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Filmvorstellung: Broken Flowers (2005)

Eine Diskussion über Filmvorstellung: Broken Flowers (2005) im Forum Multimedia Forum. Teil des Off Topic-Bereichs; Angeregt von scorseses Filmvorstellungen hier, will ich auch einen Film vorstellen, den ich vor kurzem gesehen hab und den ich ...

  1. #1
    Gutmensch
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    Filmvorstellung: Broken Flowers (2005)

    Angeregt von scorseses Filmvorstellungen hier, will ich auch einen Film vorstellen, den ich vor kurzem gesehen hab und den ich nur genial fand:

    Broken Flowers


    Zur Story:
    Don Johnston (Bill Murray, mal wieder genial) ist ein alternder Junggeselle. Seine (wesentlich jüngere) Freundin hat gerade mit ihm Schluss gemacht, da kriegt er einen anonymen rosa Brief von einer verflossenen Geliebten, die ihm mitteilt, dass sie vor 19 Jahren ein Kind von ihm geboren hat. Dieser Sohn hätte sich nun auf die Suche nach seinem Vater gemacht. Don erzählt dies seinem Nachbarn Winston, der ein passionierter Krimifan und Hobbydetektiv ist und sich sogleich an die Arbeit macht. Er lässt Don alle in Frage kommenden Frauen aufschreiben und forscht nach, wo diese nun leben etc. Er überredet ihn dazu, alle vier aufzusuchen und dort nach Hinweisen zu suchen, welche ihm den Brief geschickt hat. Also begibt sich Don, anfangs noch eher unwillig, auf einen kleinen Roadtrip zu den vier Frauen. Im Zuge seiner Eindrücke davon, wie die Frauen auf ihn reagieren, beginnt er seine alten Beziehungen neu zu überdenken.

    Broken Flowers ist ein Film, der sehr typisch für Jim Jarmusch ("Dead Man", "Coffee and Cigarettes", "Ghost Dog", ...) ist. Es dominiert eine melancholische Grundstimmung, die durchzogen ist von skurrilem, aber sehr feinem Humor (keine Schenkelklopfer oder Blödeleien sondern einfach sehr skurrile und seltsame Situationen). Die Schauspieler sind allesamt einfach klasse, allen voran natürlich Bill Murray, der in brilliant untertriebener Weise immer irgendwie total unbeteiligt wird. Er ist sehr trocken und wirkt total passiv, im Gegensatz dazu steht Winston, der das komplette Gegenteil von Don ist. Er ist immer interessiert und drängt Don dazu, etwas zu machen und hilft ihm wo er nur kann. Die Dialoge sind, typisch für einen Jim-Jarmusch-Film, sehr lustig und gut geschrieben.

    Der Film ist in seiner Art vergleichbar mit "Die Tiefseetaucher" (den ich hier schon mal vorgestellt habe) und "Lost in Translation", hat alelrdings mehr von ersterem. Bei "Lost in Translation" fand ich etwas doof, dass der Film sich auf das Zelebrieren der Grundstimmung beschränkt und nicht so recht eine durchgehende Handlung hat, daher plätschert der Film so dahin. "Broken Flowers" hat genau das, was "Lost in Translation" fehlt. Die Handlung reißt einen mit, obwohl alles irgendwie sehr subtil und unterschwellig geschieht. So z.B. die Reaktionen der einzelnen Ex-Freundinnen auf Don. Jede reagiert anders und anhand der Reaktion kann man sich sehr gut vorstellen, wie die betreffende Beziehung war, was geschehen und wie sie auseinandergegangen ist, aber nichts davon wird je erklärt.

    Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass es ein genialer Film ist; voller guter Schauspieler, klasse Dialoge, bittersüßer Melancholie, skurrilem Humor und mit wunderbarer Musik.
    Absolut empfehlenswert!

    10/10 Punkte


    P.S.: Trailer gibt's hier: http://www.moviemaze.de/media/traile...n-flowers.html
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  2. #2
    Stabsgefreiter
    Avatar von lulin
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    Hört sich interessant an, obwohl ich doch hoffe, das der Film nicht so emo ist wie "Lost in Translation", der, wie du schon gesagt hast, daraus bestand, die melancholische Grundstimmung zu feiern... Das mit den lustigen Dialogen will ich erst persönlich sehen... Jarmusch-Filme fand ich zwar bisher gut, aber "Ghost Dog" etwa lief immer mal wieder Gefahr, ähnlich zu verunglücken wie "Lost in Translation" (ja, ich weiß, dass es verschiedene Regisseure sind). Leider driften so viele Filme mit melancholischer Atmosphäre ins öde ab...
    a^n + b^n = c^n hat keine ganzzahligen Lösungen für n > 2! Ich habe einen wahrhaft wundervollen Beweis dafür gefunden, aber leider ist das Signaturfeld zu klein um ihn aufzuschreiben.

  3. #3
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Ich hab nichts gegen melancholische Grundstimmung. Mein Problem bei "Lost in Translation" war wie gesagt, dass es kaum wirklich Handlung gab. Das ist bei "Broken Flowers" anders. Außerdem sind da nicht alle Figuren melancholisch.
    Wie gesagt, ich fand ihn sehr komisch, allerdings ist es eine etwas eigene Art von Humor, der in die Richtung von "Die Tiefseetaucher" geht. Ist manchen etwas zu subtil.

    Wenn du dir die Trailer anguckst, kriegst du einen ungefähren Eindruck. Besonders die Musik trifft die Stimmung sehr gut.
    Geändert von Psycho Joker (25.05.2006 um 17:36 Uhr)
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  4. #4
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    Avatar von kilinator
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    Zitat Zitat von Psycho Joker
    Die Schauspieler sind allesamt einfach klasse, allen voran natürlich Bill Murray, der in brilliant untertriebener Weise immer irgendwie total unbeteiligt wird. Er ist sehr trocken und wirkt total passiv
    Und genau das nervt, denn manche schauspieler sind IMMER GLEICH: Bill murray hat diese typische grundhaltung und die zieht sich durch JEDEN seiner filme. Das gleiche is zB bei nic cage, der hat auch eine grundhaltung die er in JEDEM seiner filme rausdrückt. Bei city of angels hat er direkt ne andere synchro stimme bekommen, da wirkte er dann softer, auf englisch wär das sicher interessant zu schauen gewesen, lol. Hab ihn nur gesehen als er letztens auf ORF1 lief. Ich find sowohl bill murray als auch nic cage nicht wirklich flexibel was die schauspielerei angeht, ich halt von beiden nicht viel, auch wenn ich mir die filme meistens gern anschau. Da gibts andere schauspieler, die können mehrere rollen spielen als nur einen witzbold der alles ziemlich locker nimmt, oder in cages fall den harten hund, der immer den größten und den coolsten spielen muss.

  5. #5
    Gutmensch
    Avatar von Psycho Joker
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    Ähm nein. Du hast das missverstanden. Wenn du dir "Lost in Translation", "Die Tiefseetaucher" oder eben "Broken Flowers" siehst, dann merkst du gleich, dass der Stil von Bill Murray komplett anders ist als in "Ghostbusters" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier".
    Nicholas Cage ist imo auch ein recht passabler Schauspieler. Guck dir mal "Leaving Las Vegas" an oder "Red Rock West". Wenn du von Nicholas Cage nur die dämlichen Actionfilmchen kennst, ist klar, dass er für dich einseitig ist.
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  6. #6
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    Hab mal versucht, leaving las vegas zu schauen, aber den konnt ich mir einfach ned auf dauer antun, is ned mein ding. Und bei city of angels war er wie gesagt schon anders, nur halt auch mit einer viel softeren sync stimme, lol. Deswegen wärs interessant, den film mal auf englisch zu sehen.

  7. #7
    Kann Pj nur zustimmen! Schau dir mal z.B. Bringing out the Dead an. Exzellenter Film und Cage in Hochform!

    @Topic
    Hört sich sehr interessant an. Ich fand ja schon Coffee und Cigarettes sehr toll!
    Geändert von c0mtesse (26.05.2006 um 03:32 Uhr)
    Love isn't finding the perfect person, it's learning to love an imperfect person perfectly!

  8. #8
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    ich find cage eigentlich ziemlich vielseitig, so oft spielt er auch gar net in reinen actionfilmen wie con air (der btw zu den schlechten gehört) mit, und zB face/off find ich genial
    kiss of death is eigentlich auch noch ok, the rock und 60 seconds ebenso, ansonsten macht er auch in 8mm eine gute figur, das auch kein grosses actionspektakel, genauso wie die bereits genannten wie red rock west etc.
    absolut top fand ich ihn aber in "tricks", keine action und sehr guter film =)

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