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Der Lehrplan: Kampf dem Einheitsbrei

Eine Diskussion über Der Lehrplan: Kampf dem Einheitsbrei im Forum OFF-Topic. Teil des Off Topic-Bereichs; @deamon Jo, nach der 11. kann man entweder Musik oda Kunst abwählen @Out Einerseits bin ich deiner Meinung was die ...

  1. #21
    @deamon
    Jo, nach der 11. kann man entweder Musik oda Kunst abwählen

    @Out
    Einerseits bin ich deiner Meinung was die moderne Musik betrifft, andererseits hat man eh ziemlich wenig Zeit, den notwendigen Stoff durchzubekommen Leider wurden die Musikunterrichtstunden ja immer mehr auf ein Minimum reduziert
    Für mich ist der Lehrplan eben gut, wenn ich daran denke, dass ich im Studium später vll. Fächer wie Komposition oder sowas belege.... Da bringt`s dir eben mehr, wenn du Bach gelernt hast als Nirvana und Deftones
    Vom Geschmack her würde mein Schwerpunkt auch anders liegen
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  2. #22
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    Avatar von MakeTnotWar
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    Original geschrieben von Outrider
    Ich hab mal wieder wirre Gedanken gezüchtet und diesmal ging mir folgendes durch den Kopf:

    In Deutsch lese ich lauter Bücher die schon Generationen von Schülern und Kritikern vor mir gelesen haben. Es sind sehr alte, sehr langweilige Bücher deren Sprache so staubig ist wie die Gräber ihrer Schöpfer.

    Nun ja. Aber was dann kommt ist das eigentliche Problem:
    Interpretieren Sie.

    Ich soll etwas interpretieren, das heißt ich soll irgendwie gucken was ich dazu rausziehen kann. Das soll Individualität vorgaukeln. Denn eigentlich läuft das doch so ab:
    Der Lehrer sucht eine mustergültige Interpretation hinaus die ihm/ihr gefällt.
    Danach sollen die Schüler interpretieren und der Lehrer korrigiert die Schüler dann so lange, bis sie genau auf die Schablone der fertigen Interpretation passen.
    Das selbe in den Arbeiten. Gefällt was nicht ist es falsch. Entspricht etwas nicht der vorgelieferten Musterinterpretation ist es falsch - zumindest ist das meine Befürchtung.

    Tja... wo bleibt da die Kreativität und Individualität?
    Deutsch sollte doch dazu da sein, dass sich die Schüler mit Literatur, Kultur und Sprache auseinandersetzen, nur wie soll das bei dieser verqueren Methodik gewährleistet sein?!

    Das geht irgendwie gegen den Strich oder?

    Zweite Sache:
    Musik.

    Da lernt man tolle Techniken wie die Mannheimer Walze und all das Geschnörkel der Klassik, des Barrock und wenns hochkommt nen bisschen Jazz oder Blues.
    Was nützt es einem in der musikalischen Praxis wenn man ne Mannheimer Walze oder diese 1970'er Jahre Avantgarde beherrscht?

    Wäre es nicht viel angebrachter die modernen Stile zu behandeln?
    Punk, Metal, Hip Hop, Geschranze und so.
    Das ist Musik, die lebt!
    Musik die gemacht werden kann und gemacht wird!

    Keine trockene, theoretische und äußerst TOTE Musik zu der alte Leute und Neureiche, Bonzen und Politikerschweine applaudieren....

    Wo ist der Sinn?!

    Wenn ich ein Musik-Ass in der Schule bin hab ich nen absolut widerlichen Geschmack und kann nichts eigenes... denn alles was ich kann ist dann eben Beethoven, Wolf und Bach etc spielen... ich kenne mich dann perfekt in klassik, Barock usw. aus, diese ganze tote Kunstmusik eben, die keiner wirklich der Musik wegen hört..

    Was ich sagen will: Das spezialisiert viel zu stark auf einem unnötigen Feld....

    Denkt ihr ähnlich? Oder widersprecht ihr mir total? Sagt mal eure eigene Meinung @_@
    Klar hast Du recht, das man sich auch mit modernen Texten und Musik beschäftigen sollte. Der Dirigent und Komponist Leonard Bernstein z.B. hatte eine eigene Fernsehsendung, in der er Kindern und Jugendlichen wiederkehrende Motive in klassischer Musik und (zu seiner Zeit) modernem Rock'n'Roll zeigte. Aber um das zu erkennen, muss man beide erst einmal kennen (Erkenntnis folgt Kenntnis).
    Ein Deutschlehrer z.B. hat folgendes Problem: der Text den er auswählt muss deutscher Ursprungssprache sein (kann also auch von einem Österreicher wie z.B. Friedrich Dürrenmatt stammen), er muss in den Lehrplan passen und möglichst zum "Literaturkanon" gehören. Über Jahre hinweg soll es nun sein Ziel sein bei den Schülern ein "Bezugssystem Deutsche Literatur" aufzubauen. Also den Schülern jede erdenkliche Literaturform (Drama, Prosa, Lyrik) und Epoche (MA, Renaissance, Barock, Aufklärung, Sturm&Drang, Klassik, Romantik, Biedermeier&Vormärz, Realismus, Naturalismus, Expressionismus und Moderne) zu vermitteln. Da die Epochen häufig Bezüge zu anderen Künsten oder politischen Ereignissen haben oder aber Gegenbewegungen zu vorherigen Moden darstellen wäre ein hohes Maß an Synchronität im Unterricht zwischen Deutschunterricht, Musik, Kunst und dem Geschichtsunterricht (vielleicht auch Geographie - wo liegt eigentlich Waterloo?) wünschenswert, denn erst die Redundanz graviert Informationen fest ins Gedächtnis.
    Wenn Du sagst
    In Deutsch lese ich lauter Bücher die schon Generationen von Schülern und Kritikern vor mir gelesen haben. Es sind sehr alte, sehr langweilige Bücher deren Sprache so staubig ist wie die Gräber ihrer Schöpfer.
    dann liest Du sie vielleicht falsch oder erwartest, dass das besondere dieser Bücher ihr Inhalt sei. Das ist oft auch Fehler des Lehrers, der sich vielleicht garnicht bewusst ist, warum ein Buch zum Literaturkanon gehört. Goethes "Werther" z.B. ist sicherlich ein Buch, mit dem viele Jugendliche etwas anfangen können, weil man als Teenager einfach gut nachempfinden kann, wie es ist ungeliebt zu lieben. Zum Literaturkanon gehört das Buch aber, weil es der weltweit erste Roman in Briefform ist (wer hat's erfunden? - Goethe). Und so sind halt viele Texte im Kanon, weil sie eine neue Literaturepoche einleiten und nicht weil sie der beste oder unterhalsamste Vertreter dieser Epoche sind. Viele sind wirklich sterbenslangweilig.
    Doch wenn Euch die Sprache, die Ihr von Mutter und Vater erlerntet über das Maß des Gewöhnlichen hinaus in ihren Bann zieht, so kommt Ihr nicht umhin auch ihrer histoire ein Quentchen Eurer Aufmerksamkeit zu schenken.

    Danke für's zuhören
    Geändert von MakeTnotWar (07.10.2003 um 18:23 Uhr)
    PC-Action Forum toleriert Aufruf zum Mord
    Link

  3. #23
    Bin ganz deiner Meinung
    Konnte mich nur net so genau ausdrücken

    Was ich aber schade finde, ist, dass sog. fächerübergreifende Themengebiete fast nie parallel behandelt werden. Ich durfte es ein einziges Mal erleben, dass sich ein Deutschlehrer mit einem Musik- und Geschichtslehrer abgesprochen hatte. Wenn man systematischer vorgehen würde, dann könnte man auch sauviel Zeit im Unterricht einsparen, da man mehr in kürzerer Zeit lernen kann
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