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Game Of Thrones - TV Serie

Eine Diskussion über Game Of Thrones - TV Serie im Forum Multimedia Forum. Teil des Off Topic-Bereichs; Deswegen hab ich ja am Anfang der Diskussion geschrieben das man einen englischen Muttersprachler fragen müsste. Ich werde in einem ...

  1. #21
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    Avatar von Mooff
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    Deswegen hab ich ja am Anfang der Diskussion geschrieben das man einen englischen Muttersprachler fragen müsste.

    Ich werde in einem Thread der über die TV Serie geht keine Spoiler posten, die über das Ende der ersten Staffel hinaus gehen (respektive über den Teil der schon gesendet wurde).
    Fehler die von den Protagonisten gemacht wurden:
    Spoiler:

    Falsch und moralisch fragwürdig war Ned als er den Wolf von Sansa getötet hat. Nachvollziehbar, ja auch. Trotzdem falsch. Und zwar falsch aus der Zuschauerperspektive und falsch im Kontext der Serie. Irgendwann im Verlaufe des ersten Buches realisiert er das auch selber. Die Zeile "What have i done." fällt.
    Sansa trifft auch so einige Entscheidungen die saublöd und falsch sind, oder sortierst du sie unter böse ein?
    Wo sortieren wir Robert ein (den König), auch böse? Besoffen auf Jagd zu gehen ist sicherlich nicht intelligent.
    Was ist mit Ned, als er Renlys und Littlefingers Vorschläge zur Machtübernahme beiseite wischt und gefangen genommen wird? Er trifft einen Haufen Entscheidungen, die er aus noblen Beweggründen trifft. Sonderlich intelligent sind die nicht und bringen ihn letztendlich auch um. Auch als er Cersei erzählt das sie bitte die Stadt verlassen soll, als er rausfindet, dass ihre Kinder Inzestgeburten sind.
    Dany, als sie das Vergewaltigungsopfer rettet und durch diese und Folgeentscheidungen Drogo verliert.


    Ja, Drogos Tod kann man als verschwendetes Potential sehen. Ich sehe es als einen dicken Pluspunkt der Serie, weil man hier (auch bei Ned sieht) das diese Serie eben nicht 0815 Kost ist, sondern wirklich jeder draufgehen kann. Egal was mit dieser Person noch alles machbar wäre.


    Zu Tyrion (Zwerg)
    Spoiler:

    Es entspricht nicht seinem Charakter den Dreck aufzuräumen den seine Geschwister dauernd verursachen. Er würde diese Situation gewitzter lösen als den Krüppel mit einem ziemlich einzigartigen Dolch töten zu lassen. Es passt nicht zu seinem Charakter ein Idiot zu sein. Vor allem muss man ihn nicht töten. Wer glaubt denn einem kleinen Kind wenn es erzählt die Königin hätte ihren Bruder in einem Turm gevögelt. Der bekommt ein paar Ohrfeigen und gut ist. Wenn die Familie das öffentlich verbreitet werden sie einfach gehängt. Problem gelöst. Meuchelmord sinnlos.
    Also Intrigen, Mord etc. ist sicherlich in seinem Portfolio drin, aber im Gegenzug zu seinen Geschwistern hat er das Gehirn von seinem Vater geerbt und nicht das Aussehen und wird deswegen davor nachdenken, bevor er so eine Entscheidung trifft. Er wird genauso wie sein Vater als derjenige präsentiert, der in politisch/strategischen Entscheidungen die wenigsten Fehler machen wird.


    Sonst gib mir einfach mal ne Aufstellung wer böse und wer gut ist. Für mich sind nämlich einige ziemlich grau. Wobei aber keiner von den wichtigen Personen genau mittig sitzt.

  2. #22
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    Avatar von freezy
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    Nur so nebenbei, weil der Begriff fiel:

    Was verstehst du unter "high fantasy" PJ? ^^ Ich kannte bisher nur so Begriffe wie "dark fantasy" oder "realistic Fantasy" als Abgrenzung gegenüber den kunterbunten und stereotypischen Fantasywelten

    Werde mir die Serie demnächst zu Gemüte führen. Derzeit schaue ich ja noch die imo sehr gute unt historisch authentische Serie Rom (Rome) aus dem Jahr 2005, die ja bis zu Game of Thrones die teuerste Serienproduktion gewesen ist (darauf stieß ich in dem Wiki-Artikel zu Game of Thrones). Naja und das hatte mich neugierig gemacht

  3. #23
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    Avatar von SonGohan
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    Zitat Zitat von freezy Beitrag anzeigen
    Nur so nebenbei, weil der Begriff fiel:

    Was verstehst du unter "high fantasy" PJ? ^^ Ich kannte bisher nur so Begriffe wie "dark fantasy" oder "realistic Fantasy" als Abgrenzung gegenüber den kunterbunten und stereotypischen Fantasywelten

    Werde mir die Serie demnächst zu Gemüte führen. Derzeit schaue ich ja noch die imo sehr gute unt historisch authentische Serie Rom (Rome) aus dem Jahr 2005, die ja bis zu Game of Thrones die teuerste Serienproduktion gewesen ist (darauf stieß ich in dem Wiki-Artikel zu Game of Thrones). Naja und das hatte mich neugierig gemacht
    Unter High Fantasy versteht man in der Regel ein Werk, das eine komplette Welt erschafft, mit Flora/Fauna, Geschichte, politischen System ect. pp.. In der Regel handelt es sich um ein ans Mittelalter erinnerndes Szenario und Magie ist etwas alltägliches/allgegenwärtiges. Die Charaktere im High Fantasy haben oft spezifische Stärken und rotten sich zu Gruppen zusammen. Als Begründer gilt J. R. R. Tolkien.
    Rom ist übrigens großartig.

    Zitat Zitat von Psycho Joker Beitrag anzeigen
    Ja, so in etwa wie du hab ich das auch interpretiert. Du hast aber in dem Punkt ein großes Non-sequitur, weil du annimmst, dass das im Englischen anders klingt als im Deutschen. Im Englischen ist es auch nicht üblich, sowas als Vor- oder Nachnamen zu haben (mal davon abgesehen, kenn ich z.B. einen Herrn Grausam, kein Scherz). Also ich glaube nicht, dass das auf Deutsch für deutsche Ohren seltsamer klingt als auf Englisch für englische. Ich würde mal sagen, das ist kein Unterschied.
    Das ist korrekt. Ich habe seit zwei Jahren meinen Zweitwohnsitz in London und bin ja auch oft unterwegs, das ich behaupten kann, das ich noch nie einen Mr. Snow begegnet bin. Die Illusion das gewisse Fremdwörter in Fremdsprachen anders bewertet werden, da sie scheinbar linguistisch schöner klingen, besteht nicht nur in Deutschland und entspricht nur "selten" der Realität. Und das ist auch kein rein Deutsches Phänomenen, genauso wie auch in anderen Sprachen fleissig Fremdwörter importiert werden, für Dinge ohne eigenen Begriff oder die die "indigenen" Wörter gar verdrängen. Populäre Beispiele ist z.B. Realpolitik, Kinderheim und Kindergarten. PJ kann bestimmt bestätigen, das diese Wörter im Italenischen Gang und Gebe sind, für letzteres trifft das auch aufs englische zu. Oder in Australien wundert man sich gelegentlich schon, warum keiner vom Outback spricht, sondern nur vom Hinterland. Das Wort Hinterland ist auch so im gesamten englischen Sprachraum verbreitet und findet sich auch im spanischen, italienischen und französischen wieder

    Jetzt bin ich leicht vom Thema abgekommen. Prinzipell haben übrigens natürlich alle Namen eine Bedeutung, nur sucht man sich wie PJ ausgeführt hat gerade im Fantasy Bereich "Namen" mit einer offenkundigen Bedeutung. Ob und und wie wörtlich man übersetzt, ist immer eine Detailfrage und kann ich in den Falle nicht beantworten, da ich weder die Serie gesehen habe, noch die Bücher gelesen habe. Vielleicht sollte ich das mal tun, klingt ja garnicht so schlecht. Ach und wenn Castle Black genauso da steht, dann ist die Übersetzung Schloss/Burg Schwarz absolut korrekt, denn Black stellt hier nach den Regeln der englischen Grammatik zweifelslos einen Eigennamen dar. Die schwarze Burg wäre in diesem Falle verkehrt bzw. ungenau. Und um es nochmal auf den Punkt zu bekommen, das etwa Snow für einen englischen Muttersprachler ebenso ungewöhnlicher Vor/-Nachnahme wäre, wie Schnee für einen Deutschen.
    Geändert von SonGohan (27.09.2011 um 21:28 Uhr)

  4. #24
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    Avatar von Psycho Joker
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    Zitat Zitat von Mooff Beitrag anzeigen
    In der deutschen Version ein englisches Buch = zwei Bücher, warum? Keine Ahnung. Geldmache?
    Wie kannst du sowas Absurdes nur behaupten?! Niemals!!

    Zu den aufgezählten Blödheiten:
    Spoiler:
    Dass Sean Bean den Wolf tötet ist ja nicht seine Schuld, sondern die seiner Tochter, die lügt und von der Inzestkönigin, die das befielt. Dadurch dass er es selber macht ist es zumindest ehrenvoll oder so. Insofern zwar eine falsche Handlung, aber eigentlich nicht seine Handlung, sondern die der Inzestkönigin, würde ich mal sagen. Vor Gericht würde er sich wohl auf Befehlsnotstand berufen (Hmmm, das war jetzt vielleicht etwas zuviel des Guten...).

    Sansa ist die rothaarige Tochter, ne? Die baut tatsächlich scheiße, da hast du recht. Da wird aber das moralische Dilemma für sie gelöst, in dem der kleine Furzkopf-Prinz ihren Vater köpfen lässt. Aber ich stimme dir zu, dass das moralische Dilemma von Sansa zumindest sehr lange unaufgelöst bleibt. Ich hätte es aber z.B. interessanter gefunden, wenn man aus der ganzen Legitimitätsfrage ein Dilemma macht. Also wenn sich jetzt der Furzkopf-Prinz als guter, versöhnlicher König herausstellen würde, der Frieden machen will und wo dann praktisch Sean Bean die Wahl hat, ob er das tut, was für das Land am besten wäre (Frieden schließen) oder das tut, was sein persönliches Ehrgefühl ihm diktiert.
    Dieses Dilemma wurde kurz angedeutet durch den Eunuchen und es scheint so, als würde Sean Bean sich für Frieden entscheiden, aber es ist wiederum eine Entscheidung, der alles Interessante entzogen wird, weil ja der Furzkopf-Prinz ein kompletter Arsch in jeder Hinsicht ist (und in geradezu karikierender Weise keine Gelegenheit auslässt, das zu bestätigen) und diese Entscheidung für den Frieden wieder zunichte macht. Dadurch hat das Dilemma von Sean Bean absolut jegliche Bedeutung eingebüßt, weil dann rückwirkend klar war, dass der Furzkopf-Prinz eh nur zum Sterben gut ist.
    Die Geschichte, dass Sean Bean der Königin erzählt, dass er ihr Geheimnis kennt ist aber tatsächlich so dermaßen verblödet, dass ich überlegt habe, ob er nicht eigentlich als gemeingefährlich blöd und damit als Böser einzustufen ist.

    Die Sache mit der Weißhaarigen ist allerdings weniger ein Dilemma, als vielmehr die Lösung für ein Dilemma, weil sie bei der Plünderung und Vergewaltigung merkt, was Krieg bedeutet und was sie mit ihrem Rachedurst ausgelöst hat. Die Hexensache zeigt da auch nur wieder, dass die das rückwirkend eh verdient hatten und es besser gewesen wäre, sie nicht zu "retten".

    Zum Zwerg:
    Dass er das eleganter lösen würde ist schon klar. Aber es ging eher darum, dass es im Bereich des Möglichen wäre, dass er sich verpflichtet fühlt, das Schlamassel seines Bruders auszulöffeln, um die Familie vor Schaden zu bewahren und der einzige Weg dafür ist die Beseitigung des Zeugen. Denn natürlich glaubt man dem Krüppel die Inzestgeschichte, wenn der Inzestbruder es war, der ihn geworfen hat. Zumindest Sean Bean glaubt ihm sicher und wie wir gesehen haben, reicht das, damit die Kacke am Dampfen ist.

    Aber es stimmt schon, dass es nicht ganz so klar getrennt ist. Was mir aber selber beim Schreiben eben klar geworden ist, ist dass das, was mich an der Gut/Böse-Geschichte stört eben das verschenkte Potential für sehr interessante Fragen und Dilemmata ist. Weil es durchaus sehr interessante Situationen aufwirft, die man aber immer so schnell wie möglich wieder aufzulösen versucht.

    Ich empfehle als Vergleich und Anschauungsbeispiel die Serie "Rome", die das wesentlich besser handhabt, wie ich finde.


    @SonGohan: Na ja, "die Schwarze Burg" (mit groß geschriebenem "Schwarze") ist durchaus zulässig, da das sehr wohl ein Eigenname und keine Beschreibung sein kann. Beispiel: "der Heilige Stuhl" für den Vatikan, wo es ja nicht darum geht, dass der Stuhl heilig ist.
    Das mit den Fremdwörtern stimmt so auch nicht. "Hinterland" meint im Englischen nicht dasselbe wie im Deutschen, sondern ist hauptsächlich in der Soziologie/Geschichtswissenschaft gebräuchlich als Bezeichnung für Gegenden, die infrastrukturell etc. eher am Rand liegen bzw. das Gegenteil der Ballungszentren sind. Und dass "Outback" in Australien nicht mehr gebräuchlich ist, bezweifle ich an dieser Stelle auch mal stark.

    @Freezy: Dark Fantasy kann man wohl auch auf "Game of Thrones" anwenden. Wobei Dark Fantasy glaub' ich als Untergenre von High Fantasy gehandelt wird. Aber so genau kenn ich mich bei den ganzen Genre-Bezeichnungen nicht aus. Das ist eh noch verwirrender als Metal-Genres auseinanderzuhalten. Grundsätzlich würde ich eben sagen Tolkien-ähnliche Welt ist meist High Fantasy. Low Fantasy ist eine halbwegs realistische Welt mit Fantasy-Elementen, etwa "Harry Potter" oder "Buffy".
    Geändert von Psycho Joker (27.09.2011 um 22:41 Uhr)
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  5. #25
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    Avatar von Mooff
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    Rome ist eine meiner Lieblingsserien, hab ich auch schon zweimal gesehen. =)

    Spoiler:

    Ned hätte es verhindern können immerhin ist er dicke mit Robert und der Wolf von Sansa hatte ja gar nichts gemacht. Also zumindest war da mehr drin.

    Furzkopfprinz als guter, versöhnlicher König und nicht als verzogenes, machthunriges, geisteskrankes Gör wäre aber eine komplett andere Geschichte. Ob diese Geschichte dann besser wäre, weil sie ein moralisches Dilemma offenbart? Zumindest fraglich. Abgesehen davon hätte das an der Entscheidung von Ned nichts geändert.


    Mit ihrem Rachedurst hat Dany was genau ausgelöst? Die Dothraki machen das was sie immer machen, sie reiten durch die Gegend und wenn sie eine Stadt finden vergewaltigen, rauben, brandschatzen und morden sie wie es ihnen gefällt. Nehmen sich noch ein paar Sklaven und reiten dann weiter. Dany hat davon nichts ausgelöst.

    Wir bewegen uns jetzt aber von der Diskussion über Gut und Böse mit dummen Entscheidungen weg dazu, wieviele moralische Dilemma die Serie bietet. Da muss man dann sagen: In der ersten Staffel nicht so viele. Vielleicht auch weil dafür einfach nicht wirklich Zeit ist, immerhin werden Unmassen an Charakteren eingeführt und das richtig gut. In Rome hats da ca. 4 oder 5?
    In den nächsten Büchern kommen aber noch die von dir gewünschten Fragen auch lange Zeit ohne Lösung.

  6. #26
    Kriegsdienstverweigerer

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    Bin wie Mooff eher der Ansicht, dass die Geschichte nicht zu den Voraussehbaren gehört, was allerdings zu nem Gutteil auf reiner Annahme beruht, wie sich das Ganze weiter entwickeln wird.

    Spoiler:

    Um die Hauptpunkte, die schon genannt wurden, kurz anzusprechen:

    1. Neds Tod: Meiner Meinung nach nicht vorhersehbar. Das Argument, dass Jean Bean für die Rolle eingesetzt wurde, zählt als Meta-Argument nicht wirklich; welche Paraderollen ein Schauspieler erfüllt, ist nicht Teil der Geschichte und eine solche Besetzung sollte daher nicht in die Bewertung selbiger einfließen, sondern höchstens in die Bewertung der Serienmacher.
    Das andere von PJ genannte Argument - dass die Bösen an der Macht etwas Böses vollbringen mussten, um böse zu sein - find ich problematisch: Erstens war die böse Mutter, die bisher als Entscheidungsträger bekannt war, klar gegen den Tod, zweitens war Ned die stärkste Identifikationsfigur und Sympathieträger par excellence - und gerade bei "einfachen" Geschichten hütet man sich im allgemeinen, solche Figuren sterben zu lassen. Aus gutem Grund, wie man leicht an den Reaktionen auf die 9. Folge ablesen kann: Da ging ein Aufschrei durch's Internet, zusammen mit tausend Schwüren, dass die Serie nicht mehr weitergeschaut wird.
    Grob vergleichbar wäre, wenn Gandalf in HdR tatsächlich gestorben (und nicht mehr wiedergekommen) wäre. Er kommt wieder, weil der Zuschauer - oder besser Leser - diese Sicherheit um die wichtigsten Figuren haben will.
    Daher zählt das Argument "Sie mussten ja was Böses machen" als Begründung für die Vorhersehbarkeit nicht wirklich, weil der kleine Affe ne Menge anderes Zeug hätte machen können. Schon wenn er Ned bloß gefoltert hätte, hätte das ähnliche Auswirkungen auf Sansa etc. gehabt.

    Zu der ganzen "Gut-Böse"-Einteilung und dem Fehlen von Dilemmata: Obwohl ich das grundsätzlich ähnlich auffasse wie PJ, habe ich doch nicht seine Probleme damit. Aus zwei Gründen: Erstens funktioniert das erste Buch/die erste Staffel als Auftakt. Muss ich nicht groß beweisen, ist klar ersichtlich. Zweitens wird der Zuschauer/Leser grundsätzlich an die Welt aus Sicht der Snow-Familie herangeführt, nicht an die Welt an sich. Mit anderen Worten: Im Groben findet der Zuschauer die böse, die die Snows (vorrangig Ned) böse finden. Die Snows sind Einstiegspunkt der Geschichte und bieten gleichzeitig ein Grundgerüst an, wie die dem Leser unbekannte Welt zu bewerten ist. Dieses Einstiegsgerüst bleibt folglich im Auftakt noch intakt. Ich erwarte aber - und ging ab der ersten Folge davon aus -, dass es mit zunehmendem Verlauf der Geschichte immer mehr in sich zusammenbricht, etwas, das sich mMn in den letzten beiden Folgen schon andeutete.

    Hierzu als Beispiel, weil diametral entgegengesetzt zu PJ: Ich sah Sansa nie in einem moralischen Dilemma. Sie war die erste Staffel über (bis zum Tod Neds) in ihrem naiven Egoismus durchweg sicher in dem, was sie wollte. Erst der Tod ihres Vaters ließ sie aufwachen - und erst jetzt ist sie überhaupt in der Position, in ein Dilemma geraten zu können, weil sie ihre Naivität nicht mehr aufrechterhalten kann, ihren Egoismus aber (hoffentlich) behalten wird. Neds Tod war also nicht die Lösung eines Dilemmas, sondern der Grundstein für ihre Weiterentwicklung, und nur in der sind echte Dilemmata möglich.

    Noch offensichtlicher wird das Zugrundegehen des einfachen Gut-Böse-Konstrukts bei Neds Frau: War sie vor seinem Tod noch die äußerst blasse, liebe Mutter, mutiert sie danach zur verbitterten Rachegöttin. Zugegeben, kein neues Motiv, aber "We will kill them all" ist ganz sicher nichts, was ein "Guter" von sich gibt. Und auch hier hoffe und erwarte ich, dass die Entwicklung zur von Rachegedanken Erfüllten nur eine vorläufige ist und sie im weiteren Verlauf gefangen bleibt zwischen ihrem ruhigen, eigentlich aggressionslosen Wesen und ihren Rachegelüsten.

    Um noch mal allgemeiner zu werden: Gerade lange Geschichte sind mMn stärker, wenn der Zuschauer/Leser in die Weltsicht bestimmter Charaktere eingeführt wird, um das Zerbrechen dieser und den darauf folgenden Kampf des Charakters mit sich selbst viel intensiver miterleben und -fühlen zu können, als er das gekonnt hätte, wenn besagte Personen direkt ambivalent eingeführt worden wären.

    Noch interessanter wirds natürlich, wenn das Spiel mit dem Zuschauer andersrum geschieht, wie ichs bei Jaime vermute (dem Inzestbruder): Der scheint sich für den Leser von einem Bösen in eine - irgendwo gute - Identifikationsfigur zu wandeln.

    Zu deinem "Warum die Weißhaarige nicht killen?"-Argument: Man kann es so betrachten, dass Ned keinen rechten Grund hatte, dagegen zu sein und es nur für sein Gut-Sein sein musste, zulässig ist mMn aber auch die Sicht, dass er schlicht nicht daran glaubte, dass die Weißhaarige mit ner ganzen Reiterhorde übers Meer kommen wird, weil besagte Reiter aus Angst seit tausend Jahren noch nie Boote/Schiffe betreten haben - und weil Robert einen immer paranoideren Eindruck machte. Und dann sind seine angeführten Gründe "Mach nicht die Kinder für das verantwortlich, was die Eltern taten" usw. recht vernünftig.
    Das Buch gibt an dieser Stelle bestimmt mehr Auskunft.

    Übrigens gab es schon seit Beginn der Staffel genug Andeutungen, finde ich, dass auch die Guten nicht so sauber sind/waren, wie sie erschienen und die Bösen nicht so schrecklich - da sind v.a. die alten Kriegsgeschichten von Robert und Ned sowie ihre alten Frauengeschichten, die unerwiderte Liebe der Königin, das "Härten" von Neds Söhnen durch Mitansehen von Hinrichtungen etc. pp.

    Auf den Rest der hier angesprochenen "Schwachstellen" geh ich nicht mehr ein, weil mir die Zeit fehlt; muss noch n Essay zu Ende schreiben. Ich betrachte sie allerdings ausnahmslos alle etwas anders als PJ - günstiger, vor allem was die kommende Entwicklung angeht. Ich bin mir bewusst, dass ich mich da täuschen kann, dass sich meine Hoffnungen, obwohl ich sie alle durch kleine Hinweise gestützt sehe, als übertrieben herausstellen könnten und die Story doch nur Fantasystandardmäßig relativ flach bleibt. Wär schade, ist momentan aber noch möglich.

  7. #27
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    Avatar von baboon
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    Mir gefällt übrigens auch der Soundtrack sehr gut. Schon beim Intro der ersten Folge hab ich gewusst, dass das was gutes werden wird
    Und euer Detailgeschwafel is ja kaum auszuhalten, bald fang ich auch noch damit an, dabei hab ich grade genug um die Ohren


  8. #28
    Ще не вмерла Україна
    Avatar von Outsider
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    Ich hab die Serie noch nicht geguckt, aber die bescheuerten Namen (auf englisch) schrecken mich bisher davon ab mir das anzuschauen - falls euch das in eurer Diskussion weiterbringt. Sachen wie Jon Snow oder Castle Black oder wasweissich ein Duririmzwerg namens JEFF oder sowas - also das klingt für mich als wenns ein 10jähriger geschrieben hätte

    Nix für ungut.
    Wednesday klingt für mich auch nur nach Robinson Crusoe. Hiess der Typ da nicht auch Mittwoch?
    Finds irgendwie phoney zu sagen die englischen namen wären cooler/besser nur weil sie auf englisch sind. Imo sind die genau so bescheuert und ich finds gut, dass sie die auch bescheuert wiedergeben durch eine akkurate Übersetzung

    nachtrag: OK, der Typ bein Robinson hiess wohl Freitag.

     ・sialdan:bautarstæinar:stanta:brauto:nær:nema:raisi:niþR: at:niþ ・

  9. #29
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    Avatar von ill rage
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    Ja der hieß Freitag. Und was ist an solchen Namen bitte ungewöhnlich? War doch bei uns auch nicht anders. Nur wurden da die Namen mit dem Beruf verknüpft. Müller, Schuhmacher, Schmied, blabla wurde hald in der Zeit immer etwas abgefälscht und die Bedeutung ging verloren. Und wenn Toni Polster seinen Sohn Jesus nennen darf, dann darf Jon in der Geschichte doch bitte Snow mit Nachnamen heißen oder? Und meines Wissens gibts in GoT keine Zwerge.
    This is our gift for our enemies
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    a piece of sadness, a call for rebellion
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    darkness is arriving

    Feast for the crows - Hope dies last

  10. #30
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    Frag mich auch gerade, was es an den Namen auszusetzen gibt.

  11. #31
    Ще не вмерла Україна
    Avatar von Outsider
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    Ich find die halt einfach nicht besonders originell oder überzeugend und mach wahrscheinlich unterbewusst ne Verknüpfung dass das auch auf den Plot übertragbar ist. Aber eigentlich wollt ich damit jetzt auch keine neue Diskussion lostreten und klink mich damit wieder hier aus. Wünsche weiterhin viel Spaß mit der Serie

     ・sialdan:bautarstæinar:stanta:brauto:nær:nema:raisi:niþR: at:niþ ・

  12. #32
    Run Rabbit Run
    Avatar von Wordone
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    Der Feine Herr
    Hm. Die ersten beiden Folgen hab ich jetzt gesehen und finde die eigentliche Handlung recht spanned. Nur die ganze Tittenscheiße ist irgendwie blöd. Da weiß ich jetzt nicht ob die Bücher auch so sind, oder ob das jetzt zum guten "Serien-Ton" gehört. Dranbleiben werd ich allemal

  13. #33
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    Avatar von Mooff
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    Bei Showtime und HBO gehört es zum guten Ton Brüste dann zu zeigen, wenn es für die Szene Sinn macht. Dementsprechend haben Prostituierte, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen, kein Nachthemd oder einen BH an.

    Und ja, die Bücher sind da sehr freizügig, von daher trifft die Serie den Ton recht gut.

  14. #34
    Es ist okay_
    Avatar von SUCKYSUCK_
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    Zitat Zitat von Wordone Beitrag anzeigen
    Hm. Die ersten beiden Folgen hab ich jetzt gesehen und finde die eigentliche Handlung recht spanned. Nur die ganze Tittenscheiße ist irgendwie blöd. Da weiß ich jetzt nicht ob die Bücher auch so sind, oder ob das jetzt zum guten "Serien-Ton" gehört. Dranbleiben werd ich allemal
    Haha dann schau dir bei HBO mal True Blood an. Da ist die komplette erste Staffel nur das reinste Geficke
    Nichts zeigt das Alter eines Menschen so sehr, wie wenn man die neue Generation schlecht macht.

  15. #35
    Ex-Admin
    Avatar von baboon
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    Ich find die Sexszenen und vor allem die ganzen Bordell-Szenen machen die Charaktäre menschlicher und nicht so abgeschleckt abgehoben, wie die meisten Adeligen in anderen Mittelalter/Fantasywerken daherkommen.
    Ausserdem hab ich mir von HBO nix anderes erwartet

  16. #36
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Na ja, das mit dem "wenn es Sinn" macht, würde ich nicht pauschal so unterschreiben. Der Grund wieso HBO mit "Rome" und jetzt "Game of Thrones" so gut fährt ist sicherlich die fein abgestimmte Mischung aus Sex und Gewalt. Das war zwar auch in Serien wie z.B. The Sopranos schon so, aber da war das Geficke noch nicht soooooooooo stark präsent. Also ich glaube nicht, dass es "für die Szene Sinn macht", wenn bei "Game of Thrones" ein Typ Exposition gibt, während im Hintergrund 2 Prostituierte quasi Lesbenpornos produzieren. Es ist schon großteils kaum verhohlener Sex und Sexyness Willen. Dass man sich natürlich die Vorlage auch so aussucht, dass man das machen kann, ist klar.
    Trotzdem "gewöhnt" man sich eh dran () und ganz so oft wie in den ersten zwei Folgen wird danach auch nicht mehr gebümst, glaub ich. Ist halt vor allem am Anfang, um Zuschauer zu gewinnen. So nach dem Motto: "They come for the boobies, but the stay for the story."

    Um nochmal zur vorherigen Diskussion zurückzukehren:
    Ich hab mich etwas informiert und erst jetzt gecheckt, dass das inzwischen 5 Bücher und noch unabgeschlossen ist. Ich bin bei meinen Prognosen davon ausgegangen, dass es 2 Staffeln insgesamt geben wird, weil mir irgendwer mal erzählt hat, eine Staffel entspräche 2 Büchern und es gäbe 4.
    Ich bitte daher, meine Prognosen "with a grain of salt" zu nehmen.

    Den Namen der Serie, die dem Titel des ersten Buches entspricht, finde ich auch etwas doof. Immerhin geht es ja nicht um thrones sondern um genau einen Thron.
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  17. #37
    Ex-Admin
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    Ich denke, das ist einfach eine englische Ausdrucksweise.
    Sagt ja auch die Königin: "When you play the game of thrones, you win or you die. There is no middle ground."
    Das Spiel der Throne, geflügelte Worte halt

    Ausserdem würde eine Serie mit dem Titel "Das Lied von Eis und Feuer" sicher nicht so gut ankommen. Klingt nicht interessant genug.
    Man darf nicht vergessen, die Leute von HBO wollen Geld damit machen und nicht aus edlen Motiven, möglichst genau die Bücher nacherzählen. Wir als Zuschauer können nur hoffen, dass nebenbei eine gute Staffel rauskommt und die Balance aus Massentauglichkeit und einer guten Geschichte für die Macher zu ausreichend Erfolg führt, sodass die Serie nicht eingestellt wird(glaub ich ehrlich gesagt nicht)

  18. #38
    Administrator
    Avatar von Mooff
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    War etwas überspitzt forumliert. Die Littlefinger Szene hab ich ja schon angesprochen warum sie mir nicht gefällt.

    Aber HBO und Showtime geben sich da nicht viel an Sexzenen. In L-Word gings auch richtig derb ab. Rome haben sie zeitweise gefickt damit gefickt wird. Ob man in Spartacus praktisch damit werben muss das man den Busch von Lucy Lawless sieht, auch fragwürdig. Mit wenn es Sinn macht meinte ich auch nicht, dass die Szenen an sich Sinn machen oder notwendig wären. Aber wenn man sie reinnimmt, dann dreht man die Sexzenen nicht wie im amerikanischen Free-TV verhüllt in 5 Bettlaken und in abgedunkelten Räumen. Also einfach im Sinne von "Es macht Sinn das Menschen beim Sex nackt sind." Nicht "Es macht Sinn diese beiden jetzt beim Sex zu zeigen.".


    Es geht nicht um den einen Thron. Es geht um das "Spiel um die Macht". Um die Intrigen im Hintergrund, die die verschiedenen Personen spinnen um mehr Macht zu erhalten. Sollte man nicht so wörtlich verstehen.

  19. #39
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    @baboon: Ja ja, schon klar, dass die Tante das sagt. Aber es gibt ja eben keine Throne sondern nur einen Thron in Fantasytown.

    @Mooff: Eh klar. Ich hab aber eben nur die HBO-Serien gesehen. L-Word oder Spartacus hab ich nicht geguckt. L-Word war natürlich mehr oder weniger eine Rechtfertigung um Lesbenporno im Fernsehen zu zeigen.
    Oh, the devil will find work for idle hands to do...

  20. #40
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    Avatar von baboon
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    Ach, ich sag dazu nix mehr. Ich würd die Serie auch anschauen wenn sie Game of Hello-Kitty-Puppets heißen würde, auch wenn nur eine Hello Kitty drin vorkommt.
    Geändert von baboon (29.09.2011 um 17:59 Uhr)

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