michelangelo Buonarroti. Desweiteren ist der Knasus Knacktus in den Wörtchen Antik, den die verwendeten Motive und Erzählungen auf die die Werke der Künstler bassieren, sind in einer ganz anderen Epoche entstanden, mit ganz anderen Wertvorstellungen. Und die antiken Epen lesen sich teilweise wie Seifenopern. Sie wurden sicherlichen nicht während der Renaissance erfunden um Pornographie darzustellen und der Sexualität freien lauf zu lassen, im Gegenteil. In der Regel handelt es sich um Aktdarstellungen und kann nur schwerlich als Pornographie eingestuft werden.

    Vielleicht interpretiere ich aber gerade zu der späten Stunde einfach nur Scheise in deine künstlerischen Worte. ^^

  16. #36
    Darth Plüsch !
    Avatar von mope7
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    möglicherweise hab ich es unglücklicher ausgedrückt, aber wir beide sagen doch gerade das gleiche: Mythologische Motive wurden benutzt um Akt ( auf Neusprech eben Pornographie) darzustellen. Dies war legitim.

    Hm, streiche das Wort "Porno" aus meinen Beiträgen und du solltest dich nicht mehr auf dne Schlipps getreten fühlen

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  17. #37
    Oberstabsfeldwebel
    Avatar von SonGohan
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    Zitat Zitat von SonGohan Beitrag anzeigen
    Vielleicht interpretiere ich aber gerade zu der späten Stunde einfach nur Scheise in deine künstlerischen Worte. ^^
    Nunja, denoch besteht ein Unterschied zwischen Pornographie und Aktdarstellung, nicht jede Nacktdarstellung ist pornographisch, nicht jede Aktzeichnung ist Kunst. Aktdarstellungen in Zusammenhang von Kunst haben auch bei den Griechen ihren Ursprung, daher glaube ich kaum das es den Künstlern bzw. den Auftraggebern wirklich primär um Pornographie ging.

    Auf den Schlips getreten fühle ich mich net, erstens trage ich keine und zweitens bin ich ein sehr offener und tolleranter Mensch in Sachen Sexualität und ihrer Darstellung bzw. die unseres Körpers.

  18. #38
    Feldwebel
    Avatar von Hanniball478
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    Ich finde es wenn es um Kunst geht in erster Line wichtig das sie mir Optisch gefällt.
    Zummindest bei Bildern Statuen etc.
    Was dann zugegebenermaßen auch ein Maler oder Bildhauer als Handwerksarbeit herstellen kann ohne sich dabei irgendeinen anderen Gedanken gemacht zu haben.
    Wenn ein Künstler sich auch noch so viel gedacht hat bei der Herstellung seiner Werke, wenn es mir Optisch nicht gefällt schau ich sie mir nicht an.

    Wenn ich jetzt ein sehr Schönes Bild im Museum sehe und mir dann jemand erzählt was beispielsweise der Schwarm die Sybillen etc bedeuten und was quasi die Geschichte oder der Ausdruck des Bildes dastellt wird das Bild vielleicht interessanter und meine achtung vor dem Künstler Größer.
    Das Bild bleibt dadurch aber das selbe.

    Wenn ich also ein Bild kaufen müsste und ich die Wahl zwischen folgendem hätte.

    Bild 1
    Optik
    Gedanken die der Künstler sich nebenher gemacht hat Geschichte Interprätationsmöglichkeiten etc.

    Bild 2
    Optik
    Gedanken die der Künstler sich nebenher gemacht hat Geschichte Interprätationsmöglichkeiten etc.

    Ich würde wenn ich mich jetzt zwischen den beiden entscheiden müsste Bild 1 wählen.
    unter der voraussetzung das in keinem der beiden Bilder ein Thema gezeigt ird das mir besonders am Herzen liegt( beispielsweise ein Bild aus meiner perösnlichen geschichte oder von jemanden den ich bewunder.)

    Ich Kunstbanause.
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  19. #39
    Gutmensch
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    machinor
    Es gibt Kunst und es gibt Handwerk. Bei Kunst denkt sich der Künstler prinzipiell immer was dabei. Und ich glaube sehr wohl, dass es einen Unterschied macht, ob man weiß, was der Künstler "sich dabei gedacht hat" oder nicht. Immerhin erfährst du dadurch, was überhaupt auf dem Bild abgebildet ist. Insofern ist es dadurch natürlich nicht mehr das selbe Bild.
    Kunst wird ja dadurch Kunst, dass man sich damit beschäftigen kann. Ansonsten ist es "nur" Dekoration und/oder Handwerk. Zumal "Optik" sehr relativ ist und daher als Kriterium für Kunst nur bedingt taugt.
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  20. #40
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    Das Vertrauen unter Freunden ist ein sehr empfindlicher Zustand. Zuneigung, Gefühl, Erkenntnis, Hoffnung und Glaube halten ihn im Gleichgewicht. Ohne Vertrauen ist das Leben bitter und leer, dieses zerbrechliche Band auf die Probe zu stellen, ist gefährlich. Und obwohl das Vertrauen daran wachsen kann, stellt sich immer die Frage, ob es der Probe überhaupt standhält.

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