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Datenschutz?

Eine Diskussion über Datenschutz? im Forum OFF-Topic. Teil des Off Topic-Bereichs; Zitat von Touji Danke. Den Trend zum präventiven Sicherheitsstaat gibt es leider nicht nur in Deutschland. Wenn ich da z. ...

  1. #201
    Hauptmann
    Avatar von Darth Medvader
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    Zitat Zitat von Touji Beitrag anzeigen
    Danke.

    Den Trend zum präventiven Sicherheitsstaat gibt es leider nicht nur in Deutschland. Wenn ich da z. B. an Großbritannien denke, da müssten die Schäubles, Herrmanns und Schilys im Land schon ordentlich auf die Tube drücken um das aufzuholen.
    In GB ist die Gefahr durch Terroristen immerhin vorhanden, im Gegensatz zu Deutschland... irgendwie find ichs ja ironisch, zuerst bombt man irgendwelche Länder in die Steinzeit und dann muss man sich plötzlich vor eben diesen schützen, wenn sie zurückschießen...
    Die Wahrheit tut weh, aber sie ist die Wahrheit

  2. #202
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    Avatar von Talatavi
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    Zitat Zitat von Madu Beitrag anzeigen
    In GB ist die Gefahr durch Terroristen immerhin vorhanden, im Gegensatz zu Deutschland...
    Naja... ich erinnere mal an die sog. "Sauerlandzelle" von 2007 und die versuchten Bombenanschläge in Dortmund & Koblenz auf Bahnhöfen von 2006.
    Natürlich ist es völlig übertrieben nur deshalb anzunehmen das eine Gefahr bestünde.
    Ist ja in beiden Fällen nix passiert (im zweiten Fall sogar mit Absicht *g*) und solange solche Spaßvögel keinen Schaden anrichten, sollte man ruhig weiter auf deren friedliche Absichten vertrauen. Böse Zungen behaupten ja auch die deutsche Staatsmacht habe das alles fingiert und erfunden.
    Das unsere Gerichte derlei Aktionen völlig weltfremd als Terorrorismus bewerten, lässt sich vermutlich nur mit der schleichenden Schäubelisierung unser Justiz erklären.

  3. #203
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    Fabian
    Ein Wort: Gladio

    Ich glaube allerdings auch nicht, dass die beiden genannten Anschlagsversuche ein Inside Job waren, aber es ist nicht so als ob es so etwas in der Art nicht schon einmal gegeben hätte.

    Vorratsdatenspeicherung in Bulgarien vorerst gestoppt
    Meldung vorlesen und MP3-Download


    Vom Rest der Europäischen Union noch weitgehend unbemerkt, hat das oberste bulgarische Verwaltungsgericht am 11. Dezember ein möglicherweise weitreichendes Urteil erlassen. Dem Gericht zufolge ist die laut EU-Richtlinie (2006/24/EC) auch in Bulgarien Anfang 2008 umgesetzte Vorratsdatenspeicherung nach der vom Innenministerium erlassenen Verordnung Nr. 40 verfassungswidrig, weil damit die Sicherheitsbehörden nahezu unbegrenzten Zugriff auf persönliche Daten erlangen. Die Regierung wird aufgefordert, verständliche und klar formulierte Begründungen für den Zugriff auf persönliche Daten und Regeln ihrer Speicherung zu liefern. Mit dem Urteil widerriefen die Richter die Entscheidung eines untergeordneten Gerichts.

    Die Bürgerrechtsorganisation Access to Information Programme (API) hatte im März eine Klage gegen das Gesetz mit der Begründung eingereicht, dass die Vorratsdatenspeicherung gegen die bulgarische Verfassung, die Europäische Menschenrechtskonvention und EU-Gesetze verstoße. Die Verordnung hat den Sicherheitsbehörden in Artikel 5 praktisch unbegrenzten Zugriff auf alle bei den Providern gespeicherte Daten ohne richterliche Genehmigung erlaubt. Das Gericht rügte, dass keine klaren Begrenzungen des Zugriffs und keine Garantien für den Schutz der Privatsphäre sowie "Ehre, Würde und Ansehen" einer Person nach Artikel 32 der bulgarischen Verfassung vorgesehen seien

    Weiter werde Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt, nach dem jede Person "das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz" hat. Ausnahmen dürfe es nur geben, "wenn der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer". Dies sei im beanstandeten Artikel 5 der Verordnung nicht deutlich geregelt und begründet worden.

    Alexander Kashumov, Rechtsvertreter der AIP in dem Gerichtsverfahren, sieht in dem Richterspruch einen Erfolg, dessen Bedeutung über Bulgarien hinausgeht: "Die Entscheidung schützt nicht nur die Privatsphäre der Bulgaren und vor allem auch die Arbeit investigativ recherchierender Journalisten, die am meisten von Überwachung und Abhörung bedroht sind. Sie kann auch für Bürger im übrigen Europa von Nutzen sein", erklärte Kashumov gegenüber Telepolis.
    Quelle: Heise Online

    EU-Richtlinien scheinen also doch nicht unkippbar zu sein, zumindest in Bulgarien.


    LBB-Datenskandal ist vertuschter Stollen-Diebstahl
    Ho ho ho! Es weihnachtet sehr!

    Leicht Off-Topic:
    Website für Regimegegner sieht sich vom BND verfolgt
    Also falls damit bezweckt werden sollte, dass möglichst wenige Menschen den Eintrag lesen, dann dürfte das der falsche Weg sein. Der Streisand-Effekt lässt grüßen. Epic Fail würde ich mal sagen...

    (Oder es wurde genau das bezweckt.)
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  4. #204
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    Fabian
    Bundespräsident: Keine durchgreifenden Bedenken beim BKA-Gesetz

    Bundespräsident Horst Köhler hat die umstrittene Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) unterzeichnet, die der Wiesbadener Polizeibehörde umfangreiche neue Befugnisse einräumt, die der Terrorismusbekämpfung dienen sollen. Dazu gehören heimliche Online-Durchsuchungen, Rasterfahndungen, das präventive Abhören der Telekommunikation nebst Internet-Telefonie oder die Möglichkeit zum Abfragen von Verbindungsdaten und zur Ortung von Mobiltelefonen.

    Köhler habe keine durchgreifenden Bedenken gehabt, "die ihn an der Ausfertigung gehindert hätten" und das Gesetz "über die Weihnachtsfeiertage" unterschrieben, teilte ein Sprecher des Bundespräsidialamtes am heutigen Montag in Berlin mit. Das Gesetz kann nun im Bundesanzeiger veröffentlicht werden und tritt zum Jahreswechsel in Kraft. Bundestag und Bundesrat hatten kurz vor Weihnachten die im Vermittlungsausschuss noch einmal geänderte Novelle des BKA-Gesetzes gebilligt.

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar glaubt unterdessen nicht, dass das Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben wird. Er gehe davon aus, dass "von dort auch noch mal eine Eingrenzung kommt", sagte Schaar am gestrigen Sonntag im Deutschlandfunk. Die Bundestagsfraktion der Grünen, der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum, Ex-Bundestagsvizepräsident Burkard Hirsch (beide FDP) sowie weitere Personen haben angekündigt, Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz einzulegen.
    Quelle: Heise Online

    Keine wirkliche Überraschung mehr.
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  5. #205
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    Avatar von Apokus
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    Ich würde mich nicht wundern wenn sich mittlerweile n paar Bürger unseres schönen Landes fragen ob sie nicht gezielt Terroristen in den Bundestag schicken können....
    Als ob der Staat als solches auch nur ansatzweise etwas gegen entschlossene Menschen machen könnte die willens sind ihr eigenes Leben für den Zweck zu Opfern.

    Mal schauen ob wir in 5 Jahren mit der nächsten Armee im Iran stehen.
    Das Feindbild ist ja scheinbar klar, fehlt ja lediglich noch ein wenig Angst und Schrecken damit der Pöbel wieder einem Führer folgen kann.

  6. #206
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    Fabian
    Zitat Zitat von Apokus Beitrag anzeigen
    Ich würde mich nicht wundern wenn sich mittlerweile n paar Bürger unseres schönen Landes fragen ob sie nicht gezielt Terroristen in den Bundestag schicken können....
    Das wäre das Dümmste was man tun kann, denn damit tut man den Hardlinern einen großen Gefallen und liefert ihnen das perfekte Argument für weitere "Sicherheitsgesetze".

    Ich bin auch nicht überzeugt, dass sich das Gesetz überhaupt vorrangig gegen irgendwelche Terroristen richtet. Sicher auch, aber eben nicht nur. Befugnisse sind nicht dazu da ungenutzt herumzuliegen.

    Keine Ahnung ob man in 5 Jahren gegen den Iran kämpfen wird, im Moment scheint sich das Verhältnis zwischen Washington und Teheran eher zu entspannen. Auch dürfte es schwierig sein den Krieg zu rechtfertigen, denn dafür, dass der Iran an der Atombombe forscht gibt es nach wie vor keine Beweise und die Weltsicherheitsrat-belüg-Nummer läuft so sicher kein zweites Mal.

    Wie dem auch sei, jetzt ist das Gesetz verabschiedet und der Weg frei für die Verfassungsbeschwerde...
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  7. #207
    Glückspilz
    Avatar von Duke Fak
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    Zitat Zitat von Touji Beitrag anzeigen


    Ich bin auch nicht überzeugt, dass sich das Gesetz überhaupt vorrangig gegen irgendwelche Terroristen richtet. Sicher auch, aber eben nicht nur. Befugnisse sind nicht dazu da ungenutzt herumzuliegen.
    Na sicher geht das nur gegen Terroristen....der Begriff lässt sich doch prima dehnen, genauso wie der Begriff Gewalt.

    Klar ist das auf Zeit betrachtet keine der Überwachungsgesetze rein dafür genutzt wird um die Bürger vor Bombenanschlägen o.Ä. zu schützen.
    Am Ende läuft es immer darauf hinaus den Staat vor seinen Bürgern zu schützen.
    Never run a touching system!!

  8. #208
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    Fabian
    Mit dem Jahreswechsel trat neben dem BKA-Gesetz auch die nächste Stufe der Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Von nun an müssen auch Internetprovider sowie Betreiber von E-Mail- und VoiP-Diensten die Verbindungsdaten ihrer Nutzer 6 Monate lang speichern und den Behörden ggf. zugänglich machen. Im Prinzip sollten diese das schon ab 2008 machen, aber bisher konnten sie sich weigern ohne mit hohen Bußgeldern rechnen zu müssen. Da die für das Vorhaben nötige Technik teuer in der Anschaffung und Nutzung ist hatten die meisten Provider das bisher auch nicht gemacht.

    Was kann man sich unter der Vorratsdatenspeicherung vorstellen? Wenn man eine solche Regelung für den normalen Postweg einführen würde, sähe das in etwa so aus: Bei jeder Postsendung (Postkarte, Brief, Paket etc.) würde die Post Absender, Empfänger und Datum von Entgegennahme und Zustellung notieren und mindestens 6 Monate aufbewahren. Bei der Vorratsdatenspeicherung wird quasi das Gleiche gemacht, nur halt statt bei Briefen bei E-Mails, Webseitenaufrufen, Chats, SMS und Telefonaten.


    Britische Regierung drängt auf EU-weite heimliche Online-Durchsuchungen

    Das britische Innenministerium will die Polizei heimliche Online-Durchsuchungen ohne richterliche Genehmigung im Inland und in EU-Staaten durchführen lassen. Über ein entsprechendes Vorhaben berichten britische Tageszeitungen wie die "Times" oder der "Telegraph". Demnach beruft sich Innenministerin Jacqui Smith von der Labour-Partei auf die noch vagen Pläne der EU-Justiz- und Innenminister, mittelfristig "Ferndurchsuchungen" ("Remote Searches") auch als grenzüberschreitendes Ermittlungsinstrument zuzulassen. Selbst Polizeikräfte aus anderen EU-Ländern sollen demzufolge verdeckt Zugriff auf Festplatten der Bürger eines Mitgliedsstaates erhalten, soweit es dort gesetzliche Regelungen für Online-Razzien gibt.

    Nach dem bisherigen Willen des Innenministerrates könnten sich etwa britische Ermittler bei einer Ausarbeitung des Vorhabens in einer EU-Verordnung oder einem Rahmenbeschluss auch in die Rechner von Bundesbürgern "einhacken". Denn hierzulande sind seit Anfang Januar mit dem Inkrafttreten der umstrittenen Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) heimliche Online-Durchsuchungen rechtlich verankert. Andererseits könnten BKA-Beamte den "Bundestrojaner" etwa gegen Verdächtige in Großbritannien einsetzen – in diesem Fall dann auch ohne Richtererlaubnis.

    Britische Oppositionspolitiker und Datenschützer lehnen den Vorstoß aus dem Innenministerium und Brüssel entschieden ab. Prinzipiell könnten heimliche Online-Durchsuchungen zwar Ermittlern nützlich sein, erklärte der Schattenminister der Konservativen für das Innenressort, Dominic Grieve. Doch "die Ausübung solcher einschneidenden Befugnisse wirft ernsthafte Datenschutzprobleme auf." Die Regierung müsse zunächst erläutern, wie derartige Verfahren praktisch ablaufen welche Vorkehrungen gegen Missbrauch getroffen werden könnten.

    Shami Chakrabarti, Leiterin der britischen Bürgerrechtsorganisation Liberty, sieht die möglichen rechtlichen Grundlagen für EU-weite Online-Razzien verfassungsrechtlich auf wackligem Grund stehen. Die geplanten Maßnahmen verglich sie mit einem Wohnungseinbruch. Dafür müssten zumindest neue nationale Gesetze verabschiedet, in denen eine Richtergenehmigung und andere Kontrollen durch die Justiz zu verankern seien. Andernfalls würde es sich um einen massiven "Schlag" gegen jegliches Verständnis des Schutzes der Privatsphäre handeln.

    Ein Sprecher des Innenministeriums betonte, dass man in Brüssel auf einen strategischen Ansatz zur Bekämpfung von Cybercrime einschließlich Online-Durchsuchungen verständigt habe. Die britische Regierung arbeite nun mit anderen Mitgliedsstaaten an der Entwicklung detaillierter Vorschläge.

    Rechtsexperten und Polizeipraktikern zufolge gibt es in Großbritannien bereits seit Langem gesetzliche Regelungen für den heimlichen Zugriff auf informationstechnische Systeme. Die Association of Chief Police Officers (ACPO) verwies auf das 2000 verabschiedete Überwachungsgesetz "Regulation of Investigatory Powers Act" (RIPA), demzufolge die Polizei in Eigenregie und ohne richterliche Kontrolle beim Verdacht auf schwere Straftaten heimliche Wohnungen und dabei auch Computer untersuchen oder Keylogger darauf installieren darf. Eine "kleine Anzahl" entsprechender Operationen sei im Rahmen der 194 verdeckten Wohnungsdurchsuchungen im vergangenen Jahr ausgeführt worden. Eine weitere Rechtsgrundlage für Online-Razzien sieht Richard Clayton, Computerforscher an der Universität Cambridge, in den britischen Hackerparagraphen im Computer Misuse Act von 1990. Dieser erlaube vom Staat autorisierte und ausgeführte Eingriffe in IT-Systeme.
    Quelle: Heise Online

    @Duke Fak: Stimmt, Terrorist ist ein ziemlich schwammiger Begriff. In diesem Zusammenhang gibt es aber noch den noch deutlich weiter fassbaren Begriff des "Gefährders". Da kann man vom Bombenbastler bis Regimekritiker nun wirklich alles Mögliche drunter verstehen...
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  9. #209
    Feldwebel
    Avatar von Hanniball478
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    was für verbindungsdaten sind das dann datum urzeit dauer der verbindung und Ip ? was wenn die sich ändert bei v lan oder sonstigen n senirien umzug etc oder leuten die alle nase lang über hamatchie spielen? oder sich unterhalten????

  10. #210
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    Die Adresse der Kommunikationspartner einer Verbindung sowie der Zeitpunkt werden gespeichert. Inhalte werden angeblich nicht gespeichert, aber wenn man weiß wer mit wem kommuniziert lässt das u. U. ja schon Rückschlüsse über den Inhalt zu.

    Wenn z. B. irgendein anonymer Informant aus einem Ministerium etwas Brisantes an eine Zeitung meldet und einen Skandal auslöst so bräuchte man nur gucken welche Mitarbeiter im Ministerium in den vergangenen Monaten mit dem Zeitungsverlag telefoniert haben und man hat den "Übeltäter".

    @Hamachi/VPNs: Falls der verwendete Hamachi-Server in Deutschland oder in einem anderen EU-Land, in dem die Vorratsdatenspeicherung schon umgesetzt wurde, steht wird dieser die Verbindungsdaten auch speichern müssen. Es gibt da wohl Ausnahmeregelungen für Betreiber mit geringer Nutzerzahl, aber darunter dürfte Hamachi wohl nicht fallen.
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  11. #211
    Feldwebel
    Avatar von Hanniball478
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    wie falls vorhanden
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    keiner
    nachher unterhalten die sich noch über battelnet afrika^^

  12. #212
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    Avatar von Zooger
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    ich weiß auch nicht wie das noch alles enden soll )
    Geändert von Zooger (23.03.2009 um 16:20 Uhr)

  13. #213
    Oberstleutnant
    Avatar von Touji
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    BKA-Chef will Bundestrojaner auch gegen organisierte Kriminalität einsetzen

    Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, fordert angesichts der "Industrialisierung" von Cybercrime eine Ausweitung der gesetzlichen Grundlage für heimliche Online-Durchsuchungen und die sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung direkt auf dem Rechner eines Verdächtigen. Die Polizei müsse in der Lage sein, der organisierten Kriminalität auch im Internet "Paroli bieten zu können", erklärte der BKA-Chef am heutigen Dienstag im Umfeld einer Sicherheitstagung des Hightechverbands Bitkom in Berlin. Dazu sei es erforderlich, vor oder nach der Verschlüsselung "auf dem System" zu sein. Die Ermittler müssten "auf dem Gerät sein", um die Kommunikation von Computerkriminellen überwachen zu können.

    Das Anfang des Jahres in Kraft getretene neue BKA-Gesetz erlaubt den Einsatz des Bundestrojaners nur präventiv zur Abwehr terroristischer Gefahren. Inzwischen seien allein hierzulande aber "täglich 300.000 bis 500.000" Rechner mit Schadsoftware infiziert, schilderte Ziercke den Umfang von Cybercrime. Die Folge sei der Missbrauch der befallenen Computer für Phishing, Spamming, den Einbruch in fremde Systeme oder "Distributed Denial of Service"-Attacken (DDoS). Das Abfischen von Passwörtern und Logindaten beim Online-Banking habe die Einführung des iTan-Verfahrens zwar im vergangenen Jahr zunächst um über 50 Prozent zurückgedrängt. Inzwischen habe sich die Täterszene aber mit ausgefeilterten Trojanern angepasst, sodass schon wieder 1800 neue Phishing-Fälle zu registrieren gewesen seien. Dazu kämen Kinderpornographie und andere Betrugsfälle, umschrieb Ziercke das nicht zu verleugnende dunkle "Phänomen des Internet", das zu all den positiven Dingen auf der Datenautobahn hinzutrete.

    Die Strafverfolgung sei bei Cybercrime schwierig, verwies der BKA-Chef auf die rege Diskussion um Datenschutz hierzulande. Man werde aber etwa über die Möglichkeit der Quellen-TKÜ zur Aufklärung von Computerkriminalität reden müssen, die Experten zufolge technisch gesehen verdeckten Online-Durchsuchungen nahe kommt. "70 Prozent der Erfolge beruhen heute auf der TKÜ", sagte Ziercke. "Da kann man den Kopf nicht in den Sand stecken". Es gehe auch bei Cybercrime längst um organisierte Strukturen, nicht um den kleinen Nutzer, der Musikstücke runterlädt. Verortet seien die Banden der Cybergangster vor allem in Osteuropa. "Die Justiz muss sich aufstellen", plädierte der Fahnder für ein rasches Gegensteuern. Zugleich gab er zu Protokoll, dass die Polizei von ihren ausgeweiteten Kompetenzen bei der Internetüberwachung maßvoll Gebrauch mache: "Wir haben noch nicht eine Online-Durchsuchung durchgeführt." Er gehe daher weiter davon aus, dass es zu "vier bis fünf" Maßnahmen mit einem verdeckten Zugriff auf IT-Systeme pro Jahr komme. Online-Razzien würden so "keine Bedrohung für den einzelnen Bürger" darstellen.

    Auch Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Bitkom und Vorstandsvorsitzender des Vereins "Deutschland sicher im Netz", machte sich für eine neue Sichtweise der Computerkriminalität stark: "Wir müssen unsere Einstellung zu dem Thema deutlich verändern, es sind kriminelle Akte." Es werde daneben zwar noch den "idealtyptischen Hacker" geben, gleichsam den Graffiti-Sprüher des Web. Dieser sei aber nicht Thema der Veranstaltung. Als großes Hindernis bei der Aufklärung von Verbrechen im Internet machte der Vorstandsvorsitzende der DATEV den Einsatz von Verschlüsselungstechniken durch Angreifer aus: "Wenn nur die Kryptographie nutzen, die etwas verbergen wollen, haben wir ein Riesenproblem."

    Generell erhofft sich Kempf ein effektiveres Vorgehen gegen Cybercrime durch den Aufbau spezialisierter "Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften". Damit könne das Know-how der Strafverfolger "massiv gestärkt und gebündelt" werden. Ziercke betrachtete diesen Vorstoß aber skeptisch. Das Internet finde schließlich "in allen Bereichen statt" und es komme querbeet zu Betrug, Wirtschaftskriminalität oder Terrorismus. Prinzipiell sei daher eine bessere Ausbildung von Staatsanwälten und Richtern wünschenswert.

    Udo Helmbrecht, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), möchte beim Kampf gegen Computerkriminalität am liebsten schon bei "der Jugend in den Schulen ansetzen" und die Sozialisierung für den Cyberspace von Anfang an in richtige Bahnen lenken. Als Hilfsmittel zumindest gegen Phishing und Spam-Mails brachte er just die von Kempf skeptisch beäugten Verschlüsselungsmethoden in Form eines verstärkten Einsatzes digitaler Signaturen ins Spiel. Die damit mögliche Authentisierung der Absender erfordere aber ein Lesegerät und eine Signaturkarte: "Sicherheit kostet Geld." Der Gesetzgeber suche daher nun, die Verbreitung elektronischer Zertifikate für E-Mails durch die entsprechende freiwillige Zusatzfunktion beim elektronischen Personalausweis zu fördern.
    Quelle: Heise Online

    Es kam wie es kommen musste. Kaum hat man eine Maßnahme im Namen und in Zweckbindung auf die Terrorabwehr eingeführt, geht es schon prompt an die Ausweitung des Einsatzfeldes.

    Zuerst Terroristen, dann auch organisierte Kriminalität und KiPo, dann vielleicht Steuersünder und in ein paar Jahren gibt es dann vielleicht die Schlagzeile "BKA-Chef will Bundestrojaner auch gegen Falschparker und Raubkopierer einsetzen". (*übertreib*)

    So weit ist die Ausweitung ja noch nicht sooo wild, aber wer weiß was da noch alles kommt, jetzt wo der Fuß ja schon einmal in der Tür ist.
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  14. #214
    Hauptmann
    Avatar von Darth Medvader
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    Vor allem, was bringt es, deutsche PCs zu überwachen, wenn die Kriminellen ja angeblich alle in Osteuropa sind?
    Auch das mit dem Personalausweis ist mehr als bedenklich, hier kommt das selbe Prinzip wie Touji gesagt hat zur Geltung.
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  15. #215
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    Avatar von Apokus
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    Also dann, wird zeit das wir wieder "Heil mein Führer" üben, Schäuble und Co lassen sicher nicht mehr lange auf sich warten.
    Die Tinte die ihnen die Möglichkeit zur "Terrorabwehr" gab ist noch nicht trocken da wird schon wieder die nächste Ausweitung gefordert. Respekt, selbst Hitler war nicht so schnell mit seinem Weg.

  16. #216
    Duc de Rischelmääh
    Avatar von brainsheep
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    http://www.zoomer.de/news/news-zoom/...surfverhaltens

    Wird unser komplettes Surfverhalten bald aufgezeichnet?
    Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.
    Oscar Wilde

  17. #217
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    Neue Details zum NSA-Lauschprogramm enthüllt

    Russel Tice, früherer Mitarbeiter der National Security Agency (NSA), hat im US-Sender MSNBC die Öffentlichkeit Mitte der Woche über weitere Einzelheiten des umstrittenen Abhörprogramms der Bush-Regierung aufgeklärt. Demnach hatte beziehungsweise hat der technische Geheimdienst Zugang zu sämtlicher elektronischer Kommunikation aller US-Bürger. Telefongespräche, Faxe, E-Mails und andere computervermittelte Nachrichten würden prinzipiell rund um die Uhr 365 Tage im Jahr überwacht. Es sei zwar auch für die großen und leistungsstarken Rechnersysteme der NSA nicht möglich, alle dabei anfallenden Daten längere Zeit aufzubewahren. Aus dem Netz seien aber die kompletten Kommunikationsströme einzelner Organisationen wie insbesondere von Fernsehsendern oder Verlagen herausgefischt und in umfangreichen Datenbanken gespeichert worden.

    Auf die Frage, ob etwa die E-Mails aller Reporter der New York Times aufgezeichnet und archiviert würden, entgegnete Tice, dass bei einer von dem Lauschprogramm anvisierten Einrichtung tatsächlich die gesamte aufnehmbare Kommunikation erfasst worden sei. Selbst Kreditkartendaten und andere Zahlungsinformationen seien mit gespeichert worden, legte der bereits 2005 und 2006 als Whistleblower in Erscheinung getretene Ex-Spion in einem zweiten Interview am gestrigen Donnerstag nach.

    Auch die Kommunikation zehntausender völlig unverdächtiger US-Bürger ist laut Tice mit in die Datenberge gewandert. Dazu habe es etwa schon gereicht, ein vergleichsweise kurzes Telefongespräch zu führen, da auch Terroristen bei Anschlagsvorbereitungen nur in ein oder zwei Minuten das Nötigste austauschen würden. Die im Raster hängen gebliebenen Bits und Bytes seien mithilfe von Data-Mining-Verfahren durchforstet worden. Die Idee dahinter sei gewesen, im Falle eines potenziellen Terroristen rückverfolgen zu können, ob er etwa ein Flugticket oder andere Sachen gekauft habe. Die Ursprünge dieser Datensammelwut sieht der von der NSA entlassene ehemalige Staatsangestellte im "Total Information Awareness"-Konzept aus dem Pentagon. Dieses Programm stoppte der US-Kongress 2003 offiziell, es soll aber in verschiedenen Varianten weitergeführt worden sein. Ob der Geheimdienst nach wie vor diese Form der Rundum-Beschattung durchführt, wusste Tice nicht zu sagen.

    Die Ausmaße des Überwachungsprojekts hielt die US-Regierung nach Angaben des Insiders durch eine Art Hütchenspiel in betrügerischer Weise geheim. So seien einschlägige Akten bei Anforderungen aus Geheimdienstkomitees als Sache des US-Verteidigungsministeriums deklariert worden, über die man keine Auskunft geben könne. Falls Verteidigungsausschüsse aus dem Abgeordnetenhaus oder dem Senat nachgefragt hätten, seien die Informationen wiederum als Geheimdienstsache verkauft worden. James Risen, einer der frühen Berichterstatter über das Beschnüffelungsprogramm bei der New York Times, machte gegenüber MSNBC den Erklärungsversuch, dass mit dem "Big Brother"-Projekt vor allem mögliche Quellen und Whistleblower in der Verwaltung abgeschreckt werden sollten.

    Von der neuen US-Regierung unter dem Demokraten Barack Obama gibt es derweil trotz aller Wandel-Versprechen keine Anzeichen für ein Abrücken von der Geheimniskrämerei rund um die gerichtliche Behandlung des Abhörprogramms. So haben die Anwälte des US-Justizministeriums laut Wired auch unter geänderter Flagge am Donnerstag in einer Gerichtseingabe im Streit über die illegale Beschattung der Al-Haramain Islamic Foundation gefordert, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Der in San Francisco zuständige Bezirksrichter Vaughn Walker hatte zuvor entschieden, dass das von der islamistischen Stiftung angestrengte Verfahren fortzusetzen sei. Zugleich hatte er angeordnet, dass der Kammer Einsicht in ein als geheim eingestuftes, versehentlich an Al-Haramain geschicktes Fax der Regierung zu gewähren sei, wonach die Organisation Ziel einer richterlich nicht gestatteten Überwachungsmaßnahme war. Auch die Obama-Administration will dieser Auflage nun aber nicht Folge leisten. Die kafkaeske gerichtliche Untersuchung der NSA-Schnüffeleien dürfte sich so weiter hinziehen. (Stefan Krempl) / (pmz/c't)
    Quelle: Heise Online

    Das dürfte so manche wilde Verschwörungstheorie getoppt haben, falls es stimmen sollte...
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  18. #218
    Oberstleutnant
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    Freiwillige Vorratsdatenspeicherung gefährdet Privatsphäre

    Bürgerrechtler wollen Datenspeicherung durch TK-Anbieter verhindern

    Die Bürgerrechtsorganisationen La Quadrature du Net, European Digital Rights (EDRi) und der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) haben das Europäische Parlament aufgefordert, die sogenannte freiwillige Vorratsdatenspeicherung nicht zu verabschieden. Sie soll es Telekommunikationsanbietern ermöglichen, Verkehrsdaten ihrer Kunde zu speichern und weiterzugeben.

    Das Europaparlament berät derzeit im Zuge des Telekom-Paketes über eine Erweiterung der europäischen Datenschutzrichtlinie. Der zur Debatte stehende Artikel 6.6(a) soll es Telekommunikationsanbietern ermöglichen, Verkehrsdaten ihrer Kunden zu speichern, zu verarbeiten und aus Sicherheitsgründen an andere Unternehmen weiterzugeben. Die Bürgerrechtsorganisationen La Quadrature du Net, European Digital Rights (EDRi) und der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) haben das Europäische Parlament in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, diese sogenannte freiwillige Vorratsdatenspeicherung abzulehnen.

    Wird der Artikel umgesetzt, dürfen Telekommunikationsanbieter künftig erfassen, mit wem ihre Kunden telefoniert haben, von wo aus sie mobil telefoniert oder an wen sie E-Mails geschrieben haben. Die Kritiker sehen dadurch die Privatsphäre der Bürger gefährdet. "Wir dürfen nicht zulassen, dass eine potenziell unbegrenzte Menge an vertraulichen Daten auf diese Weise Offenlegungs- und Missbrauchsrisiken ausgesetzt wird", sagte Patrick Breyer vom AK Vorrat.

    Die Bürgerrechtler wiesen auf ein Positionspapier des europäischen Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx hin und forderten die Abgeordneten auf, sich dessen Votum anzuschließen. In der Anfang Januar 2009 veröffentlichten Stellungnahme sprach sich Hustinx gegen die Speicherung der Verkehrsdaten aus. Der Datenschützer kritisierte, dass der Entwurf so ausgelegt werden könnte, dass er "die Speicherung und Verarbeitung von Verkehrsdaten aus Sicherheitsgründen auf unbestimmte Zeit ermöglicht". Das berge "das Risiko des Missbrauchs". Hustinx kam deshalb zu dem Schluss, es sei "das Beste, den vorgeschlagenen Artikel 6.6(a) ersatzlos zu streichen".

    Zu den Gegnern der freiwilligen Vorratsdatenspeicherung gehört auch die Bundesregierung. Sie halte die Speicherung "insbesondere im Hinblick auf die große Reichweite dieser Bestimmung" für bedenklich und setze sich deshalb "für die Ablehnung des vom Europäischen Parlament verabschiedeten Änderungsvorschlags" ein, schrieb das Wirtschaftsministerium im November 2008 an eine Gruppe von Gegnern. (wp)
    Quelle: golem.de

    Welche Industrie ist an so einer Regelung wohl besonders interessiert.. ich komm nicht drauf.

    Die Bundesregierung kann sich jetzt auch gut als Gegner dieser Regelung profilieren, die hat ihre Schäfchen diesbezüglich ja bereits im Trockenen.


    Kripo warnt vor rechtsfreiem Cyberspace

    Die Warnung ist vollkommen unbegründet. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Ach was sag ich, es ist nicht mal ein Raum!

    Von der Online-Durchsuchung als Standardermittlungswerkzeug halte ich nach wie vor nichts, denn wenn dieses Werkzeug irgendwann für alles Mögliche eingesetzt wird ist das Netz ja erst recht rechtsfrei. In einem totalitären System mögen solche Geheimdienstmethoden seitens der Polizei als Standardermittlungswerkzeug in Ordnung sein, aber nicht in einem demokratischen Rechtsstaat.

    Das Aufspielen eines solchen Werkzeugs/Spionageprogramms mal eben schnell in einer halben Stunde geht (ohne das bisher nur in Bayern erlaubte heimliche Betreten der Wohnung) auch nur mit Hilfe von Firmen (Softwarehersteller oder Provider) die das nicht wirklich freiwillig machen werden, denn wenn das auffliegt ist der finanzielle und vor allem der Imageschaden im In- und Ausland enorm.

    Gut, man könnte natürlich auch Sicherheitslücken in populären Programmen suchen oder im Schwarzmarkt aufkaufen und diese dann vor dem Hersteller geheimhalten um sie ausnutzen zu können. Dann wäre man zwar nicht auf die Hilfe von Providern und Softwareherstellern angewiesen, aber diese Vorgehensweise an sich wäre im höhsten Maße verantwortungslos, da dadurch nicht nur der Verdächtige sondern alle Nutzer des Programms gefährdet wären.

    Nehmen wir an durch eine undichte Stelle oder eine Unachtsamkeit gelangen Informationen über die Lücke oder gar der Quellcode des Trojaners in die Hände von Kriminellen. Diese nutzen das um ein Botnetz aufzubauen. Ohne genaue Informationen über die Lücke braucht der Hersteller mehrere Wochen um sie zu finden und mit einem Sicherheitsupdate zu beseitigen. Es entsteht ein wirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Wer haftet?

    All diese Herangehensweisen haben also mehr oder minder große Haken.

    Eindringlinge holen 4,5 Millionen Nutzerdaten aus Online-Job-Börse
    Verfassungsbeschwerde gegen BKA-Gesetz läuft
    Online-Durchsuchung light in Hessen

    Suchdienst Ixquick speichert keine IP-Adressen mehr

    Mir persönlich gefällt die Suchmaschine sehr gut. Ich benutze sie seit etwa einem Jahr als meine Standardsuchmaschine und habe Google, Yahoo & Co. seitdem nicht vermisst. Wer möchte kann Ixquick auch über eine SSL-verschlüsselte Verbindung nutzen.

    Firefox-Plugins gibt es hier: http://mycroft.mozdev.org/search-eng...l?name=ixquick

    Wer die Suchmaschine bei Chrome hinzufügen möchte:

    Schraubenschlüssel-Symbol oben rechts -> Optionen -> Grundeinstellungen-Tab -> Beim Abschnitt "Standardsuche" auf den "Verwalten"-Button klicken und in dem sich daraufhin öffnenden Fenster auf den "Hinzufügen"-Knopf klicken



    Dort gibt man halt einen Namen, ein Tastenkürzel sowie folgende URL ein:
    Code:
    https://ixquick.com/do/metasearch.pl?query=%s&cat=web&pl=ff&language=deutsch
    Fortan kann man dann über Ixquick suchen indem man in der Adressleiste das Tastenkürzel und nach einem Leerzeichen den Suchbegriff eingibt oder es als Standardsuchmaschine festlegt.
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  19. #219
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    Nokia drückt Überwachungsrechte für E-Mails durch

    Der Handyhersteller Nokia hat von Finnlands Regierung Überwachungsrechte für alle E-Mails eigener Mitarbeiter verlangt und andernfalls mit dem Abzug des Unternehmens gedroht. Das berichtete die größte finnische Zeitung Helsingin Sanomat am heutigen Sonntag unter Berufung auf politische Kreise. Die Regierung von Ministerpräsident Matti Vanhanen habe mit Blick auf den möglicherweise drohenden Verlust von 16.000 finnischen Nokia-Arbeitsplätzen sowie Steuereinnahmen die gewünschte Gesetzesinitiative eingeleitet. Nokia wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

    Der größte Handyhersteller der Welt hatte den Vorstoß für massiv erweiterte Kontrollrechte laut Zeitung 2005 gestartet. Auslöser war ein vermuteter Verrat von Konstruktionsgeheimnissen per Mail an den chinesischen Konkurrenten Huawei. Das Unternehmen habe damals den Verdacht nicht auf legale Weise durch Kontrolle des Mailverkehrs überprüfen können und deshalb "massive Lobbyarbeit" für umfassende neue Kontrollrechte des Arbeitgebers eingeleitet.

    Einer der von der Helsingin Sanomat anonym befragten Beteiligten am Entwurf des neuen Gesetzes sagte, Nokia habe "sehr heftigen Druck" ausgeübt: "Die Botschaft war sehr klar. Wenn das Gesetz nicht durchgeht, wird Nokia Finnland verlassen." Der Konzern ist das mit Abstand größte Unternehmen des nordeuropäischen Landes.

    Verfassungs- und Datenschutzexperten haben den in einigen Wochen zur Abstimmung stehenden und allgemein "Lex Nokia" genannten Gesetzentwurf als verfassungswidrig kritisiert. Er würde Arbeitgebern sowie auch Schulen, Bibliotheken oder Vermietern nach der als sicher geltenden Annahme das Recht geben, den Mailverkehr in jeweils eigenen Netzen zu überwachen. Während die jeweiligen Inhalte wie bisher nicht eingesehen werden dürfen, können Absender, Adressat, Themen, Sendezeiten sowie Anhänge überprüft werden. (dpa) / (uma/c't)
    Quelle: Heise Online

    Gut zu wissen, dass ein Staat nicht erpressbar ist...
    "The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol." - Larry Wall

  20. #220
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    Ist doch das selbe, was bei uns auch passiert, nur bei uns machens die Firmen weniger offensichtlich...
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