+ Antworten
Seite 3 von 15 ErsteErste 123456713 ... LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 60 von 287

Datenschutz?

Eine Diskussion über Datenschutz? im Forum OFF-Topic. Teil des Off Topic-Bereichs; der thread hat schon seine monate aufm buckel jedoch habe ich hier ein zweiteiliges video, was auch gerade auf phoenix ...

  1. #41
    UF Supporter
    Avatar von MacBeth
    Registriert seit
    21.12.2004
    Ort
    Vahldorf
    Alter
    32
    Beiträge
    38.259
    Name
    Patrick
    Nick
    MacBeth
    Clans
    3 2 1 Hasselhoff
    der thread hat schon seine monate aufm buckel jedoch habe ich hier ein zweiteiliges video, was auch gerade auf phoenix läuft und immer mal wiederholt wird...

    für jeden dens interessiert...ich glaub in dem vid kommt echt alles vor was hier besprochen wurde und noch mehr

    geht ca. 45 min!

    teil 1


    teil 2


    nicht mehr aktuell, leider nur die 5 ersatzvideos bisher gefunden

    1. http://www.youtube.com/watch?v=opQuIWdfk8U

    2. http://www.youtube.com/watch?v=RYGh9t4GRsk

    3. http://www.youtube.com/watch?v=wEdHE6o90AQ

    4. http://www.youtube.com/watch?v=XpkoM5cpEj4

    5. http://www.youtube.com/watch?v=CacJ22B7xO4
    Geändert von MacBeth (20.07.2007 um 22:47 Uhr)
    Das Vertrauen unter Freunden ist ein sehr empfindlicher Zustand. Zuneigung, Gefühl, Erkenntnis, Hoffnung und Glaube halten ihn im Gleichgewicht. Ohne Vertrauen ist das Leben bitter und leer, dieses zerbrechliche Band auf die Probe zu stellen, ist gefährlich. Und obwohl das Vertrauen daran wachsen kann, stellt sich immer die Frage, ob es der Probe überhaupt standhält.

  2. #42
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Interessante Videos, danke fürs Posten.

    Ich bin ja mal gespannt von wievielen Leuten Zeigefinger oder Augäpfel entfernt werden, sobald sich die Identifizierung und Autorisierung über biometrische Daten durchsetzt. In Italien gab es ja vor einiger Zeit schon einen Vorfall, bei welchem ein Bankräuber den abgetrennten Finger von jemand anderen verwendet hat um in eine Bank einzubrechen. Das wird in Zukunft bestimmt häufiger vorkommen, denn derzeit ist diese Technik ja noch nicht so verbreitet. Der Reisepass wird sicher nur der Anfang sein. Wenn also einer von euch in den nächsten Jahren in irgendeiner dunklen Seitengasse mit einem Zeigefinger und/oder Auge weniger aufwacht (sofern man euch am Leben gelassen hat), hat es vielleicht was damit zu tun und ihr könnt euch alle bei Herrn Schily, Herrn Schäuble und den restlichen Promotern dieser "wundervollen" Technik bedanken. Da sind mir doch die altmodischen Identifikationsmethoden lieber, lieber eine Chipkarte weniger als Körperteile weniger.

    Derzeit wird gerade das Thema Bundestrojaner/Online-Durchsuchung heftig diskutiert. Man möchte dabei Verdächtigen einen Trojaner unterzujubeln, mit dessen Hilfe Ermittler heimlich dessen Festplatte durchsuchen können ohne vorher eine Durchsuchungsanordnung vom Richter einholen zu müssen.
    Nachteile dieser Methode sind, mal abgesehen davon dass dabei mit dem Grundgesetz auf Konfrontationskurs gegangen wird und dem Vertrauensverlust der Internetnutzer gegenüber staatlichen Internetseiten (die könnten einem ja einen Trojaner unterjubeln ), wohl vor allem praktischer Natur:

    Zuerst einmal muss das Programm auf den Rechner gelangen. Nicht jeder Terrorist/Kriminelle wird auf E-Mailanhänge wie "dicke Möpse.jpg.exe" klicken und nicht jeder surft mit einem jahrelang nicht aktualisierten Windowssystem mit dem Internet Explorer umher, sodass man ihm das Schadprogramm über irgendeine Internetseite unterjubeln kann. Im Extremfall geht er nur über eine Live-CD ins Netz, sodass es technisch garnicht möglich ist ihm irgendwelche Schadsoftware unterzujubeln (die den nächsten Reboot überlebt).

    Wie will man damit fertig werden? Macht man es Herstellern häufig verwendeter Software schmackhaft Hintertüren einzubauen oder bestimmte Sicherheitslücken nicht zu patchen? Falls ja, wenn jemand Drittes auf diese Sicherheitslücke aufmerksam wird, diese ausnutzt und unbeteiligten Personen und/oder Firmen dadurch ein Schaden entsteht, wer haftet dann dafür? Der Staat?

    Wenn die Software ihren Weg auf den Rechner gefunden hat, wie will sie sich vor Antivirenprogrammen, Antispywareprogrammen und Paketsniffern verstecken? Bei altmodischen Antiprogrammen, die zum Auffinden von Schadsoftware allein auf ihre Signaturendatenbank angewiesen sind, mag das noch möglich sein, da der Trojaner ja ohnehin nicht so verbreitet sein dürfte und man zumindest kommerzielle Anbieter auch dazu bringen kann, den Bundestrojaner bei Signaturenupdates zu ignorieren. Moderne Antiviren- und -spywareprogramme versuchen Schadsoftware aber zusätzlich noch an den "üblichen Merkmalen", z. B. an welchen Dateien sie sich zu schaffen machen, zu erkennen. Davor und vor Sniffingprogrammen dürfte man sich nur schwer verbergen können.

    Nehmen wir mal an man hat es geschafft heimlich mit dem Trojaner in den Rechner des Verdächtigen einzubrechen und hat sich auch vor evtl. Schutzvorkehrungen verbergen können. Was hindert die Ermittler eigentlich daran Beweise selbst auf den Rechner des Verdächtigen zu packen? Der Verdächtigte wird das später schließlich nur schwer beweisen können und es doch praktisch, wenn man jemanden loswerden will aber nicht genügend belastendes Material auffinden konnte... Zeugen, die den Verdächtigen später entlasten könnten, wird es dabei vermutlich auch nicht geben.

    Ich finde es im Übrigen amüsant, dass der Staat einerseits gesetzlich gegen "Hackertools" vorgehen will, andererseits diese aber selbst für seine Interessen verwenden will. (Gibt es bald gute und böse "Hackertools"? )


    Mal zum Thema Risiken des großangelegten Sammelns von Daten im Allgemeinen, unabhängig davon für wessen Begehrlichkeiten dies geschieht. Soweit ich das mitbekommen habe wurde der Aspekt der Datenbankpflege in diesem Thread noch nicht angesprochen:
    Es muss sichergestellt sein, dass die Datensätze in der Datenbanken nicht nur angelegt, sondern auch gepflegt und fehlerhafte Einträge gefunden und korrigiert werden. Wenn sämtliche Banken jemandem wegen eines Datenbankfehlers bei der Schufa keine Kredite gewähren oder jemand gar unter Terrorverdacht gerät und einen Soforturlaub auf Kuba gewinnt, weil der entsprechende Eintrag in der Datenbank eigentlich für einem anderen Hans Meier bestimmt war, dürfte das für den Betroffenen nicht so lustig sein.
    Geändert von Touji (13.02.2007 um 23:48 Uhr)
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  3. #43
    UF Supporter
    Avatar von BseBear
    Registriert seit
    27.09.2003
    Ort
    Stuttgart
    Alter
    31
    Beiträge
    3.945
    Name
    Michael
    Nick
    bsebear
    Zitat Zitat von Touji Beitrag anzeigen
    Interessante Videos, danke fürs Posten.

    Ich bin ja mal gespannt von wievielen Leuten Zeigefinger oder Augäpfel entfernt werden, sobald sich die Identifizierung und Autorisierung über biometrische Daten durchsetzt. In Italien gab es ja vor einiger Zeit schon einen Vorfall, bei welchem ein Bankräuber den abgetrennten Finger von jemand anderen verwendet hat um in eine Bank einzubrechen. Das wird in Zukunft bestimmt häufiger vorkommen, denn derzeit ist diese Technik ja noch nicht so verbreitet. Der Reisepass wird sicher nur der Anfang sein. Wenn also einer von euch in den nächsten Jahren in irgendeiner dunklen Seitengasse mit einem Zeigefinger und/oder Auge weniger aufwacht (sofern man euch am Leben gelassen hat), hat es vielleicht was damit zu tun und ihr könnt euch alle bei Herrn Schily, Herrn Schäuble und den restlichen Promotern dieser "wundervollen" Technik bedanken. Da sind mir doch die altmodischen Identifikationsmethoden lieber, lieber eine Chipkarte weniger als Körperteile weniger.
    afaik sind die neuesten Techniken nun aber so, dass sie quasi nur "lebendes" Gewebe erkennen. Wird dir also herzlich wenig bringen nen abgetrennten Finger von jemand zu haben, der aber dann schon abgestorben ist... Weiß nich genau ob die das über Wärme (was ja wieder einfach zu umgehn wäre) oder aber eher Blutfluss testen

    Zum Bundestrojaner: Das ist nur ein Riesenwitz, der falls es eingesetzt wird zu ner Verschwendung von finanziellen Mitteln führt, die an einer anderen Stelle weitaus sinnvoller eingesetzt werden können...

    Schäuble meinte doch, er wisse nich mal genau was ein Trojaner is lol

  4. #44
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Zitat Zitat von BseBear Beitrag anzeigen
    afaik sind die neuesten Techniken nun aber so, dass sie quasi nur "lebendes" Gewebe erkennen. Wird dir also herzlich wenig bringen nen abgetrennten Finger von jemand zu haben, der aber dann schon abgestorben ist... Weiß nich genau ob die das über Wärme (was ja wieder einfach zu umgehn wäre) oder aber eher Blutfluss testen
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man auch diese Systeme mit relativ einfachen Mitteln* austricksen kann. Die Gelantine von Gummibärchen brauchte man dazu wohl, weil die ähnliche physikalische Eigenschaften hat wie das Gewebe an Fingern. Und die Tricks nicht mehr funktionieren entführt oder erpresst man die Person deren biometrische Daten man braucht. So oder so, es ist für die Betroffenen deutlich unangenehmer als wenn nur ein Passwort oder Schlüssel geklaut wird oder eine Chipkarte kopiert wird. Es ist ein Irrtum zu denken, dass diese Identifizierungs-/Authentifizierungsmethoden nicht zu überlisten wären.

    *edit:
    Hab es wiedergefunden:
    http://www.bpb.de/publikationen/Z2VA...gerrechte.html
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  5. #45
    Major
    Avatar von AbYsS
    Registriert seit
    11.02.2003
    Ort
    Mannheim
    Alter
    41
    Beiträge
    9.157
    Name
    Michael
    Nick
    inaktiv
    Clans
    inaktiv
    ich frag mich wofor ich mehr angst haben muss, vor terroristen oder vor der totalen überwachung alà 1984

    ich mein früher gabs auch keine internet-überwachung und die agenten/polizei fand die terroristen trotzdem

    wenn ich jetzt höre das BKA Online-PC durchsuchungen durchführen will, wo angeblich keine normalen bürger betroffen sein sollen, aber wenns gut klappt wieso sollte man das nicht ausweiten ?

  6. #46
    Ehrenmember
    Avatar von Talatavi
    Registriert seit
    28.07.2001
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    7.913
    Name
    Robi
    Nick
    DonRob
    Clans
    BL00D+
    Was war denn an dem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs nicht zu verstehen Talla?
    Sinngem. Tenor: "Das Online-Ausspähen von PC's mit Spionageprogs durch staatliche Institutionen ist nicht zulässig"

    Also bitte erst informieren, dann verschwindet auch die Angst.


    €dit: Link zum Thema
    Wenn man mit Dreck beworfen wird, ist es nur eine Frage der Menge ob was hängen bleibt.

  7. #47
    Major
    Avatar von AbYsS
    Registriert seit
    11.02.2003
    Ort
    Mannheim
    Alter
    41
    Beiträge
    9.157
    Name
    Michael
    Nick
    inaktiv
    Clans
    inaktiv
    Zitat Zitat von Talatavi Beitrag anzeigen
    Was war denn an dem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs nicht zu verstehen Talla?
    Sinngem. Tenor: "Das Online-Ausspähen von PC's mit Spionageprogs durch staatliche Institutionen ist nicht zulässig"

    Also bitte erst informieren, dann verschwindet auch die Angst.

    du glaubst doch nicht das war das ende, wenn Herr Schäuble und andere politiker das wollen wer hält sie noch auf, ändern wir halt paar gesetze

  8. #48
    Ehrenmember
    Avatar von Talatavi
    Registriert seit
    28.07.2001
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    7.913
    Name
    Robi
    Nick
    DonRob
    Clans
    BL00D+
    Ich hoffe ganz fest das dies nicht das Ende war sondern schnellstmöglich eine gesetzliche Regelung erlassen wird, die diesen Eingriff bei Beschuldigten zulässt.
    Wer mit PC & Internet schwere Straftaten vorbereitet, abspricht und/oder verübt, darf sich nirgends in Sicherheit wiegen.

    Warum sich normale Leutz darüber echauffieren wird mir ein Rätsel bleiben.
    Wer keine schweren Straftaten am PC ausbrütet, wird wohl auch nie ins Visier genommen werden.
    Prognose:
    Die Anordnung für eine virtuelle Ausspähung wird unter Richtervorbehalt stehen und nur bei "Kunden" angewendet werden, die bereits Bestandteil eines Ermittlungsverfahrens sind wo es um Straftaten von erheblicher Bedeutung geht.

    Das wird den grundrechtssensiblen Bürger und die Oberverdachtsschöpfer nicht beruhigen aber schließlich müssen sie sich damit abfinden, wenn ein solches Gesetz zustande kommen wird.
    Es geht hier nicht um die staatliche Auskundschaftung ob sich jemand bei Emule/KaZaa was illegales zieht, gecrackte Progs verwendet oder eine Serial illegal verwendet, sondern um die Aufklärung/Verhütung von "echten" Verbrechen.
    Wenn man mit Dreck beworfen wird, ist es nur eine Frage der Menge ob was hängen bleibt.

  9. #49
    UF Supporter
    Avatar von BseBear
    Registriert seit
    27.09.2003
    Ort
    Stuttgart
    Alter
    31
    Beiträge
    3.945
    Name
    Michael
    Nick
    bsebear
    Problem ist nur, dass das System so wie es gedacht ist sowieso nicht funktionieren kann. Jemand der übers Internet beispielsweise Terroranschläge vorbereitet wird wohl kaum so blöd sein und auf irgendne .exe in nem Email-Anhang klicken...

    Das ist aber notwendig um den Trojaner erst ins System zu bringen.

    Wieso man sich als "normaler" Bürger da aufregt? Weil man nicht sicher weiß wann das eingesetzt wird? Weil man vielleicht noch ein Recht auf Privatsphäre hat? Wie Touji schon angesprochen hat, kann aus einem falschen Eintrag in ner DB scon sehr viel geschlossen werden, was aber nicht immer der Wahrheit entsprechen muss...

    Man hat einfach so langsam das Gefühl, dass der Staat einen kontrollieren will und das obwohl die Demokratie Freiheit und blablabla auf ihren Fahnen stehen hat

  10. #50
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Zitat Zitat von Talatavi Beitrag anzeigen

    Es geht hier nicht um die staatliche Auskundschaftung ob sich jemand bei Emule/KaZaa was illegales zieht, gecrackte Progs verwendet oder eine Serial illegal verwendet, sondern um die Aufklärung/Verhütung von "echten" Verbrechen.
    Wer versichert uns, dass das auch so bleiben wird und es nicht so ähnlich läuft wie bei der Abschaffung des Bankgeheimnisses? Konteneinsicht kann doch inzwischen auch so ziemlich jede Wald- und Wiesenbehörde nehmen (*übertreib* ), was vor ein paar Jahren ja auch noch nicht der Fall war. Da man dieses Mittel aber schon hatte, war es doch praktisch es auch für andere Zwecke zu verwenden. Das wird im Zusammenhang mit dem Trojaner sicher ähnlich laufen. Deshalb: Wehret den Anfängen!

    Des weiteren stört es mich, dass gerade im Zusammenhang mit der Online-Durchsuchung offensichtlich Leute entscheiden, die von den Themengebieten Computer und Internet so gut wie keine Ahnung haben. Welche Risiken mit der Online-Durchsuchung verbunden sind, habe ich ja bereits in meinem vorletzten Beitrag ausgeführt, wobei ich da keinen Anspruch auf Vollständigkeit gelegt habe. Passend dazu mal ein Newsartikel vom heutigen Tage. Ich habe mir mal die Freiheit genommen und ein paar interessantere Textstellen farblich hervorgehoben:

    Online-Durchsuchungen: Von Gelsenkirchen lernen

    Bei einer Diskussionsrunde deutscher Innenminister auf dem europäischen Polizeikongress herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass das Instrument der heimlichen Online-Durchsuchung von PCs ein Bestandteil polizeilicher Ermittlungsarbeit sein muss. Einzig der Berliner Innensenator Ehrhart Körting meldete Zweifel an der Vernünftigkeit der Methode an: "Mit dem Versand von Trojanern erreichen wir nur noch den DAU, aber doch nicht die Schwerstkriminellen und Terroristen, die sich hüten werden, auf Computern Spuren zu hinterlassen."

    Obwohl nicht nur Heise-Leser an der Darstellung des Vorfalls zweifeln, bildete das Geschehen in Gelsenkirchen die Vorlage für eine Diskussionrunde deutscher Innenminister auf dem 10. europäischen Polizeikongress. In Gelsenkirchen wurde eine Gruppe junger Türken verhaftet, die angeblich einen Anschlag auf die Sängerin Nena planten. Seitdem müssen die Jugendlichen, deren Mobiltelefonate und SMS-Nachrichten abgehört wurden, als Beweis dafür herhalten, dass es in Deutschland einen "hausgemachten Terrorismus" gibt, der in Deutschland aktiv ist und sich nicht etwa wie frühere Terrorgenerationen zum Kampf in Tschetschenien oder Bosnien abmeldet.

    Auch wenn die Überwachung in dem Sinne erfolgreich war, dass ein Anschlag verhindert werden konnte, forderte der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm eine genauere Beobachtung des Internets, in dem sich Jugendliche radikalisieren. Sein Kollege Ingo Wolf betonte, dass man mit allen Mitteln versuchen müsse, in die Kommunikation von Gruppen hereinzukommen, die sich völlig alleine radikalisieren. Der hessische Innenminister Volker Bouffier machte dagegen darauf aufmerksam, dass Streifenbeamte und Ortspolizisten besser erkennen könnten, wann sich Jugendliche radikalisieren. Und der Berliner Innensenator Körting verwies als Beamter einer Stadt mit hohem Ausländeranteil auf den Zusammenhang zwischen Radikalisierung und mangelnden Ausbildungs- oder Arbeitsperspektiven.

    Größere Einigkeit herrschte in der Diskussionsrunde in der Frage der heimlichen Online-Durchsuchung von Computern. So mahnte der bayerische Innenminister Günther Beckstein einen dringenden Handlungsbedarf beim Gesetzgeber an, damit die Online-Durchsuchung von Computern schnellstens möglich werde. "Wir brauchen schnellstens eine Änderung der Rechtsgrundlage und einen Straftatenkatalog, der festlegt, bei welcher Tat die Online-Durchsuchung gestattet ist. Wir brauchen das auch, weil nicht mehr die Festplatte die Daten enthält, sondern der Terrorist oder Schwerstkriminelle sie auf irgendwelchen Internet-Servern versteckt, wo sie über Verschlüsselungsmaßnahmen geschützt sind, die nicht zu knacken sind. Dafür muss die Online-Untersuchung her, die ein anderer Eingriff ist als eine einfache Telefonüberwachung."

    Zuvor hatte sein hessischer Kollege Bouffier angezweifelt, ob durch die Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) nicht auch die Online-Kommunikation ausreichend intensiv überwacht werden könne. Beckstein machte sich aber angesichts der gefälschten BKA-Mails mit Trojaner-Anhang auch über die generelle Internet-Sicherheit und die Gefährdung des Online-Bankings vieler Bürger Gedanken: "Ich hätte diese Mitteilung des BKA mit hundertprozentiger Sicherheit geöffnet, wenn meine Frau mich nicht vor der schlimmen Mail gewarnt hätte, weil sie darüber in der Zeitung gelesen hatte." Indirekt bestätigte Beckstein, der gerne seine technische Unbedarftheit erwähnt, die Argumentation des Berliner Innensenator. Der hatte zuvor bezweifelt, dass mit einem Trojaner Terroristen und Kriminelle erreicht werden können, weil mittlerweile nur die dümmsten Anwender, von Körting DAU genannt, auf solche Mails reagierten.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/85315

    Ich halte solch uninformierten Aktionismus für gefährlich, gerade wenn es um Sachen geht die auch das Grundgesetz tangieren. Das Grundrechte der Bürger wurden darin schließlich bewusst so formuliert, weil man aus den negativen Erfahrungen aus der NS-Zeit gelernt hat. Deshalb sollte man immer etwas misstrauisch sein, wenn jemand diese, aus welchem Grund auch immer, einschränken oder beschneiden will. Bei deutschen Innenministern scheint das in letzter Zeit ja eher die Regel als die Ausnahme zu sein.
    Geändert von Touji (15.02.2007 um 01:38 Uhr)
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  11. #51
    UF Supporter
    Avatar von MacBeth
    Registriert seit
    21.12.2004
    Ort
    Vahldorf
    Alter
    32
    Beiträge
    38.259
    Name
    Patrick
    Nick
    MacBeth
    Clans
    3 2 1 Hasselhoff
    da es hier noch nicht erwähnt wurde will das hier noch mit einfügen....

    wer das noch nicht kennt dem werden gleich die augen ausm kopf fallen
    ich bezweifel das die angaben falsch sind!

    http://www.focus.de/digital/handy/si...nid_44790.html

    und wer zu faul ist zum klicken

    von FOCUS-Autor
    Lutz Herkner

    Sicherheitslücke

    Hacker machen Handys zu Wanzen
    Unbemerkt Handy-Gespräche mithören und SMS lesen – eine heimtückische Sicherheitslücke gefährdet jedes Mobiltelefon.

    Der junge Mann wirkt eher unscheinbar – seine technische Entdeckung ist dafür umso spektakulärer. „Wir haben eine Sicherheitslücke im Mobilfunk ausgemacht, die jedes Handy in eine Wanze verwandelt“, behauptete Wilfried Hafner, Geschäftsführer des Münchner Sicherheitsunternehmens SecurStar, und lud FOCUS zum exklusiven Sicherheitstest ein. Anders als alle bisherigen Viren oder Trojaner fürs Handy schlägt das von Hafner entwickelte Programm RexSpy völlig unbemerkt und ohne Zutun des Telefonbesitzers zu.

    Experiment in der Firmenzentrale

    In der knallroten Plastiktüte warten zwei Mobiltelefone auf ihren Einsatz, nagelneu, vor fünf Minuten in einem Laden gekauft. Das Gleiche gilt für die beiden neuen SIM-Karten, die der FOCUS-Autor nicht aus den Augen lässt, um Manipulationen auszuschließen. Hafner, der einst als Hacker agierte, erhält nur die Rufnummer. 130 kryptische Zeichen tippt der 34-Jährige umgehend in sein Telefon und sendet diese ab. Auf dem Testgerät, einem Nokia N90, rührt sich nichts. Nach zwei Minuten wagt das Testteam einen Anruf in die Redaktion. Hafner schmunzelt. Bereits nach wenigen Sekunden klingelt sein Mobiltelefon, und er kann das Gespräch mithören – völlig unbemerkt und von außen nicht erkennbar. Der Anrufer hört kein Piepen, erhält keine Anzeige auf dem Display, sieht keine Spuren im Posteingang. RexSpy schleicht sich völlig unsichtbar ein.

    Auch auf dem zweiten Testgerät, einem Qtek 8500 mit Windows-Mobile-Betriebssystem, funktioniert die Demonstration genauso reibungslos – ein Indiz dafür, dass der Eindringling unabhängig vom Betriebssystem des Handys operiert. „Das Problem ist eine Riesenlücke in den Protokollen der Service-SMS. Durch diese kann man jeden beliebigen Programmcode auf dem Handy installieren. Der macht dann, was man will“, verrät Hafner. Normalerweise diene eine solche Service-SMS dazu, Software-Updates auf die Telefonkarte oder das Handy zu übertragen. Dass der Kunde davon nichts mitbekommt, ist beabsichtigt. Schließlich soll der Vorgang möglichst unkompliziert vonstatten gehen.

    Niemand ist sicher


    Auch Politiker-Handys mit Verschlüsselungssystemen lassen sich auf diese Weise angreifen. „Jedes Gespräch kann abgehört, alle SMS können mitgelesen werden, selbst das Adressbuch des Handy-Besitzers könnte ich kopieren“, sagt Hafner. „Die als Service-SMS getarnte Nachricht wird vom Handy anstandslos akzeptiert und ausgeführt.“

    Die amerikanische Bundespolizei scheint diesen Trick bereits zu nutzen. Vergangenen Dezember räumte das FBI ein, mithilfe eines Virus die Handys zweier Mafiosi angezapft zu haben. Derartiges Ausspionieren von Handy-Daten sei „in Deutschland eindeutig illegal“, warnt Thomas Hören, Professor für Telekommunikationsrecht an der Universität Münster, allzu Neugierige.

    Unsichtbarer Feind

    Die Sicherheitslücke müssten Netzbetreiber und Handy-Hersteller eigentlich umgehend schließen. Die Verantwortlichen scheinen es damit nicht so eilig zu haben. Das Spektrum ihrer Reaktionen reicht von „Kaum vorstellbar“ bis „Das müssen wir mal prüfen“.
    Das Vertrauen unter Freunden ist ein sehr empfindlicher Zustand. Zuneigung, Gefühl, Erkenntnis, Hoffnung und Glaube halten ihn im Gleichgewicht. Ohne Vertrauen ist das Leben bitter und leer, dieses zerbrechliche Band auf die Probe zu stellen, ist gefährlich. Und obwohl das Vertrauen daran wachsen kann, stellt sich immer die Frage, ob es der Probe überhaupt standhält.

  12. #52
    UF Supporter
    Mainforum-Moderator
    Avatar von Crash
    Registriert seit
    15.07.2004
    Ort
    Bremen
    Alter
    35
    Beiträge
    8.941
    Name
    Christian
    Nick
    Crash
    Sehr interessant. Vielen dank für den Auszug

  13. #53
    Major
    Avatar von AbYsS
    Registriert seit
    11.02.2003
    Ort
    Mannheim
    Alter
    41
    Beiträge
    9.157
    Name
    Michael
    Nick
    inaktiv
    Clans
    inaktiv
    Telecom und Datenspeicherung: http://www.heise.de/newsticker/meldung/85609

  14. #54
    Feldwebel

    Registriert seit
    05.04.2005
    Ort
    Aus dem Land der Träume
    Alter
    29
    Beiträge
    1.128
    Nick
    Maggi
    Ich finde viele leute sind hier sehr sehr ignorant. ihr seid viel zu gutglaeubig was Politik, Wirtschaft , Banken etc angeht. Ich will nicht an die Korruption denken die hier herrscht.

    wenn man ueber die moeglichkeit verfuegt daten zu ermitteln, die gespeichert sind, wird das getan. da wird das gesetz hintergangen. da zweifel ich nicht mal daran, dass es wenn es gewusst, von ganz oben das verhindert werden wuerde. was wirklich sehr traurig ist.

    Diese shice Terrorismus scheisse geht mir dazu voellig aufn sack. Es wird viel zu viel uebertrieben. Dies ist ein Vorwand, entschuldingt den Ausdruck, die totale ueberwachung.
    noch sind viele dinge nicht moeglich, aber wenn man erst einmal die moeglichkeit hat, persoenliche genaue profile zu erstellen, wird das sehr sehr ausgenutzt werden, und zwar hauptsaechlich negativ. mag sein dass es die masse nich betreffen wird aber sicher den einzelnen. keiner ist westenrein. diese ueberwachung fuehrt zu einem totalitaeren system. wenn das erst einmal ins rollen kommt, ist es nicht mehr zu verhindern. deswegen darf man nich so blauaeugig sein, und sagen, ah die machen schon nix damit, von wegen, wir sind ja das volk, zur not, wir haben die macht.
    das dachte man man auch bevor hitler an die macht kam. es mag sein das dies etwas ueberspitzt ist, aber dinge wiederholen sich in der geschichte, und werden immer extremer.

    siehe die frau, die islam buecher bestellt und dann nicht in die usa eingelassen wird, sie KOENNTE ja terrorist sein. klar sagt da jeder das ist uebertrieben, aber gemacht wird es trotzdem.
    denkt mal ueber eure freiheit nach. keiner kann mir hier sagen, er hat ne reine weste, und mal ehrlich was waere wenn ihr fuer alles bestraft werdet, wenn man die moeglihkeit hat es zu ermitteln, wo soll das bitte hinfuehren?

    das mit der GEZ ist kein schlechtes beispiel, und noch relativ harmlos.

    ganz ehrlich, sehr traurig, dass viele bundesbuerger, vor allem junge so denken! nicht umsonst die junge blauauegigkeit. koennt mich ruhig mit dreck bewerfen, aber es ist so.
    man ist jung, dumm und meint alles zu wissen. habe kein bock jetzt beispiele anzufuehren aber wenn ich an soldatenkinder in afrika denke und so. ja egal was man der jugend sagt sie glaubts, und preist es in den himmel nach dem motto. wird schon stimmen und is auf jedenfall ne tolle sache @ *hirnausschalt!

  15. #55
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Britische Regierung will Kindern ab 11 Jahren Fingerabdrücke abnehmen

    Das britische Innenministerium plant, ab 2010 auch Fingerabdrücke von Kindern im Alter zwischen 11 und 16 Jahren abzunehmen und zu speichern. Wie die britische Times berichtet, die Einsicht in vertrauliche Dokumente des Ministeriums erhalten hat, soll die Massenabnahme von biometrischen Daten nach den Plänen im ersten Jahr bei 295.000 Jugendlichen unter 16 Jahren erfolgen, die einen Antrag auf die Ausstellung eines Passes stellen. Die biometrischen Daten – Fingerabdrücke, Iris- oder Gesichtsscans – werden ab nächstem Jahr nach dem 2006 verabschiedeten Identity Cards Act in die zentrale Nationale Datenbank NIR eingespeist. Personalausweise werden ab 2009 ausgegeben, sind aber bislang nicht vorgeschrieben.

    Kinder unter 16 Jahren fallen zwar nicht unter dieses Gesetz, aber das Innenministerium plant, im Jahr 2011 bereits die Fingerabdrücke von 545.000 11- bis 16-Jährigen abgenommen zu haben. Die Daten werden zuerst in der Datenbank des Immigration and Nationality Directorate, in der sich auch die Daten der Asylbewerber befinden, gesammelt und ab dem 16. Lebensjahr dann in das NIR überführt. Bis 2014 sollen dann die Fingerabdrücke von jährlich 495.000 Kindern abgenommen werden.

    Die Opposition, in Großbritannien die Konservativen und Liberalen, wenden sich gegen diese Pläne. David Davis, der von den Tories als Innenminister vorgesehen ist, kritisiert, dass damit die Unschuldsvermutung aufgehoben werde: "Mit der Abnahme von Fingerabdrücken bei allen Kindern ist diese Regierung offenbar entschlossen, große und einmalige Veränderungen des Verhältnisses zwischen dem Bürger und dem Staat durchzusetzen." Datenschützer warnen schon länger, dass Großbritannien zu einer Überwachungsgesellschaft wird.

    Zudem wird deutlich, dass biometrische Pässe immer teurer werden. Abgesehen von teils langen Fahrten zu den Ämtern, in denen biometrische Ausweise beantragt werden können, sollen die Preise für ePässe bis zum Oktober um weitere 15 Euro auf dann 110 Euro steigen. Seit Dezember 2005, als die neuen biometrischen Pässe eingeführt wurden, stiegen die Kosten damit um mehr 80 Prozent. Kinderpässe, die jetzt 65 Euro kosten, sollen ab Oktober 85 Euro teuer sein. Gut kassieren will der Staat auch, wenn Frauen heiraten und ihren Namen ändern (53 Euro), wenn ein Personalausweis verloren geht (40 Euro), eine kaputte Karte ersetzt (38 Euro) oder die Adresse verändert werden muss (9 Euro). In Deutschland kostet der ePass noch 59 Euro, für Personen unter 26 Jahren 37,50 Euro. Ab 1. November sollen in die Pässe neben dem Gesichtsbild auch zwei Fingerabdrücke gescannt und gespeichert werden. Tests bei 20 Passbehörden haben bereits am 1. März begonnen. Von Preiserhöhungen ist bislang nicht die Rede. (fr/Telepolis)
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/86185

    Das ist zwar ein anderes EU-Land, aber ich bin mir recht sicher, dass es keine 2 Jahre dauern wird bis für Deutschland etwas ähnliches geplant ist und zwar für sämtliche Bundesbürger ab einem bestimmten Alter. Dank Vorratsdatenspeicherung steht bis dahin sowieso jeder Bundesbürger unter Generalverdacht (es sei denn er nutzt weder Telefon noch Internet), da ist das nur ein weiterer kleiner Schritt in eingeschlagene Richtung.
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  16. #56
    UF Supporter
    Avatar von MacBeth
    Registriert seit
    21.12.2004
    Ort
    Vahldorf
    Alter
    32
    Beiträge
    38.259
    Name
    Patrick
    Nick
    MacBeth
    Clans
    3 2 1 Hasselhoff
    ja ja das wird noch lustiger wenn sie auf die idee kommen das BEI JEDEM machen zu wollen
    unabhängig davon ob ausländer oder landesbürger der nichtmal ins ausland will...bei einfach JEDEM!

    vielleicht sollte zum nächsten jahr als guter vorsatz der waffenschein angestrebt werden
    Das Vertrauen unter Freunden ist ein sehr empfindlicher Zustand. Zuneigung, Gefühl, Erkenntnis, Hoffnung und Glaube halten ihn im Gleichgewicht. Ohne Vertrauen ist das Leben bitter und leer, dieses zerbrechliche Band auf die Probe zu stellen, ist gefährlich. Und obwohl das Vertrauen daran wachsen kann, stellt sich immer die Frage, ob es der Probe überhaupt standhält.

  17. #57
    Mainforum-Moderator
    Avatar von Little.
    Registriert seit
    08.03.2007
    Beiträge
    10.064
    Video vom diesjährigen Chaos Computer Club Kongress
    Wurde hoffentlich noch nicht gepostet. Ist eine Aufnahme des Vortrages "Security Nightmares" der jedes Jahr stattfindet wo (unter anderem) Prognosen und Analysen zu solchen Themen gegeben werden. Dürfte für die Leser dieses Threads sicherlich interessant sein (sollte man es noch nicht kennen)

  18. #58
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Neues vom "Bundestrojaner": die IT-Sicherheitsindustrie sieht ihre Felle davonschwimmen...

    Verband: Staatsschnüffelei beschädigt Ansehen Deutschlands

    Sicherheitsanbieter-Initiative verurteilt Online-Durchsuchungen

    Die Pläne des Bundesinnenministeriums, verdeckte Online-Durchsuchungen durchzuführen, stoßen auf massive Kritik aus der IT-Sicherheitswirtschaft. Die in der Exportinitiative "IT Security made in Germany (ITSMIG)" zusammengeschlossenen 34 deutschen Anbieter lehnen die Pläne aus dem Innenministerium einhellig ab.

    In dem Verband sind zahlreiche namhafte Unternehmen wie Funkwerk, IGEL, Infineon, Kobil, LANCOM, Siemens Business Services u.a. vertreten. "Schon allein die Diskussion, ob in Deutschland auf Computerfestplatten die Kernbereiche privater Lebensführung vom Staat durchschnüffelt werden dürfen, schadet uns nachhaltig im Ausland", so Frank Fuchs, Sprecher des Steuerkreises von ITSMIG und CEO von Softpro.

    "Wir erhalten aus dem Ausland zunehmend Anfragen, weshalb Deutschland nun gleiche Methoden anwenden wolle, wie man sie bisher nur anderen Staaten unterstellt", so Fuchs weiter. Welche "anderen" Staaten damit gemeint sind, sagte Fuchs nicht.

    Übereinstimmend berichten die Mitglieder, dass bereits das Bekanntwerden der Pläne die deutsche IT-Sicherheitsbranche und die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" diskreditiert sowie deren Vertrauenswürdigkeit beschädigt. "Dass der deutsche Staat uns in seiner Überwachungsgier nun einen "Bundestrojaner" unterjubeln will, ist katastrophal", so Antonius Sommer, ebenfalls Mitglied im Steuerkreis der Initiative und Geschäftsführer der TÜV Informationstechnik.

    Nach Ansicht der Initiative widersprechen verdeckte Online-Durchsuchungen dem Geist der im Juni 1999 von der damaligen Bundesregierung beschlossenen Eckpunkte der deutschen Kryptopolitik. Darin hat die Bundesregierung zum Ausdruck gebracht, dass sie in der Verwendung sicherer Verschlüsselung eine entscheidende Voraussetzung für den Datenschutz der Bürger und für den Schutz von Unternehmensgeheimnissen sieht und Maßnahmen ergreifen wird, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller von sicheren Verschlüsselungsprodukten zu stärken.

    Die Mitglieder von ITSMIG warnen das Bundesinnenministerium eindrücklich davor, das Image deutscher Produkte im Ausland aufs Spiel zu setzen. Anbieter aus den USA hätten schon längst das Problem, glaubwürdig zu versichern, dass bei ihren Produkten die US-Behörden nicht mithören. (ad)
    Quelle: Golem.de

    Wer hätte das gedacht, Industrielobbyisten können doch mal zu was gut sein?!

    Von vermuteten Hintertüren und dem damit verbundenen Vertrauensverlust kann Microsoft sicher auch ein Liedchen singen. Die Gerüchte um eine Hintertür für die NSA sind auch nach Jahren noch nicht totzukriegen und wohl auch einer der Gründe warum immer mehr Länder Windows von ihren Behördenrechnern verbannen wollen (zuletzt Kuba und die Französische Nationalversammlung). Firmen die keine Quasi-Monopole sind, dürften solche Gerüchte aber allerdings härter treffen.

    Ich glaube allerdings nicht, dass nur ausländische Kunden einen Bogen um deutsche IT-Sicherheitsprodukte machen werden, sondern wohl auch einige deutsche Kunden. Wer will z. B. schon einen Virenscanner oder ein Intrusion Detection System der/welches (möglicherweise) bestimmte Schadprogramme absichtlich ignoriert oder gar selbst ein Spitzel sein könnte, wenn es andere gute Produkte aus dem Ausland gibt?

    Hier ist noch ein Artikel darüber wie der "Bundestrojaner" funktionieren könnte, was machbar ist und was nicht:
    Bundestrojaner: Geht was – was geht (Quelle: heise security)
    Geändert von Touji (14.03.2007 um 00:09 Uhr)
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  19. #59
    Duc de Rischelmääh
    Avatar von brainsheep
    Registriert seit
    27.02.2007
    Beiträge
    40.604
    Erstmal: dieses thema is mal endlich was gescheites vielen dank dafür.
    Es erschreckt mich auch wie sorglos gerade junge Menschen dieses thema geradezu ignorieren.
    weiß zwar net ob des schon mal gesagt wurde aber hier noch ein weiteres Beispiel: 1984 wollte man in Deutschland eine Volkszählung durchführen voraufhin die Bevölkerung heftigst demonstrierte und die Sache abgeblassen wurde.
    Und heute gibt jeder von uns Datenmengen preis, oje mir wird übel.
    Viele Personalchefs nutzen mittlerweile Google um mehr über Bewerber rauszubekommen also obbacht.
    ansonsten sag ich nur: Schober Information Group und schließe mich der viel geäußerten Meinung an: Was technisch möglich ist wird gemacht, obs gesetzlich erlaubt ist oder nicht spielt keine Rolle.

  20. #60
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
    Registriert seit
    22.10.2002
    Alter
    35
    Beiträge
    11.542
    Name
    Fabian
    Bundesinnenminister Schäuble will Grundsatz der Unschuldsvermutung aushebeln

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble forciert seine Pläne zur weiteren Verschärfung der Sicherheitsgesetze weiter. Erst kürzlich kündigte Schäuble an, "Leitlinien für die innere Sicherheit" ausarbeiten zu wollen, um die Trennung zwischen innerer und äußerer Sicherheit aufzuheben; auch fordert er Online-Untersuchungen von Computern oder den Zugriff der Polizei auf gespeicherte Passfotos. Nun will Schäuble selbst den in einem Rechtsstaat zentralen Grundsatz der Unschuldsvermutung aushebeln, um präventive Massenüberwachungsmaßnahmen zu ermöglichen.

    Dem Stern sagte der Bundesinnenminister, dass er an seinen Plänen "nichts Schlimmes" erkennen könne: "Die Gewährleistung von Sicherheit für Leib und Leben ist wesentlicher Teil der Aufgabe des Staates. Sie sichert uns eine Freiheit, die wir früher nicht hatten: weltweit zu reisen, zu kommunizieren, Geschäfte zu machen." Wer seine Pläne zu Grundgesetzveränderungen als Anschlag auf die Verfassung charakterisiere, würde ihn diffamieren: "Wer Gegenteiliges behauptet, betreibt ein infames Spiel mit mir."

    Im Kampf gegen den Terrorismus setzt Schäuble auf Präventivmaßnahmen und will dabei die Unschuldsvermutung, die den Zugriff der Sicherheitsbehörden begrenzt, aushebeln. Schäuble spreche davon, dass der Grundsatz der Unschuldsvermutung im Kampf gegen terroristische Gefahren nicht gelten könne, schreibt der Stern: "Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche. Nach meiner Auffassung wäre das falsch."

    Der Bundesinnenminister bekräftige in dem Interview auch seine Haltung zur Folter. Er lehne Folter strikt ab und nehme sie "auch nicht augenzwinkernd" hin. Wenn Geheimdienste aber von anderen Diensten Informationen über einen gefährlichen Anschlag erhalten würden, wäre es "absurd", sie nicht zu nutzen, weil "nicht ganz so zuverlässig wie bei uns garantiert ist, dass sie rechtsstaatlich einwandfrei erlangt wurden". Nur so würde seiner "Verantwortung für die Sicherheit der Menschen gerecht".
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/88408

    Unschuldsvermutung abschaffen, Foltergeständnisse als Beweis zulassen..bin ich der Einzige den das irgendwie an die Inquisition erinnert?

    Wie soll ein Verdächtigter denn beweisen können, dass er z. B. nie Mitglied einer terroristischen Vereinigung war? Versuche einmal zu beweisen, dass du etwas nicht bist. Das dürfte bei nicht offensichtlichen Sachen oft unmöglich sein. Da kann man genauso gut versuchen zu beweisen, dass es z. B. Gott nicht gibt. Es ist auf jeden Fall bedeutend schwerer als zu beweisen, dass man etwas ist oder getan hat, insbesondere wenn es eine Partei gibt die gegen einen arbeitet.

    Gerade im Zusammenhang mit der Antiterrordatei könnte das "lustig" werden. Da kommt z. B. jemand durch einen menschlichen oder technischen Fehler (oder weil jemand einflussreiches einen nicht mag) ins Visier des Verfassungschutzes und muss nun beweisen, dass er kein Terrorist ist. Na dann Prost Mahlzeit.
    Al Qaida & Co. dürften wohl keine offizielle Mitgliederliste in irgendeinem öffentlichen Vereinsregister oder einer offiziellen Internetseite haben und allen Mitgliedern einen Mitgliederausweis aushändigen.

    Wie kann jemand, der öffentlich und allen Ernstes so etwas von sich gibt, in der Regierung sein? *kopfschüttel*

    weitere Neuigkeiten:
    Bundesregierung segnet Vorratsdatenspeicherung ab

+ Antworten
Seite 3 von 15 ErsteErste 123456713 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •